Vitamin, Bauchfett

Vitamin D und Bauchfett: Kombination erhöht Sterberisiko um 123%

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse relativieren den Einfluss von Milch auf die Knochengesundheit. Vitamin-D-Mangel und Adipositas erhöhen das Sterberisiko erheblich.

Milch und Knochen: Neue Studien zur NĂ€hrstoffversorgung und Gesundheitsrisiken
Eine Auswahl an pflanzlichen Calciumquellen wie GrĂŒnkohl, Brokkoli und NĂŒsse auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Analysen revidieren zunehmend die Bedeutung klassischer ErnĂ€hrungsgewohnheiten fĂŒr die menschliche Gesundheit. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2015 belegt, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milch und einem verringerten Frakturrisiko besteht.

WĂ€hrend Milch traditionell als essenziell fĂŒr die KnochenstabilitĂ€t galt, zeigen aktuelle ForschungsstĂ€nde, dass der menschliche Körper nicht zwingend auf Milch angewiesen ist, um die Knochengesundheit zu erhalten.

Revision der Bedeutung von Milch fĂŒr die Knochen

Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit verdeutlichen, dass Calcium fĂŒr den Skeletterhalt auch aus alternativen Quellen bezogen werden kann. Dazu zĂ€hlen unter anderem Mineralwasser, GrĂŒnkohl, Brokkoli und NĂŒsse. FĂŒr eine umfassende Knochengesundheit seien laut Fachberichten primĂ€r eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Eiweiß sowie regelmĂ€ĂŸige körperliche Bewegung maßgeblich.

In diesem Zusammenhang wird die Rolle von NahrungsergÀnzungsmitteln differenziert betrachtet. Eine Supplementierung mit Vitamin D gilt demnach nur bei einem klinisch nachgewiesenen Mangel als sinnvoll.

FĂŒr gesunde Erwachsene ohne Defizite bieten MultivitaminprĂ€parate laut Analysen keinen belegten Nutzen. Kritisch bewertet wurden zudem kommerzielle Diagnoseverfahren wie Haaranalysen zur Feststellung von UnvertrĂ€glichkeiten oder NĂ€hrstoffmĂ€ngeln.

Tests des Anbieters Medicross konnten in Untersuchungen weder Laktoseintoleranz noch Zöliakie zuverlÀssig erkennen; die Ergebnisse erwiesen sich als nicht reproduzierbar. Das Unternehmen deklariert diese Verfahren entsprechend als Wellness-Angebot und nicht as medizinische Diagnostik.

Korrelation zwischen Vitamin D, Adipositas und Sterblichkeit

Neuere Forschungsdaten rĂŒcken die weitreichenden Folgen eines Vitamin-D-Mangels in den Fokus. Eine im Jahr 2026 im Fachjournal Diabetes Obesity and Metabolism veröffentlichte Studie untersuchte ĂŒber einen Zeitraum von sechs Jahren 5520 Briten ab einem Alter von 50 Jahren.

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Die Forscher stellten fest, dass die Kombination aus abdominaler Adipositas – definiert durch einen Bauchumfang von ĂŒber 102 cm bei MĂ€nnern und ĂŒber 88 cm bei Frauen – und einem Vitamin-D-Mangel (unter 30 nmol/L) das Sterberisiko um 123 % (2,23-fach) im Vergleich zur Referenzgruppe erhöht.

Auch isolierte Faktoren steigern das Risiko signifikant: Eine Vitamin-D-Insuffizienz ohne Adipositas korreliert mit einem um 91 % höheren Sterberisiko, wĂ€hrend ein ausgeprĂ€gter Mangel ohne Adipositas zu einer Steigerung von 81 % fĂŒhrt. Adipositas ohne einen gleichzeitigen Vitamin-D-Mangel wurde mit einer Risikoerhöhung um 50 % assoziiert.

Internationale Regulierungen zur NĂ€hrstoffanreicherung

Aufgrund der hohen PrĂ€valenz von NĂ€hrstoffmĂ€ngeln setzen erste Staaten auf eine verpflichtende Anreicherung von Grundnahrungsmitteln. Chile hat als erstes Land in Lateinamerika eine Pflicht zur Anreicherung von Milch und Brot mit Vitamin D eingefĂŒhrt, um einem Mangel entgegenzuwirken, der SchĂ€tzungen zufolge 70 % der Bevölkerung betrifft.

Ähnliche Bestrebungen zeigen sich im Vereinigten Königreich. Ab Dezember 2026 wird dort Nicht-Vollkornmehl obligatorisch mit FolsĂ€ure (0,25 mg/100 g) angereichert. Ziel ist eine Reduktion von Neuralrohrdefekten um voraussichtlich 20 %, was etwa 200 FĂ€llen pro Jahr entspricht.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass Supplemente fĂŒr Frauen vor einer Schwangerschaft weiterhin wichtig bleiben, da derzeit nur eine von fĂŒnf Frauen in Großbritannien FolsĂ€ure prĂ€ventiv einnimmt.

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Bereits 2016 reagierte das Unternehmen Marks & Spencer auf Berichte ĂŒber eine niedrige Vitamin-D-Zufuhr und reicherte Brotprodukte mithilfe spezieller Hefe an. Dadurch stieg der Ballaststoffgehalt bei Weißbrot um 44 % auf 3,6 g/100 g und bei Burger Buns um 77 % auf 4,3 g/100 g.

Versorgungsdefizite und individuelle ErnÀhrungsstrategien

Die Bedeutung einer gezielten NÀhrstoffzufuhr wird auch durch Daten aus dem klinischen Bereich unterstrichen. Eine Analyse von Daten des Zeitraums 2017 bis 2024 ergab, dass rund 30 % der Krankenhauspatienten mangelernÀhrt sind, jedoch nur bei etwa 1,16 % bis 1,3 % eine entsprechende Diagnose gestellt wird.

Unbehandelte MangelernĂ€hrung fĂŒhrt statistisch zu einer deutlich höheren 90-Tage-Sterblichkeit (18,2 % gegenĂŒber 7,3 %) sowie zu signifikanten Mehrkosten von ĂŒber 4000 Euro pro Jahr und Patient.

Neben Vitamin D rĂŒcken weitere NĂ€hrstoffe in den Fokus der PrĂ€vention:
* Protein: Eine gesteigerte Proteinzufuhr erhöht die Chance auf ein gesundes Altern laut Studien um 38 %.
* Magnesium: Eine tÀgliche Zufuhr von 300 bis 600 mg wird empfohlen.

Eine Dosis von 10 bis 20 mmol (ca. 360 mg) kann den diastolischen Blutdruck um 10 mmHg senken.
* Cholin: Der essenzielle NĂ€hrstoff ist fĂŒr die Bildung von Acetylcholin wichtig. Die EFSA empfiehlt fĂŒr Erwachsene 400 mg pro Tag, wobei Eier (226 mg/100 g) und Sojabohnen (116 mg/100 g) als gute Quellen gelten.

Einer Yougov-Studie vom April 2026 zufolge streben 73 % der Deutschen eine langfristige Gesundheit an, wobei 75 % eine unkomplizierte Integration gesundheitsfördernder Maßnahmen in den Alltag fordern. Fast jeder zweite Befragte lehnt dabei strikte ErnĂ€hrungsregeln ab.

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