Volkswagen, China

Volkswagen in China: Level-3-Tests auf echten Straßen in Hefei genehmigt

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Volkswagen Group China testet automatisiertes Fahren im realen Verkehr und entwickelt Plattformen sowie Elektronik für kommende Modelle.
Mehrspuriges Autobahnkreuz bei Dämmerung mit Lichtspuren fließenden Verkehrs auf einer modernen Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Am 28. Oktober 2026 erhielt Volkswagen Group China eine offizielle Genehmigung für Straßentests auf Level drei unter realen Verkehrsbedingungen in Hefei. Das Unternehmen begann unmittelbar mit Fahrtests und der Erfassung von Verkehrsdaten. Die Marktreife für hochautomatisiertes Fahren auf Level drei peilt der Automobilkonzern für das Jahr 2027 an.

Die Ankündigung der testlizenz erfolgte im Rahmen des ersten Tech Days von Volkswagen Group China in Hefei. Auch das Joint Venture Volkswagen (Anhui) Automotive mit dem chinesischen Partner JAC erhielt eine entsprechende Lizenz für Straßentests und nahm den Versuchsbetrieb auf.

Simulationsplattform GAIA 2.0 und eigene Chipentwicklung

Zur Vorbereitung der autonomen Fahrfunktionen setzt Volkswagen Group China auf die Simulationsumgebung GAIA 2.0. Diese simuliert täglich die Sicherheit fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme auf einer Strecke, die fünf Millionen Fahrkilometern entspricht. Die Berechnungen stützen sich auf bis zu 30 Millionen Videoclips realer Fahrszenarien.

Als Zielmarke für die Entwicklung von Level-3-Systemen strebt der Hersteller ein Volumen von zehn Millionen Kilometern an Trainingsdaten pro Tag an. Parallel arbeitet der Konzern an einem eigenen, für Level vier ausgelegten Prozessor mit der Bezeichnung C7H.

Plattformen und Elektronikarchitektur im Technologiepaket VEGA

Im Rahmen der Veranstaltung stellte Volkswagen Group China zudem den Technologiebaukasten VEGA vor. Dieser umfasst die Fahrzeugplattformen CMP und CSP, die von CARIAD China entwickelte Fahrzeugarchitektur CEA sowie das Assistenzsystem HS8. Die CEA-Architektur sieht Software-Aktualisierungen im Abstand von drei Monaten und ein Upgrade der Systemarchitektur alle zwei Jahre vor.

Im Jahr 2026 soll sie in fünf rein batterieelektrischen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, bevor sie 2027 auf Plug-in-Hybride und Verbrennungsmotoren ausgeweitet wird. Für 2027 ist zudem die Auslegung auf Level drei vorgesehen, während die Version CEA 3.0 für das Jahr 2029 auf Level vier abzielt.

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Innerhalb der nächsten 18 Monate plant Volkswagen Group China die Einführung von sechs neuen CMP-Modellen mit Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb. Diese verfügen über die CEA-Architektur, Fahrassistenz auf Level zwei plus und Over-the-Air-Updates, die innerhalb von 30 Minuten alle 100 Tage aufgespielt werden können.

Die CMP-Plattform ermöglicht eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern bei einem Energieverbrauch von etwa 11 Kilowattstunden pro 100 Kilometer nach dem chinesischen Testzyklus CLTC sowie Ladezeiten von 30 auf 80 Prozent in 25 Minuten.

Die größere CSP-Plattform bietet bei Elektrofahrzeugen über 800 Kilometer Reichweite bei weniger als 13 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, erreicht als Reichweitenverlängerer mehr als 1.500 Kilometer Gesamtreichweite und lädt dank einer Spannung von über 850 Volt in 13 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Das von CARIZON stammende Assistenzsystem HS8 auf Level zwei plus plus soll 2026 in sieben Fahrzeugmodellen für neue Energien eingeführt werden.

Fortschritte europäischer Hersteller bei Assistenz und Automatisierung

Auch in anderen Konzernsparten und bei europäischen Wettbewerbern schreiten automatisierte Systeme voran. Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigte am 22. Oktober 2026 in Berlin eine Langversion des ID. Buzz mit 26 Sensoren als Robotaxi-Plattform. Genehmigungen für den fahrerlosen Betrieb oder Produktionszeitpläne nannte das Unternehmen nicht; bestehende Pilotversuche mit Moia in Hamburg laufen parallel weiter.

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Volvo Cars vertiefte die seit 2017 bestehende Partnerschaft mit Nvidia und integriert Sensoren- und Rechnerarchitekturen für künftige Modellgenerationen, um stufenweise Systeme einzuführen, bei denen der Blick zeitweise von der Straße abgewendet werden kann.

BMW wiederum schloss kürzlich Praxistests für ein städtisches Level-2-System ab, das Vorfahrts- und Abbiegesituationen meistert. Die formale Typgenehmigung nach UN-Regelung 171 erwartet der Münchner Hersteller für Anfang 2027, gefolgt von einer schrittweisen Freischaltung kompatibler Fahrzeugmodelle über Software-Aktualisierungen.

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