VR-Brillen, Bluthochdruck

VR-Brillen bei Bluthochdruck: 4 bis 5 mmHg mehr Senkung nach 15 Minuten

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine tĂŒrkische Studie zeigt kurzfristig stĂ€rkere Blutdruck- und Angstsenkungen durch VR; nach einer Stunde gleichen sich die Blutdruckwerte an.

VR-Brillen senken Blutdruck in der Notaufnahme zunÀchst schneller
Eine friedliche Naturlandschaft mit einem Fluss und einer HĂ€ngebrĂŒcke in einem Wald, die eine beruhigende AtmosphĂ€re ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Akutversorgung zeigt der Einsatz von Virtual-Reality-Technologie (VR) neue Möglichkeiten zur Patientenstabilisierung auf. Wie Ergebnisse einer tĂŒrkischen Untersuchung belegen, die auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Notfallmedizin in Paris vorgestellt wurden, kann das Eintauchen in virtuelle Welten dazu beitragen, den Blutdruck bei Patienten in der Notaufnahme schneller zu senken. Die Studie konzentrierte sich dabei auf die unmittelbare Phase nach der Einlieferung.

An der Untersuchung nahmen 130 erwachsene Patienten teil, die aufgrund eines plötzlichen, starken Blutdruckanstiegs ohne Anzeichen von OrganschÀden in die Notaufnahme aufgenommen worden waren.

Die medizinische Basisversorgung blieb fĂŒr alle Beteiligten identisch: SĂ€mtliche Patienten erhielten die standardmĂ€ĂŸigen blutdrucksenkenden Medikamente. FĂŒr die DurchfĂŒhrung der Studie wurden die Probanden in eine VR-Gruppe und eine Kontrollgruppe unterteilt.

Audiovisuelle Stimulation zur Stressreduktion

Die Teilnehmer der VR-Gruppe erhielten wĂ€hrend der Behandlung VR-Brillen, ĂŒber die sie eine virtuelle Naturlandschaft wahrnahmen. Diese Umgebung umfasste Darstellungen von BĂ€umen, einer HĂ€ngebrĂŒcke sowie eines Flusses und wurde durch das Einspielen klassischer Musik ergĂ€nzt. Ziel dieses Ansatzes war es, durch die audiovisuelle Ablenkung das Stressniveau der Patienten in der klinischen Umgebung zu reduzieren.

Die erhobenen Daten verdeutlichten einen deutlichen Unterschied in der Anfangsphase der Behandlung. Bereits nach 15 Minuten sank der Blutdruck in der VR-Gruppe um 4 bis 5 mmHg stĂ€rker als in der Kontrollgruppe, die ausschließlich medikamentös behandelt wurde.

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Zu Beginn der Untersuchung wiesen die Patienten mittlere arterielle Blutdruckwerte (MAP) zwischen 130 und 138 mmHg auf. Ein physiologischer Normalwert liegt ĂŒblicherweise im Bereich von 70 bis 100 mmHg.

Signifikante Senkung des Angstniveaus

ZusĂ€tzlich zum physischen Blutdruckwert untersuchten die Forscher das Angstempfinden der Patienten auf einer Skala von 20 bis 80 Punkten. Auch hier zeigten sich laut einem Bericht vom 26.09.2026 kurzfristige Vorteile durch den Einsatz der Technologie. Die Angstwerte in der VR-Gruppe sanken um 8 Punkte, wĂ€hrend in der Kontrollgruppe lediglich ein RĂŒckgang um 4 Punkte verzeichnet wurde.

Langfristig glichen sich die Effekte jedoch an. Wie die Studienautoren ausfĂŒhrten, waren die Blutdruckwerte beider Gruppen nach 60 Minuten im Wesentlichen auf einem Ă€hnlichen Niveau. Auch beim Angstniveau stellten die Forscher nach einem Zeitraum von zwei Stunden keine wesentlichen Unterschiede mehr zwischen den Gruppen fest.

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Das Fazit der Untersuchung unterstreicht daher den spezifischen Anwendungsbereich der Technologie in der Notfallmedizin. VR-Brillen unterstĂŒtzen demnach effektiv die anfĂ€ngliche Stabilisierung von Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck, dienen jedoch nicht der langfristigen Kontrolle der Werte.

Der Einsatz könnte somit vor allem dazu beitragen, die kritische erste Phase nach der Aufnahme zu ĂŒberbrĂŒcken und die medikamentöse Therapie durch eine psychologische Komponente zu unterstĂŒtzen.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Effekt nach 15 Minuten messbar: Wieso Patienten in der Notaufnahme VR-Brillen tragen sollten - n“

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von n-tv.

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