Vitamin-B12-Test: Fluoreszierende Papierstreifen messen den Gehalt in Lebensmitteln
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Berichte beschreiben neuartige fluoreszierende Papierstreifen, mit denen sich der Gehalt an Vitamin B12 in Lebensmitteln kĂŒnftig deutlich unkomplizierter bestimmen lĂ€sst.
Herkömmliche Analysemethoden wie die HochleistungsflĂŒssigkeitschromatographie erfordern oft aufwendige Laborstrukturen und geschultes Personal. Die Neuentwicklung setzt hingegen auf eine mobile Testmethode, die speziell fĂŒr den tragbaren Einsatz konzipiert wurde.
Nanomaterialien als Basis fĂŒr tragbare Sensorik
Grundlage der Methodik ist eine im Fachjournal Biomedical Analysis (DOI: 10.1016/j.bioana.2026.08.003) aus dem Jahr 2026 vorgestellte Arbeit. Das Forschungsteam nutzt mit Bor und Stickstoff dotierte Carbon Dots, sogenannte B,N-CDs, um den Nachweis des Vitamins in Nahrungsmitteln zu fĂŒhren.
Das sensorische System weist dabei prĂ€zise optische Eigenschaften auf. Unter einer AnregungswellenlĂ€nge von 390 nm liegt das Emissionsmaximum der Carbon Dots bei 475 nm, wĂ€hrend die Quantenausbeute 18,15% betrĂ€gt. Bei der fluoreszenzbasierten Messung im flĂŒssigen Medium besteht eine LinearitĂ€t in einem Konzentrationsbereich von 0â100 ?M. Die Nachweisgrenze wird in der Untersuchung mit 0,02 ?M beziffert.
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Ergebnisse im WattestÀbchen- und Papierformat
Um den Ansatz alltagstauglich und ortsunabhĂ€ngig zu gestalten, wurde die Sensorik auf feste TrĂ€ger ĂŒbertragen. FĂŒr die praktische Probenahme und optische Auslesung entwickelten die Forschenden TrĂ€gerstreifen auf Papierbasis sowie ein an WattestĂ€bchen angelehntes Format.
Die Papierstreifen decken eine lineare Beziehung im Bereich von 0â80 ?M ab, mit einem BestimmtheitsmaĂ von RÂČ=0,9927. Zudem erweist sich das TrĂ€germaterial als lagerfĂ€hig: Die Haltbarkeit der Papierstreifen betrĂ€gt mindestens 20 Tage.
Die ZuverlĂ€ssigkeit der Methode wurde anhand realer Lebensmittelproben erprobt. In Versuchsreihen mit Eigelb und Ziegenleberpulver erreichten die Messungen Wiederfindungsraten zwischen 97,09â101,22%. Zudem stimmten die Resultate mit den Kontrollwerten der etablierten HPLC-Analytik ĂŒberein.
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Geplante Integration in mobile AuslesegerÀte
Nach den erfolgreichen Tests an biologischen Proben konzentrieren sich die nĂ€chsten Entwicklungsschritte auf die GerĂ€tedimensionierung. Vorgesehen ist die Kombination der Streifen mit einer batteriebetriebenen UV-LED fĂŒr die optische Anregung vor Ort sowie die Implementierung einer softwaregestĂŒtzten Smartphone-Bildanalyse zur automatisierten Auswertung der Farb- und FluoreszenzĂ€nderungen.
