WAICO gegründet: 29 Länder starten globale KI-Behörde
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 15:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
29 Länder haben am Donnerstag in Shanghai die Gründung einer neuen internationalen KI-Behörde besiegelt. Die „World Artificial Intelligence Cooperation Organization" (WAICO) soll die globale Zusammenarbeit in der Schlüsseltechnologie vorantreiben.
Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem Indonesien, Kasachstan, Laos, Pakistan und Russland. Auch Belarus, Brasilien, Kuba, Serbien und Venezuela gehören zu den Unterzeichnern. Insgesamt sind zehn afrikanische und zwölf asiatische Nationen vertreten. UN-Generalsekretär António Guterres wohnte der Zeremonie bei, die am Rande der Welt-KI-Konferenz (WAIC) stattfand.
Xi Jinping wirbt für internationale Zusammenarbeit
In seiner Grundsatzrede am heutigen Freitag rief Chinas Präsident Xi Jinping zu einer kooperativen Entwicklung der Künstlichen Intelligenz auf. Die Technologie solle wie eine „Sinfonie der internationalen Zusammenarbeit" klingen, nicht wie ein „Solo eines einzelnen Landes". Xi sprach sich gegen eine Überdehnung des Konzepts der nationalen Sicherheit im Technologiesektor aus. Stattdessen forderte er verbindliche Gesetze und Notfallsysteme, um die Kontrolle des Menschen über die KI zu gewährleisten.
China investiert in Ausbildung und Infrastruktur
Peking kündigte an, in den nächsten fünf Jahren 5.000 KI-Schulungsplätze für Entwicklungsländer bereitzustellen. Geplant sind zudem Kooperationszentren mit der ASEAN, der Afrikanischen Union, den BRICS-Staaten, der Arabischen Liga und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. 30 Länder sollen Zugang zum chinesischen KI-Wettersystem MAZU erhalten.
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Boomender Markt und neue Produkte
Die diesjährige WAIC zeigt die Dynamik der chinesischen KI-Branche: Über 1.100 Unternehmen präsentieren rund 3.000 Produkte. Der chinesische KI-Markt erreichte 2025 ein Volumen von umgerechnet rund 155 Milliarden Euro – mit einem erwarteten Wachstum von über 30 Prozent im laufenden Jahr. Der tägliche KI-Token-Verbrauch in China stieg binnen zwei Jahren um das Tausendfache. Zu den Neuheiten zählt das Modell Kimi K3 des Start-ups Moonshot AI.
Unterschiedliche Regulierungsansätze
Parallel zur Pekinger Initiative schlug Google-DeepMind-CEO Demis Hassabis am Donnerstag eine US-geführte Regulierungsbehörde vor. Diese soll risikoreiche KI-Modelle testen – ähnlich den Standards der Finanzaufsicht. Hassabis verwies auf mögliche Gefahren durch Fehlsteuerung sowie biologische oder nukleare Risiken.
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Die Entwicklungen zeigen: Während die USA weiterhin Halbleiter-Exportkontrollen aufrechterhalten, treibt China seine technologische Unabhängigkeit voran. Russlands Vize-Premier Dmitri Grigorenko kündigte an, dass Moskau parallel eigene große Sprachmodelle entwickle. Die WAIC läuft noch bis zum 20. Juli und umfasst über 140 Foren mit mehr als 1.400 Gästen.
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