Seltene, Laune

Seltene Laune der Natur: Ein Panda im Kakao-Look

05.03.2024 - 02:45:54

Vertraute Form, völlig falsche Farbe: Wer zum ersten Mal das Foto eines kakaobraun gefleckten Pandas sieht, hĂ€lt es vermutlich fĂŒr ein Fake-Bild. Doch solche Tiere gibt es wirklich.

KĂŒhe mit braunen statt schwarzen Flecken gibt es viele - aber wohl kaum jemand weiß: Es gibt auch Kakao-Pandas, also Tiere mit hellbraunen statt der ĂŒblicherweise schwarz gefĂ€rbten Fellteilen. Sie seien so selten, dass sie zweifelsohne als nationale SchĂ€tze zu betrachten seien, erklĂ€ren chinesische Wissenschaftler. Derzeit gebe es nur einen einzigen in Gefangenschaft lebenden braunen Panda, Qizai genannt. Ziel soll es nun sein, die Tiere mit der seltenen FĂ€rbung gezielt zu zĂŒchten.

Der Große Panda (Ailuropoda melanoleuca) mit seinem unverwechselbaren schwarz-weißen Fell ist eine Ikone. Im Jahr 1985 wurde jedoch erstmals ein weiblicher Panda mit braun-weißem Fell in den chinesischen Qinling-Bergen entdeckt, wie das Forschungsteam um Fuwen Wei von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften mitteilt. In der vergangenen vier Jahrzehnten sei nur etwa eine Handvoll weiterer Kakao-Pandas in dieser Region gefunden worden. In anderen Gebieten Chinas kommen sie demnach nicht vor.

Einzelnes verÀndertes Gen verantwortlich?

Die Wissenschaftler analysierten anhand von Proben 225 normal gefĂ€rbter und zwei brauner Pandas, worauf die ungewöhnliche FĂ€rbung zurĂŒckgeht. Demnach ist wahrscheinlich ein einzelnes verĂ€ndertes Gen - Bace2 genannt - fĂŒr den hellbraunen Look verantwortlich.

Wurde die Mutation mittels der Genschere Crispr bei schwarzen MĂ€usen eingebracht, verĂ€nderte sich auch bei ihnen die FellfĂ€rbung zu hellbraun, wie das Team im Fachjournal «Proceedings» der US-nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») berichtet. Wahrscheinlich verringere sich durch die Mutation die Zahl und GrĂ¶ĂŸere der sogenannten Melanosomen, spezialisierter Bestandteile von Zellen, die das Pigment Melanin bilden, speichern und transportieren.

Ob diese Annahme tatsĂ€chlich zutrifft, mĂŒsse jedoch erst durch Analysen von Proben weiterer braun gefĂ€rbter Pandas geklĂ€rt werden, gibt das Team zu bedenken. Zu vermuten sei, dass die Mutation bei Pandas so selten sein könnte, weil sie neben der verĂ€nderten Farbe noch weitere, schĂ€dliche Folgen fĂŒr die Tiere hat. Bei Qizai und einem weiteren Tier, Dandan, seien allerdings keine Auswirkungen etwa auf die GrĂ¶ĂŸe oder die FortpflanzungsfĂ€higkeit festgestellt worden.

@ dpa.de