Waymo-Robotaxis: Gemini-KI steuert Fahrgast-Erlebnis ab Juli
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Waymo rüstet seine Roboter-Taxis mit einer neuen KI-Oberfläche aus, die auf Googles Gemini-Technologie basiert. Der US-Fahrzeugdienst will damit das Erlebnis für Fahrgäste grundlegend verändern – und das Geschäft massiv ausbauen.
Der zu Alphabet gehörende Pionier für autonomes Fahren hat am heutigen Samstag ein umfassendes Update seiner Fahrgast-Schnittstelle vorgestellt. Das System, das seit dem 29. Juli in einer ersten Testphase läuft, nutzt die generative KI Gemini für zahlreiche Funktionen im Innenraum. Die Technologie ist dabei strikt von der Software für das autonome Fahren getrennt – Sicherheitsfunktionen bleiben unberührt.
KI als Reisebegleiter: Was die neue Oberfläche kann
Die neue Benutzeroberfläche versteht natürliche Sprache und reagiert auf Anfragen der Passagiere. Fahrgäste können Klimaanlage und Belüftung per Sprachbefehl steuern, erhalten während der Fahrt detaillierte Informationen zu Sehenswürdigkeiten oder werden in Echtzeit über den Fortschritt der Reise informiert. Ein dreiteiliges Display-Layout im Fahrzeuginnenraum sorgt für klare Struktur, ein sogenannter „Calm Mode" reduziert die Anzeige auf das Wesentliche.
Waymo-Co-CEO Dmitri Dolgov betonte im Zusammenhang mit der Einführung die Sicherheitsphilosophie des Unternehmens. Anders als in der rein digitalen Softwarewelt, wo Fehler einfach rückgängig gemacht werden könnten, gelte für autonomes Fahren: Schnelligkeit ja, aber Sicherheit habe immer Vorrang vor dem traditionellen Tech-Motto „Move fast and break things".
Neue Hardware-Generation: Weniger Sensoren, geringere Kosten
Parallel zur Software-Offensive bringt Waymo seine sechste Fahrzeuggeneration auf die Straße. Das Modell „Ojai", das auf einer Plattform des chinesischen Herstellers Zeekr basiert, wurde Anfang der Woche bei Testfahrten in Seattle gesichtet. Bereits im Frühjahr war der Wagen in Phoenix, San Francisco und Los Angeles im Einsatz.
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Die technische Ausstattung ist deutlich schlanker geworden: Statt 29 Kameras und fünf Lidar-Einheiten wie in früheren Generationen kommen nun 13 Kameras und vier Lidar-Sensoren zum Einsatz. Branchenkreisen zufolge könnten die Produktionskosten der Ojai-Plattform weniger als halb so hoch liegen wie bei den bisher genutzten Jaguar-I-Pace-Fahrzeugen. Die Umstellung scheint dem Wachstum keinen Abbruch zu tun: Waymo hat inzwischen mehr als 20 Millionen autonome Fahrten absolviert und über 320 Millionen autonom gefahrene Kilometer gesammelt.
Milliarden-Finanzierung und Expansionspläne
Das Technologie-Update folgt auf eine Phase rasanten Wachstums. Erst im Februar hatte Waymo eine Finanzierungsrunde über 16 Milliarden US-Dollar abgeschlossen – umgerechnet rund 14,7 Milliarden Euro. Allein Google steuerte 13 Milliarden US-Dollar bei. Die Bewertung des Unternehmens liegt inzwischen bei etwa 126 Milliarden US-Dollar, also rund 115 Milliarden Euro. Auch die Risikokapitalfirma Sequoia Capital gehört zu den Investoren.
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Die Nachfrage steigt rasant: Wöchentlich verzeichnet Waymo inzwischen über 450.000 Bestellungen in seinen aktiven Metropolregionen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es rund 15 Millionen Aufträge. Aktuell ist der Dienst in fünf US-Städten verfügbar, doch die Pläne reichen deutlich weiter. Mehr als 20 Standorte weltweit sind angepeilt, darunter London und Tokio sowie Denver, Las Vegas und San Diego in den USA.
Der Wettbewerb im Markt für autonome Fahrzeuge verschärft sich derweil spürbar. Uber kündigte kürzlich Investitionen von zehn Milliarden US-Dollar an, um über Partnerschaften 120.000 autonome Fahrzeuge einzusetzen. Auch internationale Konkurrenten legen zu: Baidu mit seinem Dienst Apollo Go verbuchte im ersten Quartal 2026 mehr als drei Millionen Fahrten.
