Wearables in der Forschung: UniversitÀt Basel definiert Auswahlkriterien
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nutzung von tragbaren Technologien, sogenannten Wearables, hat in der medizinischen Fachwelt sowie in der klinischen Forschung stetig an Bedeutung gewonnen. Dennoch stellt die Entscheidung zwischen kommerziellen EndverbrauchergerÀten und spezialisierten Forschungswerkzeugen Wissenschaftler oft vor methodische Herausforderungen.
Ein Zusammenschluss Schweizer Forschungsinstitutionen hat hierzu unter FederfĂŒhrung der UniversitĂ€t Basel eine systematische Entscheidungsgrundlage erarbeitet, um die Auswahl geeigneter GerĂ€te fĂŒr die Gesundheitsforschung zu objektivieren.
Ein einheitlicher Rahmen fĂŒr die Forschungspraxis
In einer Untersuchung mit dem Titel âChoosing the right wearable for health researchâ, wie ein Bericht vom 2. September 2026 darlegt, definieren die beteiligten Experten klare Kriterien fĂŒr den Einsatz dieser Technologien.
An der Erarbeitung der Methodik waren neben der UniversitĂ€t Basel auch die UniversitĂ€t ZĂŒrich, die UniversitĂ€t Luzern sowie das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) und die Swiss School of Public Health (SSPH+) beteiligt.
Ziel der Analyse war es, ein strukturiertes Vorgehen zu entwickeln, das die oft unklare Abgrenzung zwischen Consumer-Wearables und speziellen Research-Wearables auflöst. WÀhrend Erstere oft durch hohe Nutzerakzeptanz bestechen, bieten Letztere hÀufig detailliertere Einblicke in die erhobenen PrimÀrdaten. Die neue Methodik soll sicherstellen, dass die gewÀhlte Hardware den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Studie entspricht.
Drei SÀulen der GerÀtebewertung
Die vorgeschlagene Auswahlmethodik stĂŒtzt sich auf drei wesentliche Anforderungsbereiche. Diese dienen als Leitfaden, um die Eignung eines Wearables fĂŒr ein konkretes Forschungsprojekt zu prĂŒfen:
Erstens stehen kontextuelle Anforderungen im Vordergrund. Hierbei geht es um die Rahmenbedingungen der geplanten Studie, etwa die Zielgruppe oder die Dauer der Datenerhebung. Faktoren wie der Tragekomfort und die Handhabung durch die Probanden seien entscheidend, um eine hohe DatenqualitĂ€t ĂŒber den gesamten Untersuchungszeitraum sicherzustellen.
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Zweitens werden wissenschaftliche Anforderungen definiert. In diesem Bereich liegt der Fokus auf der ValiditĂ€t und ReliabilitĂ€t der Sensordaten. Die Studie betont die Notwendigkeit, dass die GerĂ€te die relevanten physiologischen Parameter mit einer fĂŒr die Wissenschaft erforderlichen PrĂ€zision erfassen.
Ein wesentlicher Punkt sei dabei oft die VerfĂŒgbarkeit von Rohdaten, um eine unabhĂ€ngige Auswertung jenseits der herstellereigenen Algorithmen zu ermöglichen.
Drittens umfasst die Methodik technische GerĂ€teanforderungen. Hierzu zĂ€hlen Spezifikationen wie die Batterielaufzeit, die Robustheit der Hardware sowie die Schnittstellen fĂŒr den Datenexport. Auch die KonformitĂ€t mit geltenden Datenschutzbestimmungen wird in diesem Zusammenhang als zentrales Auswahlkriterium angefĂŒhrt.
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Bedeutung fĂŒr die QualitĂ€tssicherung in Gesundheitsstudien
Die Kooperation der verschiedenen Schweizer Institutionen unterstreicht die Relevanz einer interdisziplinĂ€ren Herangehensweise in der modernen Gesundheitsforschung. Durch die Anwendung der vorgeschlagenen Kriterien soll die Vergleichbarkeit von Studienergebnissen verbessert werden. Forscher erhalten damit ein Instrumentarium, um die StĂ€rken und SchwĂ€chen der verfĂŒgbaren Technologien bereits in der Planungsphase gegeneinander abzuwĂ€gen.
Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass weder Consumer- noch Research-Wearables pauschal als ĂŒberlegen eingestuft werden können. Vielmehr hĂ€nge die optimale Wahl vom spezifischen Studiendesign und den angestrebten Forschungszielen ab. Die nun vorliegende Methodik bietet hierfĂŒr einen fundierten Orientierungsrahmen.
