Walnussgruppe mit DII-Wert ?0,025: Kontrollgruppe erreicht 0,615
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Zusammensetzung der täglichen Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf Entzündungsprozesse im menschlichen Körper. Eine im August 2026 im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics veröffentlichte Auswertung der sogenannten WAHA-Studie („Walnuts and Healthy Aging“) zeigt nun, dass der tägliche Verzehr von rohen Walnüssen mit einer messbaren Absenkung des ernährungsbedingten Entzündungspotenzials einhergeht. Die Untersuchung wurde von Forschenden der Loma Linda University durchgeführt.
Studiendesign und methodischer Ansatz
Für die Analyse werteten die Wissenschaftler Daten von 319 gesunden, selbstständig lebenden Erwachsenen im Alter zwischen 63 und 79 Jahren (Durchschnittsalter: 69 Jahre) aus, von denen rund zwei Drittel Frauen waren. Die Probanden stammten vom US-amerikanischen Studienstandort Loma Linda.
Während die übergeordnete WAHA-Studie als zweijährige klinische Untersuchung gemeinsam von der Loma Linda University und dem Hospital Clínic de Barcelona durchgeführt wurde, konzentrierte sich die vorliegende Untersuchung auf die Kohorte der US-Seite.
Die Teilnehmenden wurden randomisiert in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Walnussgruppe umfasste 166 Personen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren täglich 1 bis 2 Unzen (30 bis 60 Gramm) rohe Walnüsse zu sich nahmen, was rund 15 Prozent ihrer täglichen Kalorienaufnahme entsprach.
Die Kontrollgruppe mit 153 Teilnehmenden mied Walnüsse vollständig und konsumierte maximal zwei Portionen anderer Nusssorten pro Woche. Die Ernährungsgewohnheiten wurden im Verlauf der zwei Jahre anhand von fünf 24-Stunden-Ernährungsrückblicken erfasst.
Ergebnisse beim Dietary Inflammatory Index
Zur Bewertung der Ernährung zogen die Forscher den Dietary Inflammatory Index (DII) heran, der anhand von 45 Komponenten das entzündungsfördernde oder -hemmende Potenzial einer Ernährungsweise berechnet. Nach zwei Jahren wies die Walnussgruppe einen DII-Wert von ?0,025 auf, während die Kontrollgruppe bei 0,615 lag.
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Dieser Unterschied von rund 0,59 Punkten erwies sich auch nach statistischer Bereinigung um Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Ethnizität, Gesamtenergieaufnahme, Rauchstatus, körperliche Aktivität und Bildungsstand als signifikant.
Die Auswertungen zeigten zudem, dass die Walnussgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe höhere Mengen an pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Ballaststoffen und Proteinen aufnahm.
Als maßgebliche Wirkstoffe der Nüsse gelten neben der Alpha-Linolensäure (ALA) vor allem Polyphenole sowie Ballaststoffe und Magnesium. Studienleiterin Sujatha Rajaram hob hervor, dass bereits eine relativ einfache Lebensmittelwahl einen Beitrag zur allgemeinen Qualität der Ernährung leisten könne.
Aussagekraft und methodische Einschränkungen
Trotz der signifikanten Ergebnisse verweisen die Autoren auf methodische Grenzen der Studie. Der DII misst ausschließlich das theoretische Potenzial der aufgenommenen Nahrungsmittel, spiegelt jedoch keine direkten biologischen Entzündungswerte im Organismus wider. Biomarker wie das C-reaktive Protein (CRP) wurden im Rahmen dieser Teilanalyse nicht direkt erhoben.
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Darüber hinaus beruht die Datenerhebung auf den Selbstauskünften der Teilnehmer, und das Studienkollektiv bestand überwiegend aus gesunden älteren Personen weißer Abstammung an einem einzigen geografischen Standort.
Ein therapeutischer Nutzen bei bestehenden chronisch-entzündlichen Erkrankungen lässt sich aus den Daten nicht ableiten; hierfür seien weitere Studien mit direkter Messung von Entzündungsmarkern erforderlich.
Finanziert wurde die Forschungsarbeit durch die California Walnut Commission, die Publikation selbst basiert auf einem Datensatz, der aus mehr als 20 Artikeln der WAHA-Gesamtstudie hervorgegangen ist.
