Versteckter, Hörverlust

Versteckter Hörverlust: Neuer Test erkennt SynapsenschÀden zuverlÀssig

04.07.2026 - 10:49:26 | boerse-global.de

Forscher entwickeln Diagnoseverfahren fĂŒr cochleĂ€re Synaptopathie, das klassische Hörtests ergĂ€nzt und Sprachverstehen in LĂ€rm misst.

EarDiTech: Neuer Test erkennt versteckten Hörverlust
Versteckter - Nahaufnahme von Elektroden an Stirn und OhrlĂ€ppchen einer Person, verbunden mit einem medizinischen DiagnosegerĂ€t in einem Labor. 04.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Rund 34 Millionen Erwachsene in der EU leiden unter Hörminderung – doch klassische Tests ĂŒbersehen oft die wahre Ursache. Das Forschungsprojekt EarDiTech hat jetzt ein Verfahren entwickelt, das genau diese diagnostische LĂŒcke schließt.

Wenn das Hören normal ist, aber das Verstehen nicht

Betroffene kennen das Problem: Im ruhigen GesprĂ€ch funktioniert alles. Im Restaurant oder auf Partys verstehen sie plötzlich kaum ein Wort. Die klassische Hörmessung zeigt nichts AuffĂ€lliges. Die Rede ist vom sogenannten versteckten Hörverlust – medizinisch cochleĂ€re Synaptopathie genannt.

Dabei sind die Synapsen zwischen den Haarzellen im Innenohr und dem Hörnerv geschĂ€digt. Ein herkömmliches Audiogramm misst aber nur, wie leise Töne eine Person noch wahrnimmt. Die eigentliche Sprachverarbeitung bleibt unberĂŒcksichtigt.

So funktioniert der neue Test

Die Forscher von EarDiTech setzen auf eine Kombination aus physikalischen Messungen und speziellen akustischen Reizen. Elektroden an der Stirn und an den OhrlÀppchen erfassen die neuronalen Reaktionen auf bestimmte Audioreize.

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Klinische Studien an der UniversitĂ€t Gent haben die Methode bereits bestĂ€tigt. Der Test erkennt den Synapsenverlust zuverlĂ€ssig ĂŒber verschiedene Altersgruppen hinweg. Das Verfahren lĂ€uft seit 2022 und ist auf vier Jahre angelegt.

Wann kommt die Technik in die Praxis?

Die Entwickler arbeiten an der CE-Kennzeichnung fĂŒr das Diagnosesystem. Innerhalb der nĂ€chsten 18 bis 24 Monate soll sie kommen. Dann könnte der Test in der breiten Patientenversorgung eingesetzt werden.

Parallel dazu entstehen softwarebasierte Lösungen. Ein Algorithmus, der mit maschinellem Lernen trainiert wurde, soll kĂŒnftig in HörgerĂ€ten arbeiten. Seine Aufgabe: das SprachverstĂ€ndnis in lauten Umgebungen gezielt verbessern – genau dort, wo die cochleĂ€re Synaptopathie ihre grĂ¶ĂŸten Probleme verursacht.

Neue Wege in der Hörforschung

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Die Wissenschaft denkt lÀngst weiter. Ein Review in der Fachzeitschrift Hearing Research aus dem Jahr 2026 untersucht das Potenzial von Psilocybin bei der Behandlung von Tinnitus. Eine Mausstudie der McGill University aus dem Jahr 2024 deutet darauf hin, dass der Wirkstoff die sensorische Filterung im Gehirn beeinflussen könnte.

Die Idee dahinter: Substanzen wie Psilocybin könnten die NeuroplastizitÀt fördern und das Gleichgewicht zwischen den Botenstoffen Glutamat und GABA wiederherstellen. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

Experten betonen: Die Forschung muss sowohl die mechanischen SchĂ€den im Innenohr als auch die neuronale Verarbeitung im Gehirn ganzheitlich betrachten. Der neue EarDiTech-Test ist ein wichtiger Schritt – aber nur einer von vielen.

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