Vitamin, Mikrogramm

Vitamin D: Mehr als 100 Mikrogramm tÀglich können die Nieren gefÀhrden

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DGE, BfR und BfS raten zu individueller Vorsorge statt pauschaler Supplementierung und warnen vor dauerhaft hohen Dosen.

Vitamin D im Herbst: Empfehlungen zu Sonne, ErnÀhrung und PrÀparaten
Herbstliche Waldlandschaft mit durch das BlÀtterdach einfallendem, diffusem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Mit sinkenden Temperaturen und weniger Sonnenstunden rĂŒckt jedes Jahr aufs Neue die Frage in den Fokus, wie der Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt bleibt. Medienberichte griffen die Thematik zuletzt auf, um ĂŒber Strategien zur Speicherbildung und offene Dosierungsfragen aufzuklĂ€ren.

Grundlage sind EinschĂ€tzungen der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE), des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung (BfR) sowie des Bundesamts fĂŒr Strahlenschutz (BfS).

Warum der Herbst kritisch wird

Nach Angaben der DGE reicht die Sonnenstrahlung in Deutschland ab Oktober meist nicht mehr aus, um eine ausreichende körpereigene Vitamin-D-Bildung zu ermöglichen. Der Grund liegt im flacheren Einfallswinkel der Sonne und der damit verbundenen geringeren UV-B-Strahlung.

Dennoch stellt die DGE laut einem Bericht vom 23. September 2026 klar, dass weniger UV-B im deutschen Winter nicht automatisch mit einem Mangel gleichzusetzen ist – der Körper legt in sonnenreicheren Monaten Speicher an, von denen er in der dunklen Jahreszeit zehrt.

Wie relevant Sonnenlicht grundsĂ€tzlich fĂŒr die Versorgung ist, zeigt eine EinschĂ€tzung des BfR: Bei ausreichender Bestrahlung deckt die körpereigene Bildung demnach 80 bis 90 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs. Über die Nahrung lĂ€sst sich der ĂŒbrige Anteil kaum vollstĂ€ndig ausgleichen, da nur wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen liefern.

Empfehlungen fĂŒr Sonnenexposition und ErnĂ€hrung

Das BfS empfiehlt je nach Jahreszeit und Hauttyp, zwei- bis dreimal pro Woche fĂŒr fĂŒnf bis 25 Minuten Gesicht, HĂ€nde und Arme der Sonne auszusetzen, um die körpereigene Bildung anzuregen. In den sonnenĂ€rmeren Monaten ist dieser Effekt jedoch begrenzt.

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ErgĂ€nzend rĂ€t die DGE zu ein bis zwei Portionen Fettfisch pro Woche, da dieser zu den wenigen nennenswerten natĂŒrlichen Vitamin-D-Quellen in der ErnĂ€hrung zĂ€hlt.

Wer von PrÀparaten profitieren kann

FĂŒr gesunde Erwachsene ist laut DGE eine pauschale Einnahme von Vitamin-D-PrĂ€paraten nicht grundsĂ€tzlich ratsam, wie einem Bericht vom 23. September 2026 zu entnehmen ist. Die Entscheidung fĂŒr ein PrĂ€parat hĂ€nge vielmehr vom individuellen Risiko und gegebenenfalls vom gemessenen Vitamin-D-Spiegel ab.

Als besonders gefĂ€hrdet fĂŒr eine unzureichende Versorgung gelten laut DGE Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten, Ă€ltere und weniger mobile Personen, Menschen mit dunkler Haut sowie SĂ€uglinge. FĂŒr Risikogruppen kann die DGE zufolge die Einnahme von PrĂ€paraten sinnvoll sein. Bei Babys ist die Gabe von Vitamin D zur Rachitisprophylaxe ohnehin etabliert.

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Besteht der Verdacht auf einen Mangel, sollte dieser laut DGE Àrztlich abgeklÀrt werden, statt vorschnell in Eigenregie hoch zu dosieren.

Grenzen der Selbstmedikation

Sowohl DGE als auch BfR weisen darauf hin, dass eine Überdosierung mit möglichen Nierenproblemen einhergehen kann, wenn dauerhaft mehr als 100 Mikrogramm Vitamin D pro Tag oral eingenommen werden. Diese Warnung unterstreicht, warum eine pauschale, unkontrollierte Einnahme hoher Dosen ohne Ă€rztliche RĂŒcksprache riskant sein kann – selbst wenn das Vitamin als vergleichsweise harmlos gilt.

Insgesamt zeichnet sich aus den Empfehlungen der Institutionen ein differenziertes Bild: Weder pauschale Sorge noch pauschale Supplementierung sind angezeigt. Vielmehr rĂŒcken individuelle Risikofaktoren, moderate Sonnenexposition in den verbleibenden hellen Stunden und eine bewusste ErnĂ€hrung mit Fettfisch in den Vordergrund, wĂ€hrend PrĂ€parate gezielt fĂŒr gefĂ€hrdete Gruppen und nach Ă€rztlicher AbklĂ€rung eine sinnvolle ErgĂ€nzung darstellen können.

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