Vitamin-D-Mangel, Kohortenstudien

Vitamin-D-Mangel: Zwei Kohortenstudien zeigen mehr als doppelte Sterblichkeit

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 03:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Daten aus Israel, den USA und Großbritannien verbinden stark erniedrigte Vitamin-D-Werte mit höherer MortalitĂ€t und mehreren Erkrankungen.

Vitamin-D-Mangel: Studien verknĂŒpfen niedrige Werte mit höherer Sterblichkeit
Sonnenlicht, das durch ein dichtes BlÀtterdach in einen Wald fÀllt und Licht- und Schattenmuster auf dem Boden erzeugt. Illustration mit AI erstellt.

Zwei groß angelegte Kohortenstudien verdeutlichen den Zusammenhang zwischen einer schweren Unterversorgung mit Vitamin D, einer erhöhten GesamtmortalitĂ€t und dem Auftreten altersbedingter Erkrankungen. Umfangreiche epidemiologische DatensĂ€tze aus mehreren LĂ€ndern liefern detaillierte Einblicke in die statistischen Risiken, die mit sehr niedrigen Serumwerten einhergehen.

Befunde aus Israel und den Vereinigten Staaten

In einer im Fachjournal Aging Cell veröffentlichten Untersuchung wurde festgestellt, dass ein schwerer Vitamin-D-Mangel mit Werten von unter 10 ng/mL im Vergleich zu einer ausreichenden Versorgung von ĂŒber 30 ng/mL mit einem gesteigerten Risiko fĂŒr altersbedingte Erkrankungen sowie einem frĂŒheren Versterben verbunden ist.

Die Untersuchung stĂŒtzt sich unter anderem auf die israelische LHS-Kohorte, die Daten von 468.500 Erwachsenen aus dem Zeitraum zwischen 2009 und 2020 umfasst. Bei insgesamt 1,67 Millionen durchgefĂŒhrten 25(OH)D-Tests lag die bereinigte Hazard Ratio (aHR) fĂŒr die GesamtmortalitĂ€t bei 2,57 (95% CI 2,38–2,79).

ErgĂ€nzend wurden Daten des US-amerikanischen TriNetX-Netzwerks analysiert, bei denen 223.175 gematchte Paare mit einem Durchschnittsalter von rund 54 Jahren und einem Frauenanteil von 65 bis 67 Prozent ĂŒber einen Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 10 Jahren hinweg betrachtet wurden. In dieser Kohorte ergab sich eine Hazard Ratio von 1,59 (1,55–1,63).

Hinsichtlich einer Supplementierung zeigte sich, dass das Erreichen eines Äquivalents von mehr als 10 ng/mL mit einer reduzierten MortalitĂ€t einherging (HR 0,72; 0,68–0,76). Bei Personen ab 70 Jahren mit extrem niedrigen Werten von unter 5 ng/mL lag die Number Needed to Treat (NNT) bei rund 10.

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Erkenntnisse aus der UK-Biobank

Parallele Erkenntnisse liefert eine Auswertung der britischen UK-Biobank. Der entsprechende Preprint auf medRxiv wurde bislang noch keinem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Der Datensatz umfasst 412.020 Erwachsene sowie 31.197 erfasste TodesfÀlle.

Dabei zeigte sich, dass ein saisonal normalisierter 25(OH)D-Wert von unter 5 ng/mL im Vergleich zu Werten von mindestens 20 ng/mL mit einer MortalitĂ€ts-Hazard-Ratio von 2,03 (95% CI 1,90–2,18) assoziiert war.

Eine moderate Defizienz mit Werten zwischen 5 und 10 ng/mL ging mit einem um 34 Prozent erhöhten Risiko einher. Die 10-Jahres-MortalitÀt belief sich bei schwer defizienten Personen auf 9,7 Prozent, wÀhrend sie in der ausreichend versorgten Vergleichsgruppe bei 4,8 Prozent lag.

ZusÀtzlich wurden in der Biobank-Analyse Assoziationen zu spezifischen Diagnosen festgestellt. Neben der GesamtmortalitÀt zeigten sich ZusammenhÀnge mit Diabetes, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Demenz, diabetischer Retinopathie und Nierenversagen.

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FĂŒr Hautkrebs wurde hingegen eine inverse Assoziation beobachtet. Die Ergebnisse beider Studienreihen unterstreichen die klinische Relevanz einer frĂŒhzeitigen Erkennung ausgeprĂ€gter Defizite in der Bevölkerung.

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