Waymo-CEO, Move

Waymo-CEO lehnt Move Fast-Kultur ab: Sicherheit vor Speed

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo-Chef Dolgov betont Sicherheit als Kernprinzip für Robotaxis. Das Unternehmen meldet über 220 Millionen autonome Meilen und plant wöchentlich eine Million Fahrten.

Waymo-Co-CEO: Sicherheit vor Tempo bei autonomen Fahrzeugen
Ein autonomes Waymo-Fahrzeug fährt durch eine Stadtstraße und zeigt seine Sensorik in professionellem Filmlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov hat sich klar von der Silicon-Valley-Philosophie des schnellen Scheiterns distanziert. Bei autonomen Fahrzeugen seien Fehler zu riskant – Sicherheit müsse von Anfang an eingebaut sein.

Bei einer Veranstaltung von Y Combinator hat Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov am heutigen Donnerstag eine klare Ansage gemacht: Die Entwicklung von Robotaxis folgt anderen Regeln als die klassische Software-Industrie. „Move fast and break things“ – also schnell handeln und dabei in Kauf nehmen, Dinge zu zerstören – sei bei physischer KI keine Option. Anders als bei rein digitalen Produkten könnten Fehler hier irreversible Folgen haben.

Sicherheit als Architektur-Prinzip

Dolgov plädierte stattdessen für einen Ansatz, den er als „schnell bewegen, aber sicher ausliefern“ beschreibt. Sicherheit dürfe nicht nachträglich aufgesetzt werden, sondern müsse von Beginn an in die Systemarchitektur einfließen. Diese Philosophie zahlt sich offenbar aus: Waymo hat inzwischen mehr als 220 Millionen Meilen im rein autonomen Betrieb absolviert – ohne Sicherheitsfahrer an Bord. Rund 500.000 autonome Fahrten pro Woche absolviert das Unternehmen derzeit. Das nächste Ziel: eine Million Fahrten wöchentlich.

Streit um die richtige Sensorik

Bereits Anfang der Woche hatte sich Dolgov zur Debatte um die optimale Sensorausstattung autonomer Fahrzeuge geäußert. Waymo setzt auf eine Kombination aus Lidar, Radar und Kameras. Reine Kamerasysteme, wie sie einige Wettbewerber verwenden, stießen früher oder später an ihre Grenzen, so der Co-CEO. Die redundante Sensorik sei der entscheidende Vorteil, wenn ein einzelnes System ausfalle.

Als Beispiel nannte Dolgov einen Vorfall in Phoenix: Ein Staubsturm hatte die Kamerasicht massiv eingeschränkt. Das Lidar-System erkannte dennoch einen Fußgänger – das Fahrzeug konnte rechtzeitig reagieren. Lange galten Lidar-Sensoren als unbezahlbar, doch die Preise sind inzwischen auf einen niedrigen vierstelligen Dollarbereich gefallen. Waymo setzt aktuell auf die sechste Sensorgeneration. Die Kosten für das gesamte autonome Fahrsystem liegen Schätzungen zufolge bei etwa 60.000 Dollar.

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Sicherheitsbilanz und Rückschläge

Die internen Unfalldaten von Waymo zeigen eine deutliche Verbesserung gegenüber menschlichen Fahrern: Schwere Unfälle mit Verletzungen gehen demnach um 94 Prozent zurück – das entspricht einer etwa 17-fachen Sicherheit. Zum Vergleich: Wettbewerber Tesla verzeichnete 2025 in Austin rund 380.000 Meilen im fahrerlosen Betrieb.

Ganz ohne Zwischenfälle läuft der Betrieb aber nicht. Erst im Mai musste Waymo rund 3.800 Robotaxis wegen Softwarefehlern zurückrufen, im Juni folgten weitere 3.900 Fahrzeuge nach Problemen mit Baustellen. Zudem untersucht die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA mehrere Vorfälle mit der Flotte. Die Behörde will sicherstellen, dass die Sicherheitsstandards dauerhaft eingehalten werden.

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