USA, Europa

Trotz Kritik an X: EU-Spitzenvertreter nicht bei Mastodon

13.01.2026 - 19:33:11

Von der Leyen & Co. kritisieren X scharf, posten auf Elon Musks Plattform aber weiterhin politische Botschaften - nicht hingegen bei der deutschen Konkurrenz Mastodon. Eine Kommissarin Àndert das nun.

  • EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hatte X zuletzt deutlich kritisiert und auch mit Sanktionen gedroht. (Archivbild)  - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

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  • Die EU-Kommission ist trotz anhaltender Kritik an der US-Plattform weiterhin dort aktiv. (Symbolbild) - Foto: Alicia Windzio/dpa

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EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen hatte X zuletzt deutlich kritisiert und auch mit Sanktionen gedroht. (Archivbild)  - Foto: Virginia Mayo/AP/dpaDie EU-Kommission ist trotz anhaltender Kritik an der US-Plattform weiterhin dort aktiv. (Symbolbild) - Foto: Alicia Windzio/dpa

Trotz ihrer Kritik an Elon Musks Plattform X posten fast alle Spitzenvertreter der EU weiterhin dort und nicht bei der europĂ€ischen Konkurrenz. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und andere ranghohe Politiker haben nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur etwa weiterhin keinen offiziellen Account auf der Plattform der deutschen Firma Mastodon. Die fĂŒr die digitale UnabhĂ€ngigkeit der EU zustĂ€ndige VizeprĂ€sidentin, Henna Virkkunen, eröffnete dort am Abend erstmals ein offizielles Benutzerkonto, wie die EU-Kommission der dpa mitteilte. 

Virkkunen habe beschlossen, ihre PrĂ€senz in den sozialen Medien zu diversifizieren und europĂ€ische Unternehmen zu fördern, sagte ein Sprecher der Kommission. Er betonte, dass dieser Schritt schon lĂ€nger geplant gewesen sei. Zudem verwies der Sprecher auf ein bestehendes Benutzerkonto der EU-Kommission als Institution. TatsĂ€chlich postet die BrĂŒsseler Behörde dort regelmĂ€ĂŸig.

EU-Kommission neben X auch auf Bluesky vertreten 

Konten fĂŒr andere individuelle Mitglieder der Kommission scheinen hingegen zunĂ€chst nicht vorgesehen zu sein. Aus Kommissionskreisen hieß es, Mastodon eigne sich derzeit weniger fĂŒr politisches Engagement und sei eher fĂŒr einen tiefgreifenden Austausch ĂŒber politische und technische Themen. In ihrem ersten Post auf Mastodon kritisierte Virkkunen X und drohte dem US-Unternehmen weitere Sanktionsmaßnahmen an. Den gleichen Post hatte sie einen Tag zuvor auf X veröffentlicht. 

Wer auf Mastodon nach von der Leyen und anderen sucht, findet zwar Accounts. Ein Sprecher bestĂ€tigte aber, dass diese nicht offiziell seien und nicht von der EU-Kommission betrieben wĂŒrden. Auf der US-Plattform Bluesky sind die hochrangigen Politiker dagegen ebenfalls regelmĂ€ĂŸig aktiv. Die Plattform gilt als zuletzt aufstrebende Alternative zu X. Auf Bluesky, aber ebenfalls nicht auf Mastodon sind auch EU-ParlamentsprĂ€sidentin Roberta Metsola und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa vertreten. 

Deutlich mehr Nutzer auf X - EU rechtfertigt AktivitÀten 

Die Spitzenvertreter der EU posten regelmĂ€ĂŸig auf X. Die EU-Kommission rechtfertigte die eigenen AktivitĂ€ten in den vergangenen Tagen auch mit der Reichweite der Plattform: «NatĂŒrlich beobachten wir auch, wo unsere Zielgruppe selbst am aktivsten ist. Es ist wichtig fĂŒr uns, unsere Botschaften an unser Zielpublikum zu vermitteln», hieß es von der Behörde. Nach eigenen Angaben hat Mastodon derzeit etwa 750.000 monatliche Nutzer - bei X sind es dem US-Unternehmen zufolge 100 Millionen. 

X war in den vergangenen Tagen massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot Grok auffordern können, gepostete Bilder zu sexualisieren. Indonesien und Malaysia haben am Wochenende als erste LĂ€nder weltweit den Chatbot vorĂŒbergehend gesperrt. Die EU sowie die britischen Behörden ermitteln gegen das Unternehmen und behalten sich Sanktionen vor.

EU-Kommission verhÀngte im Dezember Millionenstrafe 

Erst Anfang Dezember hatte die EU gegen Musks Online-Plattform wegen TransparenzmÀngeln eine Strafe von 120 Millionen Euro verhÀngt. Der US-Firma könnten weitere Strafen drohen. So haben die europÀischen InternetwÀchter X ebenfalls seit Dezember 2023 im Visier, weil die Plattform im Verdacht steht, nicht genug gegen illegale Inhalte oder Desinformation zu tun.

Viele deutsche Organisationen und Behörden, darunter das Bundeskriminalamt, das Verteidigungsministerium sowie viele Hochschulen hatten sich in der Vergangenheit aufgrund der Entwicklungen von der Online-Plattform zurĂŒckgezogen.

@ dpa.de

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