Visa Pay expandiert: Zahlungsdienst startet in elf afrikanischen Märkten
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 10:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Kosten für digitale Überweisungen sinken weltweit drastisch, während neue Infrastrukturen in Afrika und Asien Millionen Menschen den Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen. Besonders in Südostasien, Afrika und Südasien zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab.
Philippinen: Regulierung zwingt Banken zu radikalen Gebührensenkungen
Auf den Philippinen haben große Finanzinstitute die Überweisungsgebühren drastisch reduziert oder ganz abgeschafft. Auslöser ist die BSP Circular 1238 der philippinischen Zentralbank, die seit dem 4. Juli 2026 eine kostenbasierte Preisgestaltung für Person-zu-Person-Transfers vorschreibt.
Bereits Anfang Juli hatte die BPI ihre Gebühren für bestimmte digitale Überweisungen gestrichen. Die RCBC folgte mit 30 kostenlosen Transfers pro Monat für Nutzer ihrer Pulz-App. Die E-Wallet-Anbieter GCash und Maya senkten ihre Gebühren auf jeweils zehn Pesos pro Überweisung.
Am heutigen Dienstag zogen LandBank und UnionBank nach: Beide Institute schafften die Gebühren für Privatüberweisungen komplett ab. LandBank weitete die Regelung auf Zahlungen an Behörden und Händler über den nationalen QR-Standard QRPh aus.
Die Zentralbank hatte zuvor ermittelt, dass die tatsächlichen Kosten einer Überweisung zwischen verschiedenen Instituten bei umgerechnet rund 1,50 Pesos liegen. 2024 wurden bereits 57,4 Prozent aller Transaktionen im Land digital abgewickelt.
Visa erobert elf neue Märkte – Afrika im Fokus
Der Zahlungsdienstleister Visa hat seinen Dienst Visa Pay am 6. Juli in elf neuen Ländern eingeführt. Über ein Software-Entwicklungskit können lokale Banken und Fintechs die Zahlungsplattform direkt in ihre Apps integrieren.
Zu den neuen Märkten zählen Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Sudan und Mauritius sowie mehrere weitere afrikanische Staaten. Auch Afghanistan ist Teil der Expansion.
Bemerkenswert: Kenia wurde bewusst ausgenommen. Der dortige Markt wird bereits durch die etablierte M-Pesa GlobalPay Visa-Karte bedient, die im Geschäftsjahr bis März 2026 rund 316.500 aktive Nutzer zählte und Transaktionen im Wert von umgerechnet rund 12 Milliarden Kenia-Schilling abwickelte.
Google Pay und Echtzeit-Zahlungen in Südasien
Wer die Visa-Expansion in elf afrikanische Märkte für sein Unternehmen nutzen will, findet in diesem Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von der Markteintritts-Checkliste bis zur SDK-Integration. Jetzt kostenlosen Report anfordern
In Sri Lanka hat die Seylan Bank am 6. Juli ihr gesamtes Kredit- und Debitkartenportfolio mit Google Pay verknüpft. Der Dienst nutzt Tokenisierung für mehr Sicherheit und steht Android-Nutzern für Visa- und Mastercard-Karten zur Verfügung.
Am selben Tag brachte die Sampath Bank eine Echtzeit-Zahlungslösung in US-Dollar auf den Markt – ein Novum im Finanzsektor des Landes. Die Lösung richtet sich speziell an Nutzer der Hafenbehörde Sri Lankas.
PayPal-Integration für Indonesien und Ostafrika
Ein wichtiger Schritt für Freiberufler und Kleinunternehmen: Der indonesische Anbieter Saldopay ermöglicht seit heute das Abheben von PayPal-Guthaben auf lokale Wallets wie DANA, OVO und GoPay. Die Umrechnung in Rupiah erfolgt in Minuten, unterstützt werden Transaktionen unter zehn US-Dollar.
In Tansania hatte Vodacom M-Pesa bereits Anfang des Jahres eine Partnerschaft mit PayPal formalisiert. Über eine spezielle App können Unternehmer und Gig-Worker nun Geld zwischen ihren M-Pesa-Wallets und PayPal-Konten bewegen.
Digitale Identitäten: Google Wallet als Ausweis
Ein weiterer Meilenstein: Authologic hat am 6. Juli die Google Wallet-Funktionen in seine OmniID-Plattform integriert. Unternehmen in den USA, Großbritannien und Singapur können damit mobile Führerscheine und digitale Ausweise zur Identitätsprüfung und Geldwäschebekämpfung akzeptieren.
Hintergrund ist die eIDAS 2.0-Verordnung der EU, die alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis Dezember 2026 digitale Geldbörsen bereitzustellen.
Kryptowährungen und Stablecoins auf dem Vormarsch
Fintechs, die unter hohen Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen leiden, brauchen jetzt einen klaren Fahrplan für die Visa-Pay-Integration – bevor etablierte Anbieter die neuen Märkte dominieren. Dieser Leitfaden liefert Kostenvergleiche und regulatorische Tipps. Kostenvergleich und Leitfaden sichern
Auch die Integration digitaler Währungen schreitet voran. Die russische Sberbank hat Pläne für den Start einer Kryptowährungs-Wallet und eines digitalen Depots bis Dezember 2026 angekündigt. Hintergrund ist ein nationales Gesetz zu digitalen Rechten, das am 1. September 2026 in Kraft tritt. Nicht-qualifizierte Anleger sollen dann eine jährliche Investitionsgrenze von umgerechnet rund 300.000 Rubel erhalten.
Auf den Philippinen ermöglicht Coins.ph seit dem Frühjahr Stablecoin-Zahlungen über den nationalen QRPh-Standard. Die Plattform unterstützt USDT und USDC – Zahlungen sind an rund 700.000 Händlerstandorten möglich. Allein im Dezember 2025 wurden über den Standard Transaktionen im Wert von fast 30 Milliarden Pesos abgewickelt.
