Waymo nimmt 5 Milliarden Dollar auf: Flotte soll bis Ende 2027 auf 20.000 wachsen
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Alphabet-Tochter Waymo bereitet einen massiven Ausbau ihres autonomen Fahrdienstes vor. Wie aus einem Bericht von Semafor vom 19. Oktober 2026 hervorgeht, beabsichtigt das Unternehmen, seine Flotte von derzeit 4.000 Fahrzeugen bis Ende 2026 auf 8.000 Einheiten zu verdoppeln.
Bis Ende 2027 soll der Bestand sogar auf 20.000 autonome Fahrzeuge anwachsen. Finanziert werden soll dieser Wachstumsschritt über eine vor Kurzem arrangierte Kreditaufnahme in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar.
Erste Fremdfinanzierung ohne Absicherung der Muttergesellschaft
Die Aufnahme der Schulden in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar stellt eine Premiere für das Technologieunternehmen dar: Es handelt sich um die erste Fremdfinanzierung, die Waymo ohne eine Garantie der Konzernmutter Alphabet bei privaten Kreditgebern aufgenommen hat.
Die Transaktion wurde am 8. Oktober 2026 als Term Loan abgeschlossen. Das Konsortium der Kreditgeber wurde von PIMCO, Blackstone und Sixth Street angeführt, während Goldman Sachs als Hauptarrangeur fungierte.
Umgerechnet entspricht das Kreditvolumen rund 750 Mrd. Yen. Wie Bloomberg meldete, liegt der Zinssatz für das ungeratete Darlehen bei 5,25 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz. Der geschlossene Kreditvertrag eröffnet Waymo zudem die Möglichkeit, künftigen Kapitalbedarf ergänzend über die Verbriefung von Flotten-Leasingverträgen zu decken.
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Mit dem neuen Fremdkapital beläuft sich das gesamte bei Waymo zusammengekommene Finanzierungsvolumen auf rund 32 Mrd. US-Dollar. Die kumulierte Eigenkapitalfinanzierung summiert sich auf etwa 27 Mrd. US-Dollar. Zuvor flossen dem Unternehmen im Jahr 2020 etwa 3,2 Mrd. US-Dollar, im Jahr 2021 rund 2,5 Mrd. US-Dollar sowie 2024 weitere 5,6 Mrd. US-Dollar zu.
Zuletzt sammelte das Unternehmen im Februar 2026 frisches Eigenkapital in Höhe von 16 Mrd. US-Dollar eins. Auf Nachfrage von Reuters gab das Unternehmen keine Stellungnahme ab und lehnte einen Kommentar zu den genannten Flottenzahlen ab.
Fahrzeugbeschaffung aus China sorgt für politische Debatten
Zur Vergrößerung der Flotte hat Waymo mehrere Tausend in China gebaute Elektrofahrzeuge bestellt. Bei den sogenannten Ojai-Vans handelt es sich um umbenannte Modelle des Typs Zeekr aus dem Konzern der Geely Holding Group.
Bis Ende 2026 ist der Import von rund 5.100 dieser Ojai-Fahrzeuge vorgesehen. Diese Beschaffungsstrategie stößt in den USA allerdings auf politischen Widerstand: US-Abgeordnete äußerten Sicherheitsbedenken mit Blick auf den Einsatz der in China gefertigten Fahrzeuge im autonomen Fahrbetrieb.
Ungeachtet dessen treibt Waymo das Angebot in den USA voran. Mit Stand September 2026 bietet der Dienst Fahrten in 15 US-Städten an. Zudem eröffnete das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Lyft eine Betriebsanlage in Nashville.
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Globale Expansion in Europa und Asien
Parallel zum Heimatmarkt forciert das Unternehmen den weltweiten Rollout. In London ist der Start noch für das Jahr 2026 vorgesehen. Für Tokio ist der kommerzielle Betriebsbeginn für 2027 mit rund 100 Fahrzeugen in Partnerschaft mit GO beziehungsweise Japan Taxi geplant. Ende 2027 soll zudem ein Angebot in München an den Start gehen.
Als erstes Ziel außerhalb der Vereinigten Staaten wird Toronto vorbereitet, wo der reguläre Passagierbetrieb für 2028 avisiert ist. Zuvor erfolgen dort hochauflösende Kartierungen und Validierungsfahrten durch Fachpersonal; für das Flottenmanagement arbeitet Waymo vor Ort mit Element Fleet Management zusammen. Für Singapur wird der Start schließlich für das Jahr 2028 angepeilt.
