Visier-Umfrage: 47 Prozent der US-Beschäftigten übertreiben ihre KI-Kenntnisse
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um die eigene berufliche Position abzusichern, greift ein beachtlicher Teil der Angestellten zu Übertreibungen bei den eigenen Fähigkeiten im Bereich künstlicher Intelligenz. Wie aktuelle Berichte über eine Umfrage des Analyseunternehmens Visier unter US-Beschäftigten zeigen, gibt fast die Hälfte der Arbeitnehmer an, das tatsächliche Ausmaß der eigenen KI-Nutzung oder das fachliche Wissen im Berufsalltag größer darzustellen, als es ist.
In der Visier-Erhebung räumten 47 Prozent der befragten US-Beschäftigten ein, Kenntnisse oder den tatsächlichen Einsatz von KI-Werkzeugen gegenüber Kollegen oder Führungskräften bereits übertrieben zu haben. In einer detaillierteren Betrachtung gaben 48 Prozent zu Protokoll, dies manchmal oder meistens zu tun.
Gleichzeitig empfinden 45 Prozent der Beschäftigten einen spürbaren Druck, entsprechende Werkzeuge im Alltag zu verwenden, obwohl ihnen das nötige Fachwissen fehlt. Für die Mehrheit hat die neue Technik bereits handfeste Konsequenzen: 54 Prozent gaben an, dass KI ihre jeweilige Rolle in den vergangenen zwei Jahren deutlich verändert habe.
Strategielücke und mangelnde Unterstützung
Der Drang zur Selbstdarstellung trifft auf erhebliche Unsicherheiten in den Führungsetagen. Laut Visier vertreten lediglich 28 Prozent der Beschäftigten die Ansicht, dass leitende Angestellte vollständig verstehen, wie die Mitarbeiter KI tatsächlich anwenden.
Rund 59 Prozent blicken skeptisch auf die KI-Pläne ihres Arbeitgebers oder sind sich diesbezüglich unsicher. Konkret erklärten 32 Prozent, dass im Unternehmen kein klarer Plan für den Technologieeinsatz existiere, während 27 Prozent nicht einmal wissen, ob überhaupt eine strategische Vorgabe besteht.
Wer die Einführung von KI-Systemen im Unternehmen rechtssicher und strukturiert begleiten möchte, benötigt einen klaren Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act erklärt Ihnen kompakt alle relevanten Fristen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Zudem bemängelt die Belegschaft eine unzureichende Vorbereitung durch den Betrieb. Lediglich 21 Prozent stimmen der Aussage stark zu, dass ihr Arbeitgeber genügend Schulungen und Betreuung für den Umgang mit KI-Systemen bereitstellt.
Entsprechend deutlich fallen die Wünsche der Mitarbeiter aus: Rund 32 Prozent verlangen gezielte Weiterbildungen, 31 Prozent pochen auf mehr Transparenz und 24 Prozent wünschen sich klarere Karrierechancen. Rund 18 Prozent fordern zudem eine verbesserte Kommunikation über die konkreten Auswirkungen von KI auf die Belegschaft.
Als größte Sorge nannten 24 Prozent der Befragten den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Dass solche Ängste nicht unbegründet sind, belegen Erhebungen der Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas, wonach KI im Juni einen wesentlichen Grund für Stellenstreichungen darstellte.
Um den Anschluss an technologische Entwicklungen nicht zu verlieren und das Team gezielt weiterzuentwickeln, sind praxistaugliche Upskilling-Strategien für Führungskräfte unerlässlich. Dieser kostenlose Praxisleitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Entwicklungspotenziale erkennen und echte Leistungsanreize für Ihre Mitarbeiter schaffen. Kostenlosen Leitfaden zur Mitarbeiterentwicklung herunterladen
Produktivitätsschub bei regelmäßiger Nutzung
Trotz der bestehenden Hürden sehen Beschäftigte durchaus praktische Vorteile in der Technologie. Eine Gallup-Untersuchung, die von Januar bis März in Zusammenarbeit mit Jobs for the Future sowie dem Families & Workers Fund durchgeführt wurde, veranschaulicht diesen Effekt bei US-Beschäftigten.
Demnach berichten 63 Prozent der Befragten, Aufgaben dank KI schneller bewältigen zu können. Weitere 56 Prozent gelangen zu kreativeren Lösungen, und 46 Prozent heben eine qualitativ hochwertigere Arbeit hervor.
Besonders deutlich fallen diese Zuwächse bei Personen aus, die regelmäßig mit der Technologie arbeiten. Laut der Gallup-Studie gaben 79 Prozent der täglichen oder wöchentlichen Anwender an, Aufgaben schneller zu erledigen, verglichen mit lediglich 38 Prozent bei den übrigen Beschäftigten. Bei der Qualitätssicherung sahen 59 Prozent der regelmäßigen Nutzer eine Steigerung, während dies in der Vergleichsgruppe nur 26 Prozent berichteten.

