Wechseljahre, FrĂŒhe

Wechseljahre: FrĂŒhe Menopause erhöht das Diabetesrisiko um rund 30 Prozent

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die DDG empfiehlt regelmĂ€ĂŸige Stoffwechselkontrollen sowie Bewegung und ausgewogene ErnĂ€hrung, um Risiken in den Wechseljahren frĂŒh zu erkennen.
Ein sonnendurchfluteter Waldweg als Symbol fĂŒr Bewegung und Gesundheit wĂ€hrend der Wechseljahre. Illustration mit AI erstellt.

Die hormonellen Umstellungen in den Wechseljahren haben weitreichende Auswirkungen auf den weiblichen Stoffwechsel. AnlĂ€sslich des Weltmenopausentags, den die International Menopause Society im Jahr 2009 initiierte, fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diese Lebensphase in der medizinischen Versorgung deutlich stĂ€rker zu berĂŒcksichtigen.

Nach Ansicht der Fachgesellschaft mĂŒssen die Wechseljahre in der PrĂ€vention, der hausĂ€rztlichen Versorgung sowie in der GynĂ€kologie und Diabetologie eine wesentlich prominentere Rolle einnehmen, um Stoffwechselerkrankungen frĂŒhzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Hormoneller Wandel beeinflusst den Glukosestoffwechsel

Die biologischen VerĂ€nderungen wĂ€hrend des Klimakteriums wirken sich unmittelbar auf die Insulinwirkung aus. Ein sinkender Östrogenspiegel begĂŒnstigt nach Angaben der Fachgesellschaft die Entstehung einer Insulinresistenz, fördert die Zunahme von Bauchfett und fĂŒhrt hĂ€ufig zu erhöhten Blutfettwerten.

Besonders ausgeprĂ€gt ist dieser Effekt bei Frauen, deren Menopause vor dem 45. Lebensjahr einsetzt. DDG-PrĂ€sidentin Julia Szendrödi verweist in diesem Zusammenhang auf internationale Studien, wonach diese Gruppe ein um rund 30 Prozent höheres Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes aufweist. Neben einer frĂŒhen Menopause zĂ€hlen Frauen mit frĂŒherem Schwangerschaftsdiabetes, familiĂ€rer Vorbelastung sowie Übergewicht zu den besonders gefĂ€hrdeten Gruppen.

Besondere Herausforderungen bei bestehender Diabeteserkrankung

FĂŒr Frauen, die bereits mit Diabetes leben, bringt die hormonelle Umstellung zusĂ€tzliche Schwierigkeiten mit sich. Bei Typ-1-Diabetes verĂ€ndern die hormonellen Schwankungen den tĂ€glichen Insulinbedarf, was eine prĂ€zise Anpassung der Therapie erfordert.

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Zudem besteht eine Verwechslungsgefahr bei den körperlichen Signalen: Typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder SchweißausbrĂŒche Ă€hneln den Symptomen einer Unterzuckerung. Um FehleinschĂ€tzungen zu vermeiden, rĂ€t die Fachgesellschaft Betroffenen dazu, den Blutzucker in dieser Phase hĂ€ufiger zu messen.

Empfohlene Vorsorgeuntersuchungen in der Lebensmitte

Um Stoffwechselentgleisungen rechtzeitig zu diagnostizieren, empfiehlt die DDG Frauen in der Lebensmitte regelmĂ€ĂŸige Kontrolluntersuchungen. Dazu gehören die Bestimmung der NĂŒchternglukose oder des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c sowie die ÜberprĂŒfung von Blutdruck und Blutfettwerten.

ErgĂ€nzend sollten das Körpergewicht, der Taillenumfang und die Leberwerte routinemĂ€ĂŸig erfasst werden, um VerĂ€nderungen des kardiometabolischen Profils frĂŒh zu dokumentieren.

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Bewegung und ErnÀhrung als zentrale SÀulen

Neben der Diagnostik betont die Fachgesellschaft den prĂ€ventiven Nutzen eines angepassten Lebensstils. Beim Sport wird eine Kombination empfohlen: Zwei- bis dreimal pro Woche sollte gezieltes Muskeltraining stattfinden, ergĂ€nzt durch regelmĂ€ĂŸige Ausdauereinheiten. Als geeignete Ausdauersportarten nennt die Organisation Walken, Joggen, Radfahren und Schwimmen.

Auf der ErnĂ€hrungsebene rĂ€t die DDG zu einer ballaststoffreichen Kost mit reichlich GemĂŒse und pflanzlichen Fetten. Im Gegenzug sollten Zucker und stark verarbeitete Fertigprodukte reduziert werden. Ausreichend Schlaf und eine gezielte Stressreduktion runden die Maßnahmen ab, um den Stoffwechsel in den Wechseljahren stabil zu halten.

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