Waldspaziergang, Konzentration

Waldspaziergang: Konzentration und GedÀchtnis um 20% gesteigert

20.06.2026 - 19:31:57 | boerse-global.de

EEG-Studie belegt: NaturspaziergÀnge verbessern kognitive Leistung und Gehirneffizienz deutlich.

Waldspaziergang steigert Konzentration und GedÀchtnis um 20%
Waldspaziergang - Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Waldweg mit ĂŒppig grĂŒnen BĂ€umen und sanftem Licht, das durch das BlĂ€tterdach fĂ€llt. 20.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neurowissenschaftler haben nun gemessen, was dabei im Gehirn passiert.

Das Gehirn arbeitet effizienter

Forscherin Amy McDonnell von der UniversitĂ€t Utah beobachtete in EEG-Studien: Nach einem Spaziergang in der Natur zeigten Probanden eine verĂ€nderte HirnaktivitĂ€t. In Erholungsphasen war die AktivitĂ€t geringer, bei anschließenden kognitiven Tests gab es stĂ€rkere AktivitĂ€tsspitzen. Das deutet auf eine gesteigerte Effizienz hin.

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Die Ergebnisse stĂŒtzen frĂŒhere Arbeiten des Psychologen Marc Berman. Bereits 2008 belegte er: Ein Spaziergang im GrĂŒnen kann Aufmerksamkeit und GedĂ€chtnis um fast 20 Prozent verbessern. Stadtaufenthalte zeigten dagegen kaum Regenerationseffekte.

Warum Natur uns erfrischt

Die „Attention Restoration Theory“ von Rachel und Stephen Kaplan liefert die ErklĂ€rung: StĂ€dtische Umgebungen fordern unsere gerichtete Aufmerksamkeit stark und ermĂŒden sie. NaturrĂ€ume bieten dagegen Reize, die eine mĂŒhelose Form der Aufmerksamkeit ermöglichen. So können kognitive Ressourcen nachladen. Ob allein dieser Mechanismus wirkt oder auch physikalische Eigenschaften der Natur eine Rolle spielen, ist noch unklar.

Wald statt Klassenzimmer

Die Erkenntnisse fließen zunehmend in die PĂ€dagogik ein. Vera Kaltwasser beschreibt in einer aktuellen Fachpublikation, wie sich Hirnforschung mit QiGong-Übungen verbinden lĂ€sst. Ziel: SchĂŒler durch gezielte KonzentrationsĂŒbungen resilienter machen.

Auch in der FrĂŒhpĂ€dagogik boomt das Konzept. Die Waldkindergruppe „Libella“ im Burgenland plant fĂŒr September den Umzug an einen grĂ¶ĂŸeren Standort – der Zuspruch ist enorm. Die Kinder verbringen tĂ€glich mehrere Stunden im Wald.

Wege im Schatten und Lyrik zum Hören

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In Westfalen eröffnete im Juni ein Lyrikweg zwischen Havixbeck und MĂŒnster. Auf acht Kilometern gibt es literarische Inhalte ĂŒber Tonspuren und Hörspiele.

In Potsdam finden begleitete Gesundheitswanderungen fĂŒr Menschen mit Demenz statt – in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg.

Und wer Hitze scheut, kann die App „HEAL“ nutzen. Forscher der UniversitĂ€t Heidelberg haben sie entwickelt. Sie berechnet Wege mit maximalem Schattenanteil – basierend auf StadtplĂ€nen und Daten von ĂŒber 20 Wetterstationen. Selbst vulnerable Gruppen nehmen dafĂŒr Umwege von bis zu fĂŒnf Minuten in Kauf.

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