Vitamin D: Nur zwei PrĂ€parate erhalten Note gut â Warnung vor Hochdosis
19.06.2026 - 03:22:48 | boerse-global.de
Die meisten sind zu hoch dosiert, warnt die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe (1/2026). Das Problem: Viele Verbraucher greifen ohne medizinische Notwendigkeit zu den Mitteln â und riskieren damit gesundheitliche Komplikationen.
Wer wirklich Vitamin D braucht
Die Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind bereits ausreichend mit Vitamin D versorgt. Eine generelle Supplementierung ist fĂŒr gesunde Menschen daher meist ĂŒberflĂŒssig.
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Fachleute empfehlen die Einnahme nur fĂŒr bestimmte Risikogruppen. Dazu zĂ€hlen Ă€ltere Menschen, Personen mit wenig Aufenthalt im Freien, Menschen mit dunklem Hauttyp sowie chronisch Kranke oder Adipositas-Patienten. Besonders zwischen Oktober und MĂ€rz kann eine zusĂ€tzliche Zufuhr fĂŒr diese Gruppen sinnvoll sein.
Was die Forschung wirklich sagt
GroĂe Studien stellen den Nutzen einer generellen Vitamin-D-Einnahme infrage. Die VITAL-Studie mit ĂŒber 25.000 Teilnehmern zeigte keinen signifikanten prĂ€ventiven Effekt auf Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die US-PrĂ€ventionsdienste (USPSTF) stufen ein allgemeines Screening fĂŒr gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren als unnötig ein.
Bei Atemwegsinfekten sieht die Datenlage anders aus: Eine tĂ€gliche Gabe von 1.000 I.E. kann das Risiko um 26 Prozent senken. Sogenannte Bolusgaben â also einmalige, sehr hohe Dosen â erwiesen sich dagegen als unwirksam. FĂŒr Kinder unter fĂŒnf Jahren zeigte ein Cochrane-Review vom April 2026 nur eine geringe Schutzwirkung, höhere Dosierungen brachten keinen Zusatznutzen.
Knochengesundheit: Die Kombination machtâs
Die Wirkung von Vitamin D auf KnochenbrĂŒche wird kontrovers diskutiert. Eine Metaanalyse von 69 randomisierten Studien mit rund 154.000 Erwachsenen ergab: Vitamin D allein senkt das Frakturrisiko nicht. Erst in Kombination mit Calcium zeigt sich ein Effekt.
Dr. Friederike Thomasius vom Frankfurter Hormon- und Osteoporosezentrum verweist auf eine kanadische Metaanalyse: Die Kombinationstherapie senkt das HĂŒftfrakturrisiko um 16 Prozent. Auf Bevölkerungsebene könnte das in Deutschland jĂ€hrlich 7,8 bis 9,6 Millionen Euro an Behandlungskosten sparen. Die Expertin empfiehlt die Kombination weiterhin explizit fĂŒr Risikopersonen.
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Vorsicht vor Hochdosis-PrÀparaten
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) spricht sich klar gegen eine generelle Supplementierung ohne medizinische Notwendigkeit aus. Der Grund: Zu hohe Dosen können zu HyperkalzĂ€mie und Nierenverkalkung fĂŒhren. Paradoxerweise erhöht eine monatliche Gabe von 100.000 I.E. sogar das Sturzrisiko.
Als verlĂ€sslichere MaĂnahme zum Schutz vor KnochenbrĂŒchen empfehlen Experten regelmĂ€Ăiges Kraft- und Gleichgewichtstraining. Das wirkt nachweislich â und ohne Nebenwirkungen.
