visionOS 27: Siri AI funktioniert in Beta kaum – finale Version im Herbst
13.06.2026 - 07:24:27 | boerse-global.de
Apple hatte die neue Betriebssystemversion am 8. Juni auf seiner Entwicklerkonferenz vorgestellt. Nun können Programmierer die Beta testen. Das Update bringt zwar zahlreiche Verbesserungen für die Benutzeroberfläche und erweitert die Hardware-Unterstützung. Doch frühe Berichte zeigen erhebliche Probleme mit der zentralen Neuerung: dem KI-gestützten Sprachassistenten.
Siri AI: Versprochen, aber nicht lieferbar
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Das Herzstück von visionOS 27 ist die Integration von Siri AI, angetrieben durch Apples eigene Foundation Models und visuelle Intelligenz. Das System soll es Nutzern ermöglichen, per Blicksteuerung Fragen zu Objekten im Sichtfeld zu stellen. In der aktuellen Beta 1, die seit dem 8. Juni verfügbar ist, funktionieren diese Funktionen jedoch kaum oder gar nicht.
Die neue Siri-Oberfläche erscheint als dreidimensionale Kugel. Analyst Bob O'Donnell von TECHnalysis Research weist auf die enorme Komplexität hin, die hinter der langjährigen Versprechung eines vollwertigen digitalen Assistenten steckt. Apples Aktienkurs gab nach der Keynote um 1,9 Prozent nach.
Die finale Version ist für Herbst 2026 angekündigt, eine öffentliche Beta soll im Juli folgen. Bereits jetzt gibt es Diskussionen über Datenschutz und regionale Verfügbarkeit. Während einige Berichte darauf hindeuten, dass Siri AI in der Europäischen Union zum Start verfügbar sein wird, könnten andere internationale Märkte – darunter China – Verzögerungen erleben.
Neue Oberfläche und schnellere Verbindungen
Abseits der KI-Funktionen bringt visionOS 27 mehrere Verbesserungen für die Nutzererfahrung. Dazu gehören eine Ultra-Wide-Ansicht im Safari-Browser mit gebogenen Anwendungsfenstern und eine neue Karussell-Ansicht für Tabs. Panoramafotos lassen sich in immersive räumliche Szenen umwandeln. Das Kontrollzentrum wurde neu gestaltet: Es besteht nun aus drei Bereichen für Audio und Benachrichtigungen, Werkzeuge sowie Umgebungssteuerung.
Apple verspricht zudem bis zu dreimal schnellere WLAN-Initialisierung und Verbindungsgeschwindigkeiten. Neu ist auch ein dediziertes Widget für den Mac Virtual Display sowie eine immersive Umgebung, die auf der isländischen Region Thorsmork basiert – inklusive dynamischem Tag-Nacht-Zyklus.
Das Entwickler-Problem bleibt bestehen
Eine der größten Herausforderungen für die Vision Pro ist die geringe Zahl nativer Anwendungen. Beobachtungen zufolge erreicht den App Store für Vision Pro etwa eine neue App pro Tag. Zum Vergleich: Im iPhone-Ökosystem sind es rund 1.000 Einreichungen pro Stunde.
visionOS 27 hat das Fehlen nativer iPad-App-Konvertierungen bislang nicht behoben – viele hatten darauf gehofft, die App-Bibliothek des Headsets zu erweitern. Stattdessen kommt das Wachstum vor allem aus dem Unternehmenssektor. Mehr als 50 Fortune-100-Unternehmen – darunter Kia, Roche und Foxconn – nutzen die Vision Pro bereits für professionelle Anwendungen.
Hardware unter Volllast: Hitze und Drosselung
Technische Tests zeigen, dass die Vision Pro unter aktuellen Softwarebedingungen hohe Anforderungen stellt. Die beiden Micro-OLED-Displays bieten eine Auflösung von 2360x2160 Pixeln pro Auge bei einer Pixeldichte von über 3660 PPI. Bei rechenintensiven Aufgaben kann das Gerät Temperaturen von bis zu 48,3 Grad Celsius erreichen. Überschreitet die Raumtemperatur 30 Grad, drosselt Apple die GPU auf 72 Prozent Leistung.
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Um professionelle Anwendungen zu unterstützen, führt visionOS 27 ein natives Foveated Streaming Framework ein. Es nutzt Eye-Tracking-Daten, um hochauflösende Inhalte nur im direkten Blickfeld des Nutzers zu streamen – das senkt die Bandbreitenanforderungen erheblich.
Öffnung für Drittanbieter-Hardware
Apple öffnet die Plattform zudem für Hardware von Drittanbietern. Partnerschaften mit Unternehmen wie DFRobot und MIKROE zielen auf Referenzhardware für Bewegungscontroller und getrackte Zubehörteile ab. Die Vision Pro unterstützt künftig Infrarot-LED- und IMU-basierte Peripheriegeräte mit Tracking-Frequenzen von bis zu 120 Hertz. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten für VR-Spiele und spezialisierte industrielle Aufgaben, die mehr als die standardmäßige Gestensteuerung erfordern.
