Waymo Charlotte: Robotaxis der sechsten Generation sparen über 50%
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Google-Ableger Waymo hat seine Flotte in Charlotte auf die sechste Generation umgerüstet – und spart dabei massiv Kosten.
Etwa ein Dutzend der neuen Ojai-Robotaxis, produziert vom chinesischen Hersteller Zeekr, ersetzen dort die bisherigen Fahrzeuge. Die Kosten sollen im Vergleich zur Vorgängergeneration um mehr als die Hälfte sinken. Noch sitzen Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, doch Waymo plant schrittweise den Übergang zum vollautonomen Betrieb – zunächst für Mitarbeiter, später für die breite Öffentlichkeit.
Technik für extreme Bedingungen
Das Ojai-Modell ist für herausfordernde Umgebungen ausgelegt, darunter Schnee und extremes Wetter. Die Fahrzeuge bieten einen Minivan-artigen Innenraum mit flachem Boden und Schiebetüren für bessere Zugänglichkeit. Für sehbehinderte Fahrgäste gibt es Blindenschrift-Beschriftungen. Das Lenkrad ist abnehmbar, Platz finden bis zu vier Passagiere.
Bereits in San Francisco, Los Angeles und Phoenix sind die neuen Fahrzeuge im Test- oder Regelbetrieb unterwegs.
Expansion an mehreren Fronten
Die Ausbaupläne von Waymo sind ambitioniert. In Kalifornien erteilte die Verkehrsbehörde DMV die Genehmigung für fahrerlose Operationen im Santa Cruz County – rund um die Uhr, bei allen Geschwindigkeiten und auch bei Nebel. Neben den neuen Zeekr-Modellen bleibt der bisherige Jaguar I-Pace im Einsatz.
Weitere Expansionsziele: San Diego, Tampa und Denver. In Las Vegas startete Waymo am 8. Juli 2026 Testfahrten für Mitarbeiter. International steht London auf dem Plan – noch in diesem Jahr sollen dort die ersten Robotaxis rollen.
Pannen und Rückrufe trüben das Bild
Der Rollout der neuen Hardware fällt in eine schwierige Phase. Am 4. Juli 2026 strandeten mehrere Waymo-Fahrzeuge im Presidio-Viertel von San Francisco. Die Batterien waren leer, nachdem die Robotaxis in einem Stau wegen unangekündigter Straßensperrungen feststeckten. Die hohe Energieaufnahme von Sensoren, Lidar und Bordcomputern hatte die Akkus leergesaugt. Lokale Politiker fordern nun strengere Auflagen bei Großveranstaltungen.
Zudem leitete Waymo einen Rückruf für rund 4000 Fahrzeuge der f?nften Generation ein. Grund: Softwarefehler führten im April und Mai 2026 dazu, dass die Autos in gesperrte Autobahnbaustellen einfuhren. Bis ein Update bereitsteht, sind bestimmte Autobahnfahrten eingeschränkt.
Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am 20. Juli 2026 im Las Vegas Valley. Ein führerloses Waymo-Fahrzeug wurde von einem außer Kontrolle geratenen SUV gerammt. Die Insassen des SUV kamen ins Krankenhaus, der Robotaxi war zum Zeitpunkt des Unfalls ohne Fahrgäste.
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Gesetzgeber wird aktiv
In Kalifornien wächst der politische Druck. Senator Cortese brachte den Gesetzesentwurf SB 1246 ein. Er sieht Strafen zwischen 5000 und 10.000 Euro für autonome Fahrzeuge vor, die Einsatzkräfte blockieren. Seit April 2025 wurden 31 solcher Fälle mit Waymo-Fahrzeugen registriert. Die Abstimmung muss bis zum 31. August 2026 erfolgen.
Auch die Verkehrsbelastung durch Robotaxis steht in der Kritik. Eine Studie des Hunter College und der Organisation Open Plans ergab: Waymo-Fahrzeuge in Kalifornien legen 0,71 Kilometer ohne Fahrgast pro Kilometer mit Passagier zurück. Zum Vergleich: Bei traditionellen Ride-Hailing-Diensten in New York liegt dieser Wert bei 0,49 Kilometern. Die Forscher warnen vor einem Anstieg der Leerfahrten um fast 15 Prozent, falls die Flotte in Manhattan massiv ausgebaut wird. Waymo widerspricht: Die eigenen Daten zeigten sinkende Leerfahrten-Quoten.
In New York City, wo bestimmte Testgenehmigungen am 1. April 2026 ausliefen, setzt Waymo weiterhin menschliche Fahrer ein. Diese haben zuletzt mehrere Strafzettel kassiert – unter anderem wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und Rotlichtverstößen. Das Unternehmen kündigte eine Überprüfung seiner Subunternehmer an.
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