Vitamin, B12

Vitamin B12: Niedrige Werte stehen mit 33 Prozent mehr Demenzrisiko in Verbindung

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Langzeitdaten verbinden niedrige B12-Werte mit mehr DemenzfĂ€llen; NahrungsergĂ€nzung zeigte in Studien keinen ĂŒberzeugenden Schutz.
Ein minimalistischer Holztisch mit einer Keramikschale und einer Wasserkaraffe bei sanftem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 steht in engem Zusammenhang mit kognitiven EinschrĂ€nkungen im Alter. Dies verdeutlicht eine im Fachjournal Frontiers in Nutrition veröffentlichte Untersuchung von Forschern der Tufts University im US-Bundesstaat Massachusetts. Anhand von Langzeitdaten analysierte das Team, welche Folgen niedrige MikronĂ€hrstoffwerte fĂŒr das Gehirn haben können.

Deutlich erhöhtes relatives Risiko in Langzeitbeobachtung

FĂŒr die Untersuchung der Tufts University wurden jeweils 129.159 Menschen mit niedrigen und mit normalen Vitamin-B12-Werten ĂŒber einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren verglichen. Bei Personen mit niedrigen Werten zeigte sich ein um 33 Prozent höheres relatives Demenzrisiko.

Lag ein ausgeprÀgter Mangel vor, stieg das relative Risiko sogar um 64 Prozent. Die Autoren ordnen die Arbeit als Beobachtungsstudie ein, weshalb die Daten keinen kausalen Nachweis liefern, sondern eine statistische Assoziation abbilden.

ErgĂ€nzende Auswertungen im selben Fachjournal an ĂŒber 250.000 Erwachsenen ab 50 Jahren stĂŒtzen diesen Befund: Bei niedrigen B12-Werten wurde bei 2,93 Prozent eine Demenz diagnostiziert, was ebenfalls einem um etwa 33 Prozent höheren Risiko entsprach. Laut der Tufts University kann ein Mangel an B-Vitaminen generell das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz erhöhen.

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EingeschrÀnkte Aufnahme und strukturelle HirnverÀnderungen

Besonders Ă€ltere Menschen sind hĂ€ufig von einer Unterversorgung betroffen. Nach Angaben der Forscher der Tufts University kann bei den ĂŒber 75-JĂ€hrigen jeder Zweite das Vitamin aus der Nahrung nur noch eingeschrĂ€nkt aufnehmen, was meist auf eine verĂ€nderte Magenschleimhaut zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Die physiologischen Folgen waren bereits Gegenstand frĂŒherer wissenschaftlicher Arbeiten:
- Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 mit 231 Ă€lteren Probanden wies ZusammenhĂ€nge zwischen niedrigen bioverfĂŒgbaren B12-Werten, verlangsamter Informationsverarbeitung und AuffĂ€lligkeiten in Gehirnaufnahmen nach.
- Eine weitere Studie aus demselben Jahr mit 567 Teilnehmern assoziierte einen B12-Mangel mit einem messbar geringeren Hippocampusvolumen.
- Zudem verknĂŒpfte eine Erhebung aus dem Jahr 2021 mit 929 Personen ĂŒber 60 Jahren höhere Homocysteinwerte mit einem etwa 9 Prozent höheren Demenzrisiko und einem 12 Prozent höheren Alzheimerrisiko.

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Differenzierte Befunde zu NahrungsergÀnzungsmitteln

Trotz der deutlichen RisikozusammenhĂ€nge fĂŒhrt eine pauschale Zufuhr von PrĂ€paraten nicht zwangslĂ€ufig zu einer Umkehr der Effekte. Eine im Jahr 2025 in Nutrition Reviews veröffentlichte Metaanalyse von 17 randomisierten Studien mit 5275 Teilnehmern ergab lediglich einen sehr kleinen positiven Effekt von B-Vitaminen auf die allgemeine geistige LeistungsfĂ€higkeit, jedoch keinen ĂŒberzeugenden Schutz vor Demenzerkrankungen.

Fachleute weisen zudem darauf hin, dass sich ein Vitamin-B12-Mangel schleichend entwickelt und bis zu zwei Jahre unbemerkt bleiben kann. Zu den bekannten Risikogruppen zĂ€hlen neben Ă€lteren Menschen und Veganern auch Personen mit chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie sowie Patienten, die regelmĂ€ĂŸig Medikamente wie SĂ€ureblocker oder Metformin einnehmen.

Da Symptome wie Erschöpfung, ImmunschwĂ€che oder Konzentrationsprobleme subklinisch auch bei anderen NĂ€hrstoffdefiziten auftreten, raten Experten vor einer Supplementierung zu prĂ€zisen Laboruntersuchungen ĂŒber Blutwerte und Funktionsassays.

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