VPN-Sicherheit: 281 Apps mit massiven Datenlecks im Play Store
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 15:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Hunderte VPN-Apps lecken Daten
Eine aktuelle Analyse von Sicherheitsexperten der University of Michigan, der University of New Mexico und des IIT Delhi zeichnet ein alarmierendes Bild. Die Forscher prüften 281 der populärsten kostenlosen VPN-Anwendungen im Google Play Store. Die betroffenen Apps kommen auf mehr als 2,4 Milliarden Installationen.
Das Test-Framework MVPNalyzer deckte grundlegende technische Versäumnisse auf. 29 Anwendungen leiteten Datenverkehr – inklusive DNS-Anfragen – am verschlüsselten Tunnel vorbei ins öffentliche Netz. Besuchte Webseiten bleiben so für Netzwerkbetreiber sichtbar. 61 Apps übermittelten Daten im Klartext, was das Abfangen sensibler Informationen ermöglicht. In fünf Fällen verschickten Apps ihre Konfigurationsdateien unverschlüsselt – Angreifer könnten Verbindungen auf eigene Server umleiten.
Samsung und Google schließen kritische Lücken
Parallel zu den Warnungen haben Google und Samsung ihre Sicherheitspatches für Juli 2026 veröffentlicht. Samsung stellt für seine Galaxy-Modelle insgesamt 57 Fehlerbehebungen bereit. 41 Korrekturen betreffen das allgemeine Android-System von Google, 16 sind spezifische Anpassungen für Samsung-eigene Software.
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Unter den behobenen Fehlern befinden sich fünf kritische Schwachstellen sowie 42 Probleme mit hohem Schweregrad. Die Patches adressieren unter anderem Speicherverwaltungsprobleme und Risiken bei der Code-Ausführung in Komponenten wie KnoxGuardManager und verschiedenen Bild-Bibliotheken.
Streit um Android 16 und die „Tiny UDP Cannon“
Ein weiterer Sicherheitsstreit sorgt für Diskussionen. Forscher identifizierten eine Lücke im neuen Betriebssystem Android 16, die den Namen „Tiny UDP Cannon“ trägt. Sie ermöglicht bösartigen Apps, die VPN-Sperre des Systems zu umgehen – selbst wenn die Option zur Blockierung von Verbindungen ohne VPN aktiviert ist.
Google stuft den Fehler als nicht behebungswürdig ein. Die Begründung: Der Mechanismus verstoße nicht gegen die definierten Sicherheitsgrenzen des Systems. Branchenkenner kritisieren die Entscheidung scharf. Für Nutzer in restriktiven Netzwerken oder sensible Berufsgruppen sei das Risiko der IP-Offenlegung erheblich.
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So schützen Sie Ihr Android-Gerät
Fachleute raten zu einer Kombination aus aktuellen System-Updates und sorgfältig ausgewählten Sicherheitswerkzeugen. Achten Sie bei der Wahl eines VPN-Dienstes auf moderne Protokolle wie WireGuard und AES-256-Verschlüsselung.
Weitere Empfehlungen der Sicherheitsexperten:
- Nutzen Sie nur VPN-Anbieter mit einem anwendungseigenen „Kill-Switch“ auf App-Ebene. Das verhindert System-Bypasses wie bei Android 16.
- Verzichten Sie auf kostenlose VPN-Dienste. Sie finanzieren sich oft durch Tracking oder Datenweitergabe.
- Prüfen Sie regelmäßig App-Berechtigungen, besonders bei Diensten für Barrierefreiheit. Schadsoftware missbraucht diese häufig.
- Installieren Sie monatliche Sicherheitsupdates zeitnah. Das schließt bekannte Lücken wie CVE-2026-27280 oder CVE-2026-28590.
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