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Vitamin K2: Studie deutet auf langsamere Verkalkung der Herzkranzgefäße hin

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Nutzen von MK-7 für Gefäße und Knochen ist nicht abschließend belegt; der weltweite K2-Markt soll bis 2033 wachsen.

Vitamin K2: Studienlage bleibt uneinheitlich, Markt wächst deutlich
Ein minimalistisches Labor-Ambiente mit einem Glasgefäß auf einer weißen Marmoroberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Rolle von Vitamin K2 bei der Vorbeugung und Verlangsamung kardiovaskulärer Erkrankungen wird in der Forschung intensiv diskutiert. Im Zentrum des Interesses steht insbesondere Menachinon-7 (MK-7), dem gefäßschützende Eigenschaften zugeschrieben werden.

Während Daten aus der VitaK-CAC-Studie darauf hindeuten, dass MK-7 das Fortschreiten von Koronarkalk moderat bremsen kann, zeichnen andere wissenschaftliche Untersuchungen ein differenziertes und teils widersprüchliches Bild.

Heterogene Studienlage zu Gefäßverkalkung und Knochengesundheit

Neben Hinweisen auf eine moderate Verlangsamung der Koronarsklerose durch MK-7 existieren gegenteilige Ergebnisse. In der AVADEC-Studie mit 365 Männern, die ein Durchschnittsalter von 71 Jahren aufwiesen, konnte eine zweijährige Gabe von täglich 720 µg MK-7 in Kombination mit 25 µg Vitamin D weder die Verkalkung der Aortenklappe noch jene der Aorta oder der Herzkranzgefäße verlangsamen.

Eine Übersichtsarbeit über neun Studien kam ebenfalls zu dem Schluss, dass ein belegter Nutzen von Vitamin K2 gegen Gefäß- oder Herzklappenverkalkungen fehlt.

Frühere Beobachtungen hatten hingegen Hoffnungen auf präventive Effekte geweckt: In der Rotterdam-Beobachtungsstudie an 4.807 Erwachsenen war eine hohe Aufnahme von Menachinon mit einer um 57 Prozent niedrigeren koronaren Sterblichkeit assoziiert, was jedoch keinen Kausalitätsbeweis darstellt.

Positive Tendenzen zeigten sich zudem bei Gefäßfunktionen: Bei 244 postmenopausalen Frauen verbesserte die Gabe von 180 µg MK-7 pro Tag über einen Zeitraum von drei Jahren die arterielle Steifigkeit, insbesondere bei Probandinnen mit hoher Ausgangssteifigkeit.

Hinsichtlich des Knochenstoffwechsels aktiviert MK-7 zwar Osteocalcin, und die Effekte auf die Knochendichte gelten als ermutigend, eine Frakturprävention durch Nahrungsergänzungsmitteldosen ist jedoch nicht belegt. Zudem zeigten zwei hochwertige US-Studien keinen Nutzen für die Knochen.

Klinische Praxis, Ernährungsempfehlungen und Wechselwirkungen

In der kardiologischen Diagnostik kann die Ermittlung eines Koronarkalk-Scores als Entscheidungshilfe dienen, wenn der Einsatz von Statinen unklar ist.

Bei Herzklappenveränderungen sind Nahrungsergänzungsmittel jedoch kein etablierter therapeutischer Ansatz: Ein Arzt riet einer beschwerdefreien 79-jährigen Patientin mit mittelgradiger Mitralklappenverkalkung von der Einnahme von Vitamin K2 zur Behandlung oder Vorbeugung ab, da eine Mitralklappenringverkalkung häufig altersbedingt auftritt. Ein chirurgischer Klappenersatz wird erst bei mittelgradigen bis schweren Symptomen erwogen, da der Eingriff risikoreich ist.

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Ernährungsbehörden wie die französische ANSES empfehlen Erwachsenen eine Zufuhr von 950 bis 1.000 mg Calcium pro Tag sowie einen Referenzwert von 79 µg pro Tag für Vitamin K1, während keine gesonderte Referenz für Vitamin K2 definiert ist.

Die isolierte Zufuhr von Mineralstoffen bleibt Gegenstand von Debatten: Eine BMJ-Metaanalyse aus dem Jahr 2010 brachte eine supplementierung von mindestens 500 mg Calcium pro Tag mit einem um rund 30 Prozent höheren Herzinfarktrisiko in Verbindung, wenngleich dieser Befund umstritten ist.

Besondere Vorsicht gilt bei medikamentösen Wechselwirkungen: Bereits 50 µg MK-7 täglich können mit AVK-Antikoagulanzien interferieren. Bei Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, können starke Schwankungen der Vitamin-K-Zufuhr die Medikamentenwirkung beeinflussen, weshalb eine möglichst gleichmäßige Zufuhr empfohlen wird.

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Dynamisches Marktwachstum bei K2-Präparaten

Ungeachtet der wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärten Evidenz verzeichnet der Markt für entsprechende Präparate eine erhebliche Expansion.

Persistence Market Research schätzt das weltweite Marktvolumen für Vitamin K2 im Jahr 2026 auf 373,1 Millionen US-Dollar und prognostiziert für das Jahr 2033 einen Anstieg auf 1.093,3 Millionen US-Dollar, was einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,6 Prozent im Zeitraum von 2026 bis 2033 entspricht.

Die Region Asien-Pazifik bildet 2026 mit einem Anteil von 38 Prozent den Leitmarkt, während Europa die höchsten Wachstumsraten aufweist. MK-7 stellt dabei das führende Produktsegment dar, und Kapseln sowie Tabletten bleiben die dominierende Darreichungsform.

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