Waldspaziergang, EEG-Studie

Waldspaziergang: EEG-Studie belegt effizienteres Gehirn nach Naturaufenthalt

21.06.2026 - 01:52:01 | boerse-global.de

Forschung belegt: Naturkontakt und gezielte Atemtechniken steigern kognitive Effizienz und beeinflussen Entscheidungsverhalten.

Waldspaziergang und Atmung: Neue Studien zur Gehirnleistung
Waldspaziergang - Eine Person meditiert in einem sonnendurchfluteten Wald, umgeben von grĂŒnen BĂ€umen, wĂ€hrend subtile EEG-Elektroden angedeutet sind. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Wissenschaftler untersuchen zunehmend, wie natĂŒrliche Umgebungen und gezielte Atemtechniken die kognitive LeistungsfĂ€higkeit steigern.

EEG-Messungen zeigen: Natur macht das Gehirn effizienter

Die Forscherin Amy McDonnell von der University of Utah nutzte 2026 Elektroenzephalografie (EEG), um die Wirkung von Naturaufenthalten auf die neuronale AktivitĂ€t zu messen. Ergebnis: Nach einem Spaziergang im GrĂŒnen zeigt das Gehirn zunĂ€chst geringere AktivitĂ€t – ein Zeichen der Erholung.

Anzeige: Möchten auch Sie Ihre Konzentration und ProduktivitĂ€t steigern? Die Forschung zeigt: Schon ein kurzer Waldspaziergang macht das Gehirn effizienter. In diesem kostenlosen Guide erfahren Sie die 3 einfach umsetzbaren Schritte – inklusive Atemtechnik und BĂŒro-Übungen. Jetzt Guide anfordern

Bei anschließenden Konzentrationstests folgten jedoch stĂ€rkere AktivitĂ€tsspitzen. McDonnells Schlussfolgerung: Das Gehirn arbeitet nach einer Auszeit in der Natur effizienter.

Die Studie bestÀtigt Àltere Erkenntnisse. Der Psychologe Marc Berman von der University of Michigan stellte bereits 2008 fest, dass ein Spaziergang im Park die Leistung in Aufmerksamkeits- und GedÀchtnistests um rund 20 Prozent steigert.

Als theoretische Grundlage dient die „Attention Restoration Theory“ (ART) von Rachel und Stephen Kaplan. Die genaue Ursache bleibt jedoch unter Fachleuten wie Gloria Mark von der University of California, Irvine, weiter umstritten.

Atemtechnik beeinflusst Entscheidungen

Neben der Umgebung rĂŒcken auch innere Prozesse in den Fokus. Eine Studie in der Fachzeitschrift „Neuron“ von Wenhao Huang (Deutsches Institut fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung und CharitĂ© Berlin) untersuchte an 41 Probanden die Wirkung gezielter Atmung.

Die Methode: zwei Sekunden einatmen, acht Sekunden ausatmen. Diese verlĂ€ngerte Ausatmung verlangsamt den Herzschlag und erhöht die HerzratenvariabilitĂ€t – der Parasympathikus wird aktiviert.

Die Folge: Die Teilnehmer trafen risikobereitere Entscheidungen. Hirnscans zeigten stÀrkere AktivitÀt im ventro-medialen prÀfrontalen Cortex und im Precuneus. Das deutet auf eine erhöhte Belohnungsfokussierung hin.

Bewegungstherapie: Historische Wurzeln, moderne Nachfrage

Die Nutzung von NaturrĂ€umen zur Gesundheitsförderung hat Tradition. In Bad Nauheim entwickelte Professor Max Joseph Oertel bereits 1886 Konzepte zur StĂ€rkung des Herzmuskels durch Bewegung im GrĂŒnen. 1893 ergĂ€nzte das Zander'sche Institut diese mit elektromechanischen Bewegungsapparaten.

Noch im September 2024 wurden die historischen Terrainkurwege fĂŒr gefĂŒhrte Wanderungen zur GesundheitsprĂ€vention genutzt.

Die anhaltende Relevanz zeigt sich auch im Bildungsbereich. Eine Waldkindergruppe im Burgenland zieht zum Schulstart am 7. September 2026 an einen neuen Standort bei Eisenstadt – die Nachfrage ist enorm. In Österreich existieren mittlerweile rund 80 solcher Gruppen.

Medikament gegen kognitive Defizite nach Depression

Forscher der UniversitĂ€ten Oxford und Birmingham veröffentlichten in „Psychological Medicine“ Ergebnisse zu Prucaloprid. In einer Studie mit 50 Erwachsenen, die zuvor eine Depression durchlebt hatten, untersuchten sie, ob der Wirkstoff kognitive Restsymptome lindern kann.

Nach sieben bis zehn Tagen Einnahme zeigte die Prucaloprid-Gruppe verbesserte GedĂ€chtnisleistung und schnellere Reaktionen bei ArbeitsgedĂ€chtnis-Aufgaben. Der Wirkstoff aktiviert den 5-HT4-Rezeptor fĂŒr Serotonin.

Die Autoren betonen jedoch: Aufgrund der geringen Probandenzahl und der kurzen Studiendauer kann noch keine allgemeine Therapieempfehlung abgeleitet werden.

Anzeige: FĂŒhlen Sie sich nach langen Arbeitstagen oft kognitiv erschöpft? Eine aktuelle EEG-Studie belegt: Naturkontakt senkt die HirnaktivitĂ€t zunĂ€chst – und sorgt dann fĂŒr stĂ€rkere Leistungsspitzen. Lernen Sie in unserem Guide, wie Sie diesen Effekt gezielt nutzen. Kostenlosen Guide herunterladen

Kunst als Spiegel der Wechselwirkung

Die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt ist auch Thema der 31. Rohkunstbau-Ausstellung im Schloss Altdöbern in der Lausitz. Unter dem Titel „Kunst der Überschreitung“ zeigen 16 KĂŒnstler bis zum 1. November 2026 Werke zum Strukturwandel in der Industrie und zur Erinnerungskultur.

Kurator Christoph Tannert vereint Positionen, die von der Abwicklung der Stahlindustrie in Lauchhammer bis zu ökologischen Metaphern reichen.

de | wissenschaft | 69593563 |