WebKit-Lücken, Apples

WebKit-Lücken: Apples iCloud Private Relay ist kompromittiert

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 06:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende decken kritische Apple-Schwachstellen auf: WebKit-Proxys umgehbar, DarkSword-Angriffe auf iOS und XCSSET-Trojaner gefährden Mac-Entwickler.

Apple-Sicherheitslücken: WebKit-Leaks, DarkSword-Angriffe und XCSSET-Trojaner
Konzeptbild eines Smartphones und Laptops mit abstrakten digitalen Datenströmen, die Netzwerksicherheit darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forschende haben mehrere Schwachstellen in Apples WebKit-Engine entdeckt, die Nutzerdaten selbst bei aktiven Schutzmechanismen preisgeben. Die Lücken betreffen Millionen von iOS- und macOS-Geräten – auch in Deutschland.

WebKit-Umgehung: Diese Funktionen leaken Nutzerdaten

Die Sicherheitsforscher von Mysk haben drei konkrete WebKit-Funktionen identifiziert, die konfigurierte Proxys umgehen können. DNS-Prefetching (betroffen ab iOS 26.0), WebAuthn Related Origin Requests (seit iOS 18.0) und WebTransport (ab iOS 26.4) ermöglichen es, Netzwerkanfragen außerhalb des vorgesehenen Proxy-Tunnels zu senden.

Die Folge: Zielserver und zwischengeschaltete Beobachter können die tatsächliche IP-Adresse und DNS-Abfragen der Nutzer einsehen. Während klassische VPNs offenbar nicht betroffen sind, ist Apples iCloud Private Relay kompromittiert. Ein Sicherheitsupdate (Psylo 1.3.1) soll die Schwachstellen inzwischen adressieren.

DarkSword-Exploit: Gezielte Angriffe auf iOS-Nutzer

Neben den Browser-Lücken richtet sich eine neue Angriffswelle gezielt gegen iPhone- und iPad-Nutzer. Ein chinesischsprachiger Akteur setzt dabei das geleakte Exploit-Kit DarkSword ein, um die Schadsoftware GHOSTBLADE zu verbreiten. Diese stiehlt Schlüsselbund-Daten, iCloud-Zugangsdaten und WLAN-Passwörter.

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Die Angriffsinfrastruktur umfasst mehr als 100 Webseiten und 27 Hosts, verteilt auf Hongkong, Japan, die USA und Europa. Betroffen sind Geräte mit iOS-Versionen von 18.4 bis 18.7. Die Täter nutzen über 100 gefälschte AWS- und Apple-ID-Loginseiten, um ihre Opfer zu täuschen. Apple hat für die betroffenen Versionen inzwischen Patches veröffentlicht.

XCSSET-Trojaner: Neue Gefahr für Mac-Entwickler

Auch Entwickler geraten zunehmend ins Visier: Die Schadsoftware XCSSET verbreitet sich in Version 40 über kompromittierte Xcode-Projekte auf Git-Repositories. Besonders perfide: Der Trojaner enthält 17 spezialisierte Module, darunter einen Chrome-Hijacker, der über das Chrome DevTools Protocol Zugangsdaten stiehlt, sowie einen Telegram-Trojanisierer.

Datenschutzbedenken: Mail-App kontaktiert iCloud-Server

Für Aufsehen sorgt zudem eine Entdeckung des Forschers Jeff Johnson: Die native Mail-App auf Apple-Geräten nimmt Kontakt zu iCloud-Servern auf – selbst wenn Nutzer über Nicht-iCloud-Konten schreiben und iCloud-Dienste deaktiviert haben. Die Prozesse cloudd und nsurlsessiond initiieren diese Verbindungen. Der genaue Zweck der Datenübertragung bleibt unklar, da Zertifikats-Pinning weitere Analysen verhindert.

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Apple begrenzt Bug-Reports: KI-Flut fordert ihren Tribut

Die schiere Menge neu entdeckter Schwachstellen zwingt Apple zum Umdenken. Der Konzern begrenzt nun die Anzahl akzeptierter Sicherheitsmeldungen pro Forscher. Der Hintergrund: KI-gestützte Analyse-Tools haben die Zahl der gemeldeten Schwachstellen massiv erhöht.

So entdeckte die Cybersicherheitsfirma Bynario innerhalb von nur drei Wochen mehr als 50 macOS-Fehler mithilfe von GPT-5.5 – darunter CVE-2026-43760, eine Schwachstelle in der macOS-Bildschirmfreigabe. Apple setzt nun verstärkt auf automatisierte Sicherheitswerkzeuge wie Claude und OpenAI Codex Security, um die Flut an Meldungen zu bewältigen und die eigene Software gegen KI-entdeckte Exploits zu härten.

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