Tansania rÀumt Todesfall durch Marburg-Virus ein
20.01.2025 - 16:01:14Wenige Tage nach dem Dementi eines Ausbruchs des gefÀhrlichen Marburg-Fiebers in Tansania hat die Regierung nun doch einen Fall eingerÀumt. Eine Person in der Region Kagera im Nordwesten des Landes sei an dem Marburg-Virus gestorben, 25 weitere VerdachtsfÀlle hÀtten sich aber nicht bestÀtigt, sagte PrÀsidentin Samia Suluhu Hassan nach einem Treffen mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Daressalaam.
Die WHO hatte am 15. Januar berichtet, dass sich neun Menschen offenbar infiziert hÀtten, von denen acht gestorben seien. Die erkrankten Menschen litten der WHO zufolge unter anderem unter hohem Fieber, Durchfall, blutigem Erbrechen, SchwÀche und bluteten spÀter aus Körperöffnungen. Tansanias Gesundheitsministerium hatte den Bericht einen Tag spÀter dementiert. Das Marburg-Virus gehört zu den gefÀhrlichsten bekannten Krankheitserregern.
Tansania hat bereits Erfahrung mit dem Marburg-FieberÂ
PrÀsidentin Hassan erklÀrte nun, Tansania habe den Ausbruch schnell eindÀmmen können, da man Erfahrungen mit einem Ausbruch in derselben Region im Jahr 2023 gesammelt habe, bei dem sechs Menschen starben.
«Wir haben sofort ein Expertenteam mit entsprechenden FĂ€higkeiten entsandt», sagte sie. «Wir haben Tests in Kagera und in Daressalaam durchgefĂŒhrt und festgestellt, dass bis auf einen alle anderen 25 FĂ€lle negativ waren.»Â
Tedros lobte Tansanias rasches Handeln und erklĂ€rte, die WHO werde das Land weiterhin bei der BekĂ€mpfung der Krankheit unterstĂŒtzen. «Leider gibt es weder eine Behandlung noch einen Impfstoff gegen Marburg, aber die schnelle Reaktion, wie sie Tansania gezeigt hat, hilft, Leben zu retten», sagte er. Auf die abweichenden Fallzahlen ging er nicht ein.
Kurz zuvor wurde ein Ausbruch des Fiebers in Ruanda eingedÀmmt
Erst einen Monat zuvor war ein Marburg-Ausbruch in Ruanda fĂŒr beendet erklĂ€rt worden. In dem kleinen ostafrikanischen Land traten nach WHO-Angaben 66 Marburg-FĂ€lle auf, 15 Patienten starben. Im Jahr 2023 gab es auch AusbrĂŒche in Tansania und Ăquatorialguinea.
Bei vorherigen AusbrĂŒchen wurde das Marburg-Virus oft durch Flughunde ĂŒbertragen. Die Ansteckung unter Menschen erfolgt ĂŒber den Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten eines erkrankten Patienten, der Symptome zeigt. Die Inkubationszeit betrĂ€gt 2 bis 21 Tage. Der Erreger trĂ€gt den Namen der deutschen Stadt, weil sich dort 1967 Laborangestellte mit dem bis dahin nicht bekannten Virus bei Versuchsaffen infiziert hatten.


