Vitamin, Bevölkerung

Vitamin D: 60% der Bevölkerung unterversorgt – Muskelschmerzen drohen

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 07:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

60 Prozent der Deutschen haben eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung. Besonders Senioren und chronisch Kranke sind gefährdet.

Vitamin-D-Mangel in Deutschland: Ursachen, Symptome und Risikogruppen
Eine Person mit Muskelschmerzen, die sich an den Arm fasst, mit angedeutetem Sonnenlicht im Hintergrund, das Vitamin D symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben jedoch einen klinischen Mangel. Besonders in den Wintermonaten produziert der Körper kaum eigenes Vitamin D.

Das Vitamin, chemisch gesehen eine Hormonvorstufe, reguliert den Calciumhaushalt und stärkt die Muskulatur. Ein Defizit zeigt sich oft zuerst durch Muskelschmerzen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) belegt die Unterversorgung: 60 Prozent der Bevölkerung haben eine unzureichende Versorgung.

Sonne allein reicht nicht

Die körpereigene Produktion erfolgt zu 80 bis 90 Prozent über die Haut durch UV-B-Strahlung. In Deutschland reicht die Sonnenintensität von Oktober bis März nicht für eine ausreichende Synthese. Aber auch im Sommer ist die Versorgung nicht für alle gesichert.

Wer viel in geschlossenen Räumen arbeitet, Sonnenschutz mit hohem LSF verwendet oder hautbedeckende Kleidung trägt, schränkt die Vitamin-D-Bildung massiv ein. Fachleute empfehlen fünf bis 25 Minuten Sonneneinstrahlung mehrmals pro Woche.

Symptome: Von Muskelschmerzen bis Knochenschäden

Ein chronischer Mangel zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Neben Erschöpfung und erhöhter Infektanfälligkeit leiden vor allem Muskeln und Knochen.

  • Muskulatur: Vitamin D beeinflusst direkt die Funktion der Muskelfasern. Ein Defizit fĂĽhrt zu Schmerzen und Schwäche.
  • Knochenbau: Bei Erwachsenen kann ein langfristiger Mangel eine Osteomalazie (Knochenerweichung) auslösen. Bei Kindern fĂĽhrt die Unterversorgung zur Rachitis mit Skelettverformungen wie O- oder X-Beinen.
  • Systemische Risiken: Fachleute diskutieren Zusammenhänge mit Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und bestimmten Krebserkrankungen.

Blutwerte unter 20 ng/ml gelten als Mangel, unter 10 ng/ml als schwerer Mangel.

Wer besonders gefährdet ist

Anzeige

60 Prozent der Deutschen haben eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung – das belegt die DGE. Besonders im Winter drohen Muskelschmerzen und Erschöpfung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie Ihren Status testen und sicher supplementieren. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Senioren tragen ein überdurchschnittliches Risiko: Die Haut verliert im Alter die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese. Auch Säuglinge, Menschen mit dunklerer Hautfarbe und Personen, die ihre Haut aus kulturellen oder religiösen Gründen bedecken, gehören zur Risikogruppe.

Bei chronisch Kranken zeigt sich ebenfalls eine Korrelation. Von den weltweit 170 Millionen Frauen mit PMOS (zuvor PCOS) sowie bei Diabetes-Patienten werden häufig Mikronährstoffmängel beobachtet. Über 60 Prozent der Typ-2-Diabetes-Patienten weisen einen Vitamin-D-Mangel auf.

Supplementierung: Erst testen, dann nehmen

Experten raten zu einer Blutanalyse vor der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Die Bestimmung des 25-Hydroxyvitamin-D-Werts gibt Aufschluss über den individuellen Bedarf.

Vorsicht ist jedoch geboten: Hochdosierte Präparate ohne Kontrolle können zu einer Überdosierung führen. Diese äußert sich durch Übelkeit und Erbrechen, im schlimmsten Fall drohen dauerhafte Nierenschäden.

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt aus Mai 2026 zeigt die Problematik bei Lifestyle-Produkten. Von 35 untersuchten Vitaminwässern überschritten 24 die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Höchstmengen.

Nicht jedes Mittel hilft

Anzeige

Chronische Muskelschmerzen ohne erkennbare Ursache? Oft steckt ein Vitamin-D-Mangel dahinter. Mit dem Selbsttest aus unserem Ratgeber finden Sie es heraus – und erhalten eine Checkliste mit den 5 wichtigsten Symptomen. Selbsttest und Checkliste jetzt sichern

Vitamin D lindert Muskelschmerzen bei nachgewiesenem Mangel. Bei anderen Beschwerden sind Nahrungsergänzungsmittel oft wirkungslos. Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt zeigte: Magnesium half bei Muskelkrämpfen nicht besser als ein Placebo. Die Ursache von Krämpfen ist häufig neurologisch.

Als Grundlage für die Gesundheit empfehlen Fachleute weiterhin eine Kombination aus ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und erholsamem Schlaf.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69741083 |