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Vitamin K2: Studie zeigt 21 Prozent langsamere Gefäßverkalkung

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Studien fanden eine langsamere Zunahme des Kalziumscores, aber keinen belegten Schutz vor Herzinfarkten oder Todesfällen.
Nahaufnahme einer menschlichen Arterie mit glatten Gefäßwänden und fließenden Blutkörperchen. Illustration mit AI erstellt.

Klinische Studien untersuchen verstärkt, ob die Gabe von Vitamin K2 die Ansammlung von Kalzium in den Arterien verlangsamen kann. Zwar zeigen einige Daten eine gebremste Zunahme der Gefäßverkalkung, ein konkreter Nutzen für die Vorbeugung von Herzinfarkten bleibt jedoch bislang unbestätigt.

Klinische Studien zur Gefäßverkalkung

In der im Fachjournal Circulation veröffentlichten DANCODE-Studie erhielten Probanden über einen Zeitraum von 2 Jahren täglich 720 µg Vitamin K2 kombiniert mit 25 µg Vitamin D3. Bei den Teilnehmenden der Vitamin-Gruppe stieg der Kalziumscore um 196 Punkte an, während in der Placebo-Gruppe ein Anstieg um 248 Punkte verzeichnet wurde. Dies entspricht einer um rund 21% geringeren Progression. Allerdings nahm der Kalziumscore in beiden Untersuchungsgruppen weiter zu.

Eine weitere Untersuchung, publiziert in JAMA Cardiology, begleitete 180 Personen mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit. Die Probanden nahmen über 2 Jahre täglich 360 µg Vitamin K2 in der Form MK-7 ein. Auch hier fiel der Anstieg des Kalziumscores langsamer aus als unter der Gabe eines Placebos.

Trotz dieser messbaren Effekte auf den Kalziumscore konnte keine der beiden Studien klinische Endpunkte positiv beeinflussen: Es zeigten sich weder weniger Herzinfarkte noch weniger kardiovaskuläre Todesfälle oder ein verbessertes Überleben der Patienten.

Biologischer Mechanismus und Evidenzlage

Auf biochemischer Ebene aktiviert Vitamin K2 das sogenannte Matrix-Gla-Protein (MGP). Dieses Protein besitzt die Eigenschaft, Kalziumablagerungen in den Gefäßwänden zu hemmen. Während Vitamin K1 als Haupttreiber der Blutgerinnung fungiert, steuert Vitamin K2 vor allem die Kalziumverteilung zugunsten der Knochen.

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Dennoch bleibt die klinische Gesamtevidenz hinsichtlich einer verringerten Gefäßverkalkung uneinheitlich. Zudem gibt es bislang keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass Vitamin K2 bestehende Plaques auflösen könnte.

Bezüglich der Zufuhr empfiehlt das US-amerikanische National Institutes of Health (NIH) für die gesamte Zufuhr von Vitamin K einen Richtwert von 120 µg pro Tag für Männer sowie 90 µg pro Tag für Frauen. Derselbe Wert von 90 µg pro Tag gilt für Schwangere und Stillende. Eine gesonderte Empfehlung speziell für Vitamin K2 existiert seitens der Behörde nicht.

Sicherheit und Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei gesunden Personen führt die Einnahme von Vitamin K2 nicht zur Bildung von Blutgerinnseln. Bereits in der Rotterdam-Studie wurde bei einer Aufnahme von K2 keine erhöhte Thromboserate festgestellt. Hinsichtlich der Formen weist MK-7 im Körper eine längere Halbwertszeit auf als MK-4.

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Bedeutende Risiken bestehen jedoch bei gleichzeitiger Medikation mit bestimmten Blutverdünnern. Vitamin K2 kann die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin abschwächen und den INR-Wert senken. Schon geringe Mengen von 10 bis 20 µg MK-7 können ausreichen, um den INR zu destabilisieren.

Direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) wie Eliquis oder Xarelto sind von dieser Wechselwirkung nicht betroffen. Fachleute empfehlen Patienten unter Warfarin-Therapie daher eine engmaschige INR-Kontrolle sowie eine strikt konstante Zufuhr von Vitamin K2, falls dieses eingenommen wird.

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