VK2735: Viking Therapeutics startet Phase-3-Programm für Adipositas-Tablette
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medikamentöse Behandlung von Übergewicht und Adipositas befindet sich im Wandel, da pharmazeutische Entwickler verstärkt auf orale Darreichungsformen setzen.
Im Zentrum dieser Entwicklung steht das Unternehmen Viking Therapeutics, das laut einem Bericht vom 14. Oktober 2026 ein orales Phase-3-Programm mit seinem Wirkstoffkandidaten VK2735 bei Patienten mit Adipositas aufnimmt. Tablettenbasierte Therapien gelten im Bereich des chronischen Gewichtsmanagements als wichtige Alternative zu bisher dominierenden Injektionspräparaten.
Klinische Fortschritte bei Viking Therapeutics und Biomea Fusion
Mit dem Beginn des oralen Phase-3-Programms für VK2735 überführt Viking Therapeutics seinen Kandidaten in die entscheidende Phase der klinischen Entwicklung. Parallel dazu liefern auch frühere Entwicklungsphasen anderer Unternehmen detaillierte Daten über orale Wirkstoffansätze.
So präsentierte Biomea Fusion laut einem Bericht vom 13. Oktober 2026 Ergebnisse einer Phase-1-Studie zum Wirkstoff BMF-650, einem oralen, niedermolekularen GLP-1-Rezeptor-Agonisten. In der vierwöchigen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Untersuchung an übergewichtigen und adipösen Erwachsenen wurden fünf Kohorten mit aufsteigender Dosierung untersucht.
In den ambulanten Kohorten 1 bis 4 lag die mittlere Gewichtsreduktion an Tag 29 zwischen 1,5 und 3,2 Prozent, verglichen mit 0,1 Prozent in der gepoolten Placebogruppe. Bei Dosierungen von mindestens 200 Milligramm einmal täglich betrug die Abnahme rund 0,97 Kilogramm pro Woche.
In der stationär geführten Kohorte 5, in der Teilnehmende eine Woche lang 200 Milligramm und anschließend drei Wochen lang 400 Milligramm erhielten, sank das Gewicht an Tag 29 um 6,1 Prozent beziehungsweise 6,2 Kilogramm, was etwa 1,55 Kilogramm pro Woche entsprach. Zwei Placebo-Patienten nahmen unter kontrollierten Bedingungen nur etwa 33 Prozent der bereitgestellten 2.100 Kilokalorien pro Tag zu sich.
Über alle fünf Verum-Kohorten hinweg, die 40 Teilnehmende umfassten, wurden alle behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse als mild bis moderat eingestuft. Schwere oder schwerwiegende Zwischenfälle traten nicht auf, zudem waren weder Dosisanpassungen noch Studienabbrüche erforderlich.
In der gesamten Verum-Gruppe lag die Rate für Übelkeit bei 17,5 Prozent, für Erbrechen bei 7,5 Prozent, für Obstipation bei 10 Prozent und für Diarrhö bei 5 Prozent. Für das primär auf Sicherheit und Verträglichkeit ausgelegte Programm sind laut Biomea Fusion weitere toxikologische Untersuchungen nötig, während das Unternehmen eine strategische Partnerschaft anstrebt.
Mit dem Start des oralen Phase-3-Programms für VK2735 rückt die Frage in den Vordergrund, wie belastbar die Datenlage oraler Adipositas-Kandidaten tatsächlich ist. Der Report ordnet Phase-1- und Phase-2-Ergebnisse mehrerer Entwickler ein und zeigt, welche Endpunkte für die Bewertung entscheidend sind. Kostenlose Pipeline-Analyse anfordern
Galenische Technologien und frühe Entwicklungsansätze
Neben völlig neuen Wirkstoffen untersuchen Pharmaunternehmen auch fortschrittliche Trägertechnologien, um bekannte Peptide oral verfügbar zu machen. Das schwedische Unternehmen Orexo berichtete laut einer Mitteilung vom 14. Oktober 2026 über erste präklinische In-vivo-Pharmakokinetik-Daten einer oralen Semaglutid-Tablette auf Basis seiner AmorphOX-Technologie.
Die getestete Leitformulierung erreichte vor einer weiteren Optimierung eine Bioverfügbarkeit, die mit einer bestehenden Referenz-Tablette vergleichbar war.
Orexo führte die Untersuchung mit wissenschaftlicher Beratung durch einen Industriepartner durch und strebt an, die Bioverfügbarkeit über andere erhältliche Alternativen hinaus zu steigern. Zudem soll die Plattform auch intranasale Verabreichungswege ermöglichen.
Einen weiteren Ansatz im oralen Segment verfolgt Pila Pharma. Laut einem Bericht vom 12. Oktober 2026 wurden im Sicherheitsteil der klinischen Studie PP-CT04 die ersten Probanden mit dem Wirkstoffkandidaten XEN-D0501 bei Adipositas dosiert.
Die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie über zwölf Wochen soll Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit analysieren. Der erste Teil umfasst acht Teilnehmende unter intensivierter Sicherheitsüberwachung, wobei die ersten beiden Probanden jeweils eine Dosis des Wirkstoffs beziehungsweise ein Placebo erhielten.
Alternative Wirkmechanismen im Fokus
Ergänzend zu GLP-1-basierten Therapien werden im Feld der Adipositasforschung alternative Signalwege evaluiert. Auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes in Mailand wurden laut einem Bericht vom 14. Oktober 2026 Studiendaten zum Amylin-Analogon Petrelintid vorgestellt.
Orale GLP-1-Kandidaten bergen erhebliche Bewertungsrisiken: kleine Kohorten, kurze Laufzeiten und uneinheitliche Endpunkte erschweren den Vergleich mit etablierten Injektionspräparaten. Diese Analyse liefert eine Checkliste, mit der Sie Studiendesigns und Zulassungswahrscheinlichkeiten systematisch prüfen. Bewertungs-Checkliste jetzt sichern
In der Phase-II-Studie ZUPREME-1 verzeichnete die Substanz bei übergewichtigen Erwachsenen eine Gewichtsreduktion von bis zu 10,7 Prozent. Dabei traten niedrige Raten gastrointestinal bedingter Therapieabbrüche auf, was die Diversifizierung der künftigen medikamentösen Behandlungsoptionen unterstreicht.
