Wäschetrockner-Tricks: Warum Miele vor der Alufolienkugel warnt
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Internet kursieren zahlreiche Ratschläge, wie sich die Laufzeit von Wäschetrocknern verkürzen und Stromkosten senken lassen. Zu den bekanntesten Methoden gehört die Alufolienkugel in der Trommel, die statische Aufladung verhindern und die Trocknung beschleunigen soll. Eine Auswertung der Herstellerangaben und Fachanalysen zeigt jedoch, dass führende Haushaltsgerätehersteller wie Miele von dieser Praxis dringend abraten.
Risiken für Textilien und Mechanik durch Metallteile
Auf Anfrage von CHIP sprach sich der Gütersloher Hersteller Miele deutlich gegen den Einsatz von Alufolie im Wäschetrockner aus. Das Unternehmen warnt vor dem Risiko, dass sich während des Betriebs Folienteile lösen oder scharfe Kanten bilden, wodurch empfindliche Textilien beschädigt werden können.
Zudem gebe es laut Miele keinerlei belastbare Nachweise dafür, dass eine Kugel aus Alufolie die Trocknungszeit verkürzt, den Energieverbrauch senkt, die Wäsche weicher macht oder statische Aufladung mindert.
Auch andere Branchenvertreter teilen diese Einschätzung. So rät Hisense ebenfalls von der Alufolienkugel ab, da ihr Nutzen unbewiesen sei und abgelöste Partikel Filter sowie Abflüsse verstopfen könnten.
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Die Hersteller BSH und Samsung warnen grundsätzlich vor Metallteilen in den Geräten. Zwar erwähnte die US-Verbraucherorganisation Consumer Reports die Alukugel als mögliche Alternative zu chemischen Trocknertüchern, stufte ihre Wirksamkeit jedoch als nicht gesichert ein.
Für einen Einsatz in der Waschmaschine gibt es nach Recherchen des Portals okdiario.com ebenfalls keine Belege: Da Textilien beim Waschen nass sind, entsteht statische Reibungselektrizität ohnehin erst während des Trocknungsvorgangs.
Nutzen und Grenzen alternativer Haushaltstricks
Neben Folienkugeln wird häufig empfohlen, ein trockenes Baumwollhandtuch zur feuchten Wäsche in die Trommel zu geben, um überschüssige Nässe rasch aufzusaugen. Michelle Feng von Hisense verweist darauf, dass diese Methode Laufzeit und Kosten senken könne, sofern das Handtuch nach etwa 10 Minuten wieder entnommen werde. Das Portal familie.de empfiehlt ein Entfernen nach etwa 15 bis 20 Minuten.
Tests von Gerätespezialisten zufolge kann ein sauberes, trockenes Handtuch die Trocknungszeit bei großen gemischten Ladungen um rund 10 bis 15 Prozent verkürzen. Laut Berechnungen des Portals netmums.com verbraucht ein schweres Baumwollprogramm üblicherweise 3 bis 5 kWh, während die Handtuchmethode den Bedarf auf etwa 2,5 bis 4,5 kWh reduzieren könne.
Allerdings mahnen Fachverbände zur Zurückhaltung. Nach Angaben des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) führt das zusätzliche Handtuch nicht zwangsläufig zu Einsparungen. Strom und Geld würden nur dann gespart, wenn die Laufzeit tatsächlich messbar verkürzt werde, was stark vom jeweiligen Gerät und der Wäschemenge abhänge.
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Verlässliche Sparmethoden und Herstellerempfehlungen
Anstelle ungesicherter Hilfsmittel verweisen Hersteller und Beratungsstellen auf etablierte Abläufe bei der Wäschepflege. Miele empfiehlt, Textilien vor dem Trocknen ausreichend zu schleudern, das Gerät nicht zu überladen, das Flusensieb nach jedem Programmdurchlauf zu reinigen und die Kleidungsstücke nach Materialien zu sortieren.
Diesen Ansatz unterstützen auch Verbraucherschützer. Die Verbraucherzentrale rät zu Schleuderdrehzahlen von 1.400 bis 1.600 Umdrehungen pro Minute in der Waschmaschine, da mechanisches Entwässern kaum zusätzlichen Strom benötigt, aber die Restfeuchte erheblich senkt.
Die Verbraucherzentrale Hamburg betont ebenfalls, stets die höchste materialschonende Drehzahl zu wählen. Der VerbraucherService Bayern weist zudem darauf hin, dass das getrennte Trocknen von dicken und dünnen Textilien ungleiche Trocknungszeiten und unnötigen Energieverbrauch verhindert.
