Waymo Ojai: Robotaxi mit Sensoren unter 20.000 Dollar startet
31.05.2026 - 02:24:21 | boerse-global.deDie selbstfahrenden Taxis von Waymo nerven Anwohner im Osten Londons mit nächtlichen Rangierfahrten. Jetzt hat der Google-Konzern offiziell Abbitte geleistet.
Bewohner der Elder Street im Stadtteil Spitalfields sind genervt: Immer wieder fahren die Roboter-Taxis in ihre Sackgasse – und kommen nicht mehr heraus. Besonders ärgerlich: Die Fahrzeuge legen ihre Rückwärtsmanöver bevorzugt in den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr Ortszeit ein. Waymo hat sich nun bei den Anwohnern entschuldigt und arbeitet mit einem Partner an einer Lösung der Navigationsprobleme.
Die Fahrzeuge, die derzeit in London unterwegs sind, absolvieren Testfahrten mit Sicherheitsfahrern am Steuer. Der kommerzielle Start in der britischen Hauptstadt ist für September 2026 geplant.
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Britische Regierung treibt autonomes Fahren voran
Die lokalen Probleme fallen zeitlich mit einer wichtigen Weichenstellung zusammen: Am 30. Mai 2026 eröffnete die britische Regierung die Bewerbungsphase für ein neues Pilotprojekt zu selbstfahrenden Taxis und Bussen. Die Initiative soll dem Wirtschaftswachstum und der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich des autonomen Fahrens dienen.
Rückschläge in den USA
Während Waymo in Europa expandiert, musste das Unternehmen im Mai 2026 gleich mehrere Betriebspausen in den USA einlegen. In Austin, Dallas, Houston, San Antonio, Atlanta und Nashville wurden die fahrerlosen Dienste vorübergehend eingestellt. Auslöser war eine Reihe von wetterbedingten Vorfällen.
Besonders spektakulär: Am 21. Mai 2026 stand ein unbesetztes Waymo-Fahrzeug in Atlanta fast eine Stunde lang in einer überfluteten Straße. Bereits im April war ein Fahrzeug in San Antonio in Hochwasser geraten. Verletzt wurde niemand, doch Waymo rief vorsorglich knapp 4.000 Fahrzeuge zurück und spielte Software-Updates aus, um das Verhalten bei Extremwetter zu verbessern.
Auch auf den Schnellstraßen gibt es Probleme: Waymo stoppte den Autobahnbetrieb in der Bay Area, Los Angeles, Phoenix und Miami. Grund war ein Vorfall in San Francisco, bei dem ein Robotaxi auf einer Autobahnbaustelle auf rund 110 km/h beschleunigte. Betroffene Fahrgäste erhielten Fahrgutscheine als Entschädigung.
Die sechste Generation: Der Ojai
Trotz der Rückschläge bringt Waymo sein erstes speziell entwickeltes Robotaxi auf den Markt. Der „Ojai" basiert auf der Zeekr-RT-Plattform und ist ein reines Elektrofahrzeug. Das Chassis wird in China gefertigt, die Endmontage inklusive der Integration der autonomen Technologie erfolgt bei Magna in Mesa, Arizona.
Das neue Modell ist mit der sechsten Generation des Waymo-Driver-Systems ausgestattet: 13 Kameras, vier Lidar-Einheiten und sechs Radarsensoren arbeiten zusammen. Die Sensorkosten liegen bei unter 20.000 Dollar – umgerechnet rund 18.000 Euro. Damit ist das System deutlich günstiger als frühere Generationen.
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Der Ojai bietet zudem Barrierefreiheits-Features: Blindenschrift, Bildschirmvorlesefunktion sowie einen flachen Fahrgastraum mit Schiebetüren.
Bereits im Mai 2026 begann Waymo damit, ausgewählten Nutzern in Phoenix, Los Angeles und San Francisco kostenlose Probefahrten im Ojai anzubieten. Künftig soll das Modell auch in Denver, Las Vegas und San Diego eingesetzt werden.
Waymo betreibt derzeit rund 3.000 Fahrzeuge und wickelt nach eigenen Angaben mehr als 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in elf US-Städten ab. Insgesamt haben die Fahrzeuge bereits über 20 Millionen Meilen im vollautonomen Betrieb zurückgelegt.
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