Vitamin, Deutschen

Vitamin D: 57% der Deutschen unterschreiten empfohlene Werte

29.05.2026 - 21:23:35 | boerse-global.de

RKI-Studie zeigt: 57 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben zu niedrige Vitamin-D-Werte. Experten raten von pauschalen Supplementen ab.

Vitamin D: 57% der Deutschen unterschreiten empfohlene Werte - Foto: über boerse-global.de
Vitamin D: 57% der Deutschen unterschreiten empfohlene Werte - Foto: über boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem Frühjahr 2026. Eine anhaltende Lücke in der Nährstoffversorgung, die vor allem die Knochengesundheit betrifft.

Besonders Frauen ab 40 sollten hellhörig werden. Melanie Haffner-Luntzer von der Universität Ulm warnt: In den ersten zehn Jahren nach der Menopause kann die Knochendichte um bis zu 20 Prozent sinken. Die Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) empfehlen deshalb Krafttraining, Koordinationstraining – und ausreichend Calcium und Protein. Vitamin-D-Präparate? Erst nach einem Bluttest.

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Pauschale Supplemente? Eher nicht

Trotz der verbreiteten Unterversorgung: Eine pauschale Einnahme von Vitamin-D-Präparaten bringt offenbar wenig. Eine Meta-Analyse im British Medical Journal zeigt: Die Kombination aus Vitamin D und Kalzium senkt das Frakturrisiko für die Allgemeinbevölkerung nicht klinisch bedeutsam.

Die Forschung setzt stattdessen auf personalisierte Ansätze. Und auf spezifische Krankheitsbilder:

  • Diabetes: Die D2d-Studie deutet an, dass Vitamin D den Übergang von Prädiabetes zu Typ-2-Diabetes verzögern kann – abhängig von bestimmten Genvarianten.
  • Krebs: Das Vitamin-D-Analogon Paricalcitol, eigentlich für Nierenerkrankungen zugelassen, könnte laut einer Studie im Fachmagazin Nature Cancer das Bindegewebe um Bauchspeicheldrüsentumore lockern. Die Chemotherapie wirkt dann besser.
  • Gehirn: Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und geringerem Hirnvolumen sowie kognitiven Einschränkungen. Ein kausaler Beleg steht noch aus.

Magnesium: Öko-Test findet fast alle Präparate unnötig

Parallel zur Vitamin-D-Debatte gerät der Magnesium-Markt unter Druck. Die Juni-Ausgabe von Öko-Test bewertet 28 geprüfte Präparate als unnötig. Hauptkritik: systematische Überdosierung. Jedes zweite Produkt überschreitet die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von maximal 250 Milligramm pro Tag.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stellt klar: Bei ausgewogener Ernährung ist ein Magnesiummangel selten. Und die Annahme, Magnesium beuge Muskelkrämpfen vor? Dafür fehlt die wissenschaftliche Evidenz. Die Tester monieren zudem Zusatzstoffe wie Süßstoffe, Polysorbat 80 oder Talkum – sowie Mängel bei der Kennzeichnung.

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Chinas Vitamin-Monopol und der Boom der Fälschungen

Die Branche hat noch ein ganz anderes Problem: die Abhängigkeit von Importen aus China. 2023 kamen 71,3 Prozent der importierten Vitamine aus der Volksrepublik. 2025 waren es bereits 81,6 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Reiche reiste im Frühjahr nach Peking, um über eine Diversifizierung der Lieferketten zu verhandeln.

Der weil steigen die Risiken für Verbraucher rasant. Der deutsche Zoll beschlagnahmte 2025 Medikamentenfälschungen im Wert von über 2,3 Millionen Euro – 2023 waren es noch rund 545.000 Euro. Die Stückzahl sank, der Warenwert stieg. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) warnt vor unhygienischer Herstellung und toxischen Inhaltsstoffen. Die Fälschungen landen vor allem übers Internet bei den Kunden.

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