WAICO gegründet: China gründet KI-Aufsichtsbehörde mit 29 Staaten
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 10:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Präsident Xi Jinping rief auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz (WAIC) in Shanghai zu einem internationalen Rahmenwerk auf, das menschliche Kontrolle und fairen Zugang für Entwicklungsländer in den Mittelpunkt stellt. Der Vorstoß ist eine klare Kampfansage an die bisherige Dominanz westlicher Technologienationen.
Gründung der Welt-KI-Kooperationsorganisation
Die Konferenz nutzte Xi als Bühne für die Gründung der World AI Cooperation Organisation (WAICO) mit Sitz in Shanghai. 29 Staaten unterzeichneten das Abkommen zur Schaffung dieser neuen Aufsichtsbehörde. Ihr Ziel: Open-Source-Lösungen fördern und die technologische Basis des Globalen Südens stärken.
Unter den hochrangigen Gästen: UN-Generalsekretär António Guterres, Thailands Premier Anutin Charnvirakul, Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew und Pakistans Vize-Premier Ishaq Dar. Xi beschrieb die ideale Entwicklung der KI als „Sinfonie vieler Nationen" – und nicht als Solokonzert eines einzelnen Landes. Er warnte eindringlich vor dem Kontrollverlust über KI-Systeme und davor, nationale Sicherheitsbedenken als Vorwand für Technologiemonopole zu missbrauchen.
Hilfe für den Globalen Süden
Die Überbrückung der digitalen Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern stand im Zentrum des Gipfels. Xi versprach, China werde in den nächsten fünf Jahren 5.000 KI-Trainingsplätze für Menschen aus Entwicklungsländern bereitstellen. Teil einer größeren Strategie: „Open-Weight"- und Open-Source-KI-Modelle teilen, damit die Technologie nicht nur einigen wenigen reichen Nationen zugutekommt.
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Technisch setzte China ein Ausrufezeichen. Das Unternehmen Moonshot AI enthüllte Kimi K3 – nach eigenen Angaben das weltweit größte offene KI-Modell. Huawei präsentierte den Atlas 950 SuperPoD, ein Hochleistungsrechensystem mit 8.192 Ascend-950DT-Chips und einer Rechenleistung von 8 Exaflops. Die Botschaft ist klar: China setzt auf eigene Hardware und Software, um bei KI-Standards das Zepter zu übernehmen.
Aufholjagd im Milliardenmarkt
Der chinesische KI-Markt boomt. Branchendaten aus dem Jahr 2025 beziffern die Kernindustrie auf umgerechnet rund 177 Milliarden Euro – bei über 6.000 aktiven KI-Unternehmen im Land. Analysten erwarten für 2026 ein Wachstum von mehr als 30 Prozent. Mit 43.000 Patentanmeldungen für generative KI zwischen 2024 und 2025 liegt China weltweit vorn.
Zwar führen die USA bei privaten KI-Investitionen mit 285,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 (China: 12,4 Milliarden Euro) noch deutlich. Doch der Abstand schmilzt. Der Stanford AI Index 2026 zeigt: Der Vorsprung der USA schrumpfte auf 2,7 Prozentpunkte – 2023 lag er noch zwischen 17,5 und 31,6 Punkten.
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Mensch im Mittelpunkt
In seinem Schlusswort forderte Xi die internationale Gemeinschaft auf, Frühwarnsysteme gegen die Risiken der rasanten KI-Entwicklung zu schaffen. Er plädierte für einen „menschenzentrierten" Ansatz: Technologie müsse dem Gemeinwohl dienen. Die Vereinten Nationen sollten dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Konferenz läuft noch bis zum 20. Juli – weitere Abkommen zu internationalen Standards und ethischen Leitlinien für den KI-Einsatz werden erwartet.
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