Vermögenswirksame, Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen: 20 Mio. Arbeitnehmer lassen ZuschĂŒsse liegen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Millionen BeschÀftigte könnten VL nutzen, doch viele verzichten darauf. ETF-SparplÀne zeigen im Vergleich höhere mögliche EndbetrÀge.

Vermögenswirksame Leistungen: So viel Potenzial bleibt ungenutzt
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem hölzernen Schreibtisch, einer kleinen Pflanze und einem leeren Notizbuch bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In Deutschland verfĂŒgen rund 20 Millionen BeschĂ€ftigte ĂŒber einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL). Dennoch verdeutlichen aktuelle Marktbetrachtungen eine erhebliche NutzungslĂŒcke: Ein großer Teil der Berechtigten lĂ€sst diese finanziellen ZuschĂŒsse bislang ungenutzt.

SchÀtzungen zufolge macht lediglich etwa jeder zweite Arbeitnehmer von seinem Recht Gebrauch, die Gelder aktiv abzurufen und in den persönlichen Vermögensaufbau zu integrieren.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Förderstruktur

Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen besteht in Deutschland nicht. Die konkrete Regelung erfolgt stattdessen ĂŒber den jeweiligen Tarifvertrag oder den individuellen Arbeitsvertrag. Sofern eine Vereinbarung vorliegt, zahlt der Arbeitgeber monatliche BetrĂ€ge, die sich ĂŒblicherweise in einer Spanne zwischen 6 Euro und 40 Euro bewegen.

Der gesetzliche Höchstbetrag fĂŒr diese Leistungen liegt bei 40 Euro pro Monat, was einer jĂ€hrlichen Summe von maximal 480 Euro entspricht. Über eine reine Ansparphase von sechs Jahren summieren sich allein die ArbeitgeberzuschĂŒsse auf rund 2.900 Euro.

ZusĂ€tzlich zu den Arbeitgeberanteilen können Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen von der staatlichen Arbeitnehmersparzulage profitieren. Seit dem Jahr 2024 gelten hierfĂŒr erweiterte Einkommensgrenzen: Die Zulage kann beansprucht werden, wenn das zu versteuernde Einkommen 40.000 Euro bei Singles beziehungsweise 80.000 Euro bei Verheirateten oder gemeinsam veranlagten Paaren nicht ĂŒberschreitet.

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Vergleich der Anlageformen und Renditechancen

Die Wahl des Anlageprodukts hat maßgeblichen Einfluss auf das Endergebnis nach der gesetzlich vorgesehenen Laufzeit. Ein typischer ETF-VL-Vertrag umfasst eine Einzahlungsphase von sechs Jahren, gefolgt von einer einjĂ€hrigen Haltefrist, was eine Gesamtlaufzeit von sieben Jahren ergibt. Ein Einstieg ist bereits ab einer Sparrate von 25 Euro möglich.

Vergleichende Berechnungen bei einer monatlichen Einzahlung von 40 Euro ĂŒber sieben Jahre zeigen deutliche Unterschiede in der Kapitalentwicklung:
- Ein Banksparplan mit einer Verzinsung von 1,5 Prozent pro Jahr erreicht ein Endkapital von rund 3.020 Euro.
- Ein Bausparvertrag mit einer Verzinsung von zirka 0,5 Prozent pro Jahr fĂŒhrt zu einem Ergebnis von etwa 2.900 Euro.
- Eine Anlage in ETFs mit einer angenommenen Rendite von 6,0 Prozent pro Jahr resultiert in einem Kapital von rund 3.700 Euro.
- Bei einer Renditeerwartung von 6,5 Prozent pro Jahr steigt der Betrag auf zirka 3.680 Euro.

Langfristige historische Daten globaler Aktienindizes weisen ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume Renditen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr auf. Bei einer Anlage in ETFs oder Fonds gewĂ€hrt der Staat zudem eine Zulage von 20 Prozent auf maximal 400 Euro pro Jahr, was bis zu 80 Euro (beziehungsweise 160 Euro bei Zusammenveranlagung) entspricht. Beim Bausparen liegt die Förderung hingegen bei lediglich 9 Prozent auf maximal 470 Euro jĂ€hrlich, woraus ein Höchstbetrag von 43 Euro resultiert.

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Langfristige Perspektiven des Vermögensaufbaus

Der Zinseszinseffekt entfaltet insbesondere ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume eine erhebliche Wirkung. Berechnungen verdeutlichen, dass eine monatliche Sparrate von 40 Euro bei einer Verzinsung von 5 Prozent pro Jahr nach 15 Jahren zu einem Kapital von rund 10.000 Euro fĂŒhrt. Davon entfallen etwa 3.800 Euro auf den reinen Wertzuwachs.

Betrachtet man eine vollstĂ€ndige Erwerbsbiografie von 40 Jahren, könnte bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent pro Jahr und einer gleichbleibenden monatlichen Einzahlung von 40 Euro ein Endkapital von rund 103.000 Euro erzielt werden. Diese Zahlen unterstreichen die Relevanz einer frĂŒhzeitigen und konsequenten Nutzung der arbeitgeberfinanzierten Sparzulagen fĂŒr die private Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau.

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