Vitamin D und Calcium: Metaanalyse widerlegt Bruch-Prävention im Alter
15.06.2026 - 21:11:24 | boerse-global.de
Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Metaanalyse.
Forscher des CIUSSS du Nord-de-l'Île-de-Montréal in Québec werteten 69 randomisierte kontrollierte Studien mit knapp 154.000 Teilnehmenden aus. Ihr Ziel: die Wirkung von Vitamin D, Calcium oder beidem auf die Knochengesundheit von Senioren zu prüfen.
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Keine signifikanten Unterschiede
Die Ergebnisse sind ernüchternd. Zwischen der Supplement-Gruppe und der Placebo-Gruppe fanden die Wissenschaftler keine signifikanten Unterschiede – weder bei Frakturen aller Art, Hüft- oder Wirbelbrüchen noch bei der Sturzrate.
Die Autoren ziehen einen klaren Schluss: Eine generelle Empfehlung zur Einnahme dieser Präparate zur Bruchprävention im Alter sei schlicht unnütz. Der beobachtete Einfluss auf das Sturzrisiko oder die Frakturrate blieb minimal oder blieb ganz aus.
Das stellt die gängige Praxis infrage, Senioren flächendeckend Vitamin D und Calcium zu verordnen – ohne konkrete medizinische Indikation.
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Differenzierung bleibt wichtig
Heißt das nun: Vitamin D und Calcium sind komplett überflüssig? Nicht ganz. Die Ergebnisse beziehen sich auf die allgemeine Prävention bei gesunden älteren Menschen.
Bei bereits diagnostizierten Knochenerkrankungen oder im Rahmen einer Osteoporose-Therapie könnte die Lage anders aussehen. Hier sei weitere Forschung nötig, betonen die Studienautoren. Für Patienten mit bestehenden Skeletterkrankungen könnten die Präparate weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Für die breite Masse der gesunden Senioren aber gilt: Nahrungsergänzung ohne medizinische Notwendigkeit bringt offenbar wenig.
