Waymo-Ojai, UnfÀlle

Waymo-Ojai: 94 Prozent weniger UnfÀlle bei 300 aktiven Fahrzeugen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Japanische Autobauer forcieren mit Startups autonome Fahrtechnik. Waymo expandiert, Uber startet Robotaxi-Dienst in Zagreb, Pony.ai meldet starkes Wachstum.

Nissan & Honda: Japans Antwort auf Waymo im autonomen Fahren
Ingenieure arbeiten in einem modernen Labor an Sensortechnologien fĂŒr autonome Fahrzeuge. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die japanischen Autobauer Nissan und Honda gehen neue Kooperationen mit Startups ein, um im Wettlauf um autonome Fahrtechnologien nicht den Anschluss zu verlieren. Besonders US-amerikanische und chinesische Konzerne haben in diesem Bereich derzeit die Nase vorn.

Japanische Allianz für softwaredefinierte Fahrzeuge

Ein zentraler Baustein ist die Zusammenarbeit zwischen dem Startup TIER IV und dem Halbleiterhersteller Renesas. Die beiden Unternehmen bauen gemeinsam eine offene, KI-nativen Computing-Plattform für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDVs) auf. Dabei fließen R-Car-Gen-5-SoCs von Renesas mit der Autoware-Software zusammen.

Das Ziel: skalierbare Lösungen vom Assistenzniveau Level 2+ bis hin zu vollautonomen Systemen des Levels 4. Eine erste Demonstration ist für die Fachmesse Automotive World 2026 geplant, die vom 9. bis 11. September in der Makuhari Messe stattfindet.

Parallel dazu hat TIER IV eine Absichtserklärung mit dem Zulieferer Astemo unterzeichnet. Gemeinsam wollen die Partner eine Co-MLOps-Lösung für maschinelles Lernen auf der Entwicklungsplattform von Astemo etablieren. Der Fokus liegt auf End-to-End-KI-Modellen für autonome Systeme des Levels 4+ in Personenkraftwagen. Eine Kommerzialisierung peilen die Unternehmen für die Zeit um 2030 an, der Einsatz in Serienfahrzeugen soll Anfang der 2030er-Jahre folgen.

Waymo expandiert, Zagreb bekommt erstes Uber-Robotaxi

Während die Japaner ihre Grundlagen festigen, melden internationale Akteure operative Fortschritte. Waymo hat seine neueste Fahrzeuggeneration „Ojai" in Los Angeles, Phoenix und San Francisco für alle Nutzer freigegeben. Rund 300 Einheiten sind dort derzeit unterwegs, weitere Rollouts in Denver, Las Vegas und San Diego stehen bevor.

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Waymo verweist auf Daten aus über 300 Millionen Kilometern Testfahrten, die eine Reduktion schwerer Unfälle um 94 Prozent belegen sollen. Zudem bereitet das Unternehmen zusammen mit Japan Taxi und GO Tests für einen Robotaxi-Service in Tokio vor.

In Europa ging am 19. August der erste Uber-Robotaxi-Dienst an den Start – in Zagreb. Die kroatische Hauptstadt ist damit die erste europäische Stadt mit einem solchen Angebot. Pony.ai liefert die technologische Basis, Verne betreibt die Flotte, Uber übernimmt die App-Integration.

Pony.ai mit massivem Wachstum im Robotaxi-Geschäft

Pony.ai selbst kann beeindruckende Zahlen vorweisen: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 68,8 Prozent auf 36,2 Millionen US-Dollar. Der Robotaxi-Bereich legte sogar um 691,2 Prozent auf 12,1 Millionen US-Dollar zu.

Das Unternehmen hat eine Auslandspipeline von mehr als 4.000 Robotaxis und plant, bis 2030 rund 100.000 autonome Lastkraftwagen einzusetzen.

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Sicherheitszertifizierungen und autonome Lkw

Ein weiterer Branchenfokus liegt auf internationalen Sicherheitsstandards. Momenta und XHEART setzen auf das Betriebssystem QNX OS for Safety, um eine autonome Plattform mit ISO-26262-ASIL-D-Zertifizierung zu entwickeln. Die Kombination aus Momenta-Software und dem XHEART X7 SoC soll die UN-Regelung R171 erfüllen und ist bereits produktionsreif für Erstausrüster.

Auch im Güterverkehr geht es voran: DAF und Einride entwickeln gemeinsam autonome Elektro-Lkw. Das System „Einride Driver" wird in die Elektro-Plattform von DAF integriert, um Level-4-Transporte zu ermöglichen. Erste Tests sind für 2026 angekündigt, die vollständige Integration in die Fahrzeugsysteme soll 2027 folgen.

Turing will in die USA expandieren

Neben den etablierten Konzernen drängen spezialisierte Startups nach vorn. Das in Tokio ansässige Unternehmen Turing plant innerhalb eines Jahres ein Büro in den USA und strebt eine Börsenbewertung von 10 Milliarden US-Dollar an. Turing kooperiert bereits mit Subaru und Denso und will bis zum Geschäftsjahr 2030/31 die Gewinnschwelle erreichen.

Ob die japanische Startup-Offensive reicht, um zu Waymo und Co. aufzuschließen? Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus den Partnerschaften serienreife Produkte entstehen – oder ob der Technologierückstand weiter wächst.

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