Vitamin D: Nur mit Calcium sinkt Bruchrisiko um 16 Prozent
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Erst in Kombination mit Calcium zeigen sie messbare Effekte.
Das belegt eine aktuelle Metaanalyse im Fachmagazin BMJ. Die Forscher werteten Daten von über 150.000 Erwachsenen aus 69 Studien aus. Ergebnis: Vitamin D allein erreicht ein relatives Risiko von 1,00 – also keine Wirkung.
Anders sieht es bei der Kombination aus: Das Risiko für Hüftfrakturen sinkt um 16 Prozent, andere Knochenbrüche treten neun Prozent seltener auf.
Die richtige Vitamin-D-Form entscheidet mit
Die Wirksamkeit hängt auch von der Vitamin-Form ab. Eine Studie der Universität Surrey mit 335 Frauen zeigt: Vitamin D3 erhöht den Spiegel im Körper etwa doppelt so effektiv wie Vitamin D2. Der Grund: D3, das meist tierischen Ursprungs ist oder aus Flechten gewonnen wird, bindet besser an Transportmoleküle und wird langsamer ausgeschieden.
Forscher der IMC Krems identifizierten zudem einen konkreten Mechanismus: die sogenannte TLR10-Vitamin-D-Achse. Sie spielt eine relevante Rolle für die Knochenbildung.
Hohe Kosten durch Hüftfrakturen in Deutschland
Die Zahlen verdeutlichen die Relevanz: In Deutschland treten jährlich zwischen 130.000 und 160.000 Hüftfrakturen auf. Die Folgekosten pro Fall liegen bei mindestens 20.000 Euro, so Experten eines Frankfurter Fachzentrums für Osteoporose.
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Selbst eine geringe Risikosenkung auf Bevölkerungsebene um 0,3 Prozent würde jährliche Einsparungen zwischen 7,8 und 9,6 Millionen Euro bringen. Empfohlen wird die Supplementierung daher vor allem für Risikogruppen: Menschen mit geringer Knochendichte, unzureichender Calciumzufuhr oder minimaler Sonnenexposition sowie Bewohner von Pflegeeinrichtungen.
Krafttraining als zweite Säule
Neben der Ernährung spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Laut WHO-Daten stürzen jährlich etwa 30 Prozent der über 65-Jährigen. Kraft- und Gleichgewichtstraining zwei- bis dreimal pro Woche gilt als wirksame Sturzprophylaxe.
Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums vom 14. Juli 2026 belegt: Die WHO-Empfehlungen für muskelkräftigende Aktivitäten sind bereits mit 40 bis 60 Minuten pro Woche erfüllbar. Minimal-Dosis-Ansätze helfen, das Hindernis Zeitmangel zu überwinden. Sportmediziner betonen: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining ist die effektivste Methode gegen Sarkopenie, den altersbedingten Muskelschwund.
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Mikronährstoffmangel auch bei Diabetes
Das Thema betrifft auch andere Bereiche: Eine Metaanalyse zeigt, dass etwa 45 Prozent der Typ-2-Diabetes-Patienten einen Mikronährstoffmangel aufweisen. Vitamin D ist mit 60,5 Prozent besonders häufig betroffen. Ab 2028 ist in Deutschland ein bundesweites Pflicht-Screening bei Klinikaufnahmen vorgesehen.
In der Forschung werden neue Wege gesucht: Wissenschaftler untersuchen ein Peptid namens BRP, das in Tierversuchen den Hunger dämpfte und Gewichtsverlust ausschließlich im Fettgewebe bewirkte – ohne Muskelabbau. Eine Markteinführung wird in fünf bis zehn Jahren erwartet.
Vorsicht bei Werbeversprechen
Die Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln bleibt ein Thema. 2026 kritisierte eine Verbraucherorganisation ein bekanntes Mikronährstoffkonzentrat: Werbeaussagen zur Leistungssteigerung seien bei hohem Fruchtsaftkonzentrat-Anteil irreführend.
Für die Praxis gilt: Die Supplementierung sollte eng an den individuellen Bedarf und die Risikogruppe geknüpft sein.
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