Vorsorge-Umfrage: 29 Prozent verzichten wegen Terminproblemen auf Untersuchungen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Inanspruchnahme zahnĂ€rztlicher Kontroll- und Vorsorgetermine geht bei vielen Ă€lteren Menschen deutlich zurĂŒck, obwohl eine kontinuierliche Betreuung fĂŒr die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit unverzichtbar ist.
Berichte verweisen darauf, dass eine unzureichende Mundhygiene und ausbleibende Kontrollen im höheren Lebensalter nicht nur lokale Probleme wie Karies oder Parodontitis begĂŒnstigen, sondern auch das Risiko fĂŒr schwere systemische Folgeerkrankungen steigern können.
Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen
Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen die enge Verbindung zwischen orometrischen EntzĂŒndungen und internistischen Krankheitsbildern. Eine Analyse im American Journal of Cardiology legt dar, dass die tĂ€gliche Nutzung von Zahnseide vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schĂŒtzen und messbare EntzĂŒndungsmarker im Körper senken kann.
Dr. Souvik Sen fĂŒhrte auf einer Fachtagung der American Stroke Association an, dass regelmĂ€Ăige Zahnseidenanwendung zudem das Risiko fĂŒr bestimmte Schlaganfall-Arten, Vorhofflimmern sowie Demenz reduzieren könne.
Auch eine im Journal of Aging Research veröffentlichte Beobachtungsstudie bringt die tĂ€gliche Zahnseidennutzung mit einer höheren Lebenserwartung und einem geringeren Sterberisiko in Verbindung. Wie der KieferorthopĂ€de Dr. Kami Hoss in seinem Buch darstellt, reinigt das bloĂe ZĂ€hneputzen ohne ergĂ€nzende Hilfsmittel lediglich etwa 60 Prozent der gesamten ZahnflĂ€chen.
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Barrieren bei der Wahrnehmung von Kontrollterminen
Obwohl der Nutzen prĂ€ventiver MaĂnahmen weitgehend anerkannt ist, klafft zwischen Problembewusstsein und tatsĂ€chlichem Verhalten eine deutliche LĂŒcke.
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der IKK classic unter 1.004 gesetzlich Versicherten im Alter zwischen 35 und 75 Jahren ergab, dass 97 Prozent der Befragten Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen fĂŒr sinnvoll erachten. RegelmĂ€Ăig wahrgenommen werden Check-ups demnach jedoch lediglich von 67 Prozent der Frauen und 56 Prozent der MĂ€nner.
Als ein wesentliches Hindernis erweist sich dabei die Organisation: Rund 29 Prozent der Befragten gaben an, bereits aufgrund von Schwierigkeiten bei der Terminvergabe auf Untersuchungen verzichtet zu haben. Gleichzeitig erklĂ€rten 57 Prozent, dass finanzielle oder sachbezogene Bonusprogramme sie zumindest etwas stĂ€rker zur Teilnahme an VorsorgemaĂnahmen motivieren wĂŒrden.
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Konzepte fĂŒr die Pflege und immobile Senioren
Besondere Herausforderungen entstehen in der stationĂ€ren Altenpflege sowie bei kognitiven EinschrĂ€nkungen. Nach Angaben von Natasha Howard Murray von der Alzheimer's Society beansprucht allein die UnterstĂŒtzung von Demenzpatienten beim ZĂ€hneputzen rund 15 Minuten. Wenn der Weg in eine Praxis mobilitĂ€tsbedingt nicht mehr möglich ist, droht eine dauerhafte zahnmedizinische Unterversorgung.
Um dieser Entwicklung zu begegnen, setzen TrĂ€ger vermehrt auf aufsuchende Angebote. Die Ăsterreichische Gesundheitskasse (ĂGK) fĂŒhrte vom 21. April 2026 bis zum 21. Juli 2026 ein Pilotprojekt zur mobilen Zahnmedizin im Seniorenwohnheim Stadtwald St. Pölten durch, das positiv bewertet wurde.
Seit September 2026 erfolgt eine Ausweitung auf vier niederösterreichische Pflegeeinrichtungen: das Heim Stadtwald, das Pflege- und Betreuungszentrum Wilhelmsburg, das Caritas Haus St. Elisabeth Wagram sowie das PBZ Haus an der Traisen. Das zahnĂ€rztliche Team besucht die Einrichtungen einmal wöchentlich nach Voranmeldung, wĂ€hrend notwendige Reparaturen an Prothesen ĂŒber das Zahngesundheitszentrum St. Pölten innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden. Solche aufsuchenden Strukturen gelten als ein Modell, um Ă€lteren Menschen auch bei eingeschrĂ€nkter MobilitĂ€t eine adĂ€quate Vorsorge zu sichern.
