Frauen, Menschen

Frauen erreichen gesundheitlichen Nutzen durch Sport

20.02.2024 - 02:08:11

Von Sport können Menschen gesundheitlich profitieren. Den maximalen Nutzen erreichen Frauen einer Studie zufolge wesentlich eher als MÀnner.

Frauen mĂŒssen deutlich weniger Sport treiben, um daraus den gleichen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen wie MĂ€nner. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-chinesische Studie mit mehr als 400.000 Personen ĂŒber den Zeitraum von 1997 bis 2019.

Eine maximale Senkung des Sterberisikos erreichten MĂ€nner darin, wenn sie rund 300 Minuten pro Woche sportliche Übungen machten. Frauen brauchten dafĂŒr nur 140 Minuten, wie die Gruppe um Martha Gulati vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) und Hongwei Ji von der Tsinghua UniversitĂ€t in Peking im Fachmagazin «Journal of the American College of Cardiology» («JACC») schreibt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

«Frauen bleiben hinter MĂ€nnern zurĂŒck, wenn es darum geht, sich sinnvoll zu bewegen», wird Gulati in einer Mitteilung ihrer Institution zitiert. Sie und ihre Kollegen wollten wissen, welche Auswirkungen Sport auf die Gesundheit hat und griffen dafĂŒr auf eine landesweite Datenbank zurĂŒck, den «National Health Interview Survey». Die daraus ausgewĂ€hlten 412.413 Erwachsenen, davon 55 Prozent Frauen, hatten im Rahmen der Erhebung per Fragebogen Auskunft ĂŒber Art und Umfang ihrer sportlichen AktivitĂ€t pro Woche gegeben. Im mehr als 20-jĂ€hrigen Untersuchungszeitraum starben knapp 40.000 Teilnehmende, darunter 11.670 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Forschenden ermittelten nun, in welchem Maße das Sterberisiko durch den Sport sank. RegelmĂ€ĂŸige sportliche BetĂ€tigung in der Freizeit senkte diese Gefahr bei MĂ€nnern demnach durchschnittlich um 15 Prozent, bei Frauen um 24 Prozent – jeweils im Vergleich zu Menschen, die keinen Sport trieben. 

Im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrug die Reduzierung durch Sport bei MĂ€nnern 14 Prozent, bei Frauen sogar 36 Prozent. Ähnlich groß war der Unterschied bei SportĂŒbungen, die die Muskeln stĂ€rken: RegelmĂ€ĂŸiges Krafttraining verringerte das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei MĂ€nnern um 11 Prozent, bei Frauen um 30 Prozent. 

Resultat keine Überraschung

Wenn MĂ€nner 110 Minuten pro Woche sehr intensiv trainierten, sank ihr Sterberisiko um 19 Prozent. Diesen Wert erreichten Frauen bereits nach 57 Minuten intensivem Training. «Das Schöne an dieser Studie ist, dass Frauen mehr aus jeder Minute mĂ€ĂŸiger bis intensiver AktivitĂ€t herausholen können als MĂ€nner», betont Gulati. Sie und ihr Team hoffen, dass die Studienergebnisse mehr Frauen dazu bringen, sich körperlich zu betĂ€tigen, da der zeitliche Aufwand fĂŒr einen positiven Gesundheitseffekt nicht sonderlich groß sei.

FĂŒr Kuno Hottenrott von der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg ist das Resultat keine Überraschung. «Ich plĂ€diere seit Langem dafĂŒr, die Sportempfehlungen in Gesundheitsleitlinien stĂ€rker nach Geschlecht und Alter zu differenzieren», betont der Sportwissenschaftler. Er hatte bereits 2008 eine Formel zur Berechnung der idealen Pulsfrequenz bei Ausdauersport entwickelt, die Unterschiede zwischen Frauen und MĂ€nnern berĂŒcksichtigte. Denn Frauen hĂ€tten im Durchschnitt eine deutlich geringere Muskelmasse, eine niedrigere Stoffwechselrate, geringere Körpermaße und ein geringeres Blutvolumen als MĂ€nner, erklĂ€rt Hottenrott.

@ dpa.de