Weiterbildung booming: Volkshochschulen verzeichnen 40% mehr Teilnehmer
07.07.2026 - 06:10:31 | boerse-global.de
Die gesetzlichen Regelungen unterscheiden sich jedoch stark von Region zu Region.
FĂŒnf Tage pro Jahr â meistens
Die meisten BundeslĂ€nder gewĂ€hren fĂŒnf zusĂ€tzliche Tage Bildungsurlaub pro Jahr. Nordrhein-Westfalen etwa erlaubt laut Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG) sogar die Zusammenfassung auf zehn Tage fĂŒr das Folgejahr. Ăhnlich handhaben es Berlin und Brandenburg.
Bremen geht einen anderen Weg: Hier stehen zehn Tage innerhalb von zwei Jahren zur VerfĂŒgung. Eine Mindestdauer von einem Tag pro MaĂnahme ist Pflicht.
Die Antragsfristen variieren ebenfalls. In Bremen mĂŒssen Arbeitgeber vier Wochen vorher Bescheid wissen, in Nordrhein-Westfalen sind es sechs Wochen.
Ăber 5.000 Kurse allein in Hamburg
Die Auswahl ist riesig. Hamburgs offizielles Verzeichnis listet Anfang Juli 2026 stolze 5.642 anerkannte Angebote. Die Bandbreite reicht von Informationstechnik ĂŒber Sprachen bis zu kaufmĂ€nnischen Grundlagen.
Die Kurse reagieren auf den technologischen Wandel. Volkshochschulen und private Anbieter integrieren zunehmend digitale Kompetenzen. Brandenburg bietet im Juli 2026 Kompaktkurse, die neben Word und Excel auch den praktischen KI-Einsatz und Datenschutz behandeln.
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Gesundheitskurse und Sprachreisen boomen
Neben Digitalthemen bleiben Gesundheit und Sprachen Dauerbrenner. Die VHS LĂŒbeck kĂŒndigt fĂŒr Herbst/Winter 2026 ĂŒber 500 Kurse an â von Polnisch ĂŒber Latein bis GebĂ€rdensprache. Auch Pilates und Yoga sind stark vertreten.
Sprachreisen ins Ausland sind möglich. Nordrhein-Westfalen erlaubt sie, wenn das Ziel maximal 500 Kilometer von der Landesgrenze entfernt liegt. England, Frankreich oder die Schweiz sind damit drin.
Ein neuer Trend: GesundheitsprĂ€vention mit StressbewĂ€ltigung. Achtsamkeitstraining und Meditation stehen hoch im Kurs. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es sogar ZuschĂŒsse von Krankenkassen.
Wer zahlt? Das Fördersystem ist komplex
Arbeitnehmer mĂŒssen Weiterbildung nicht immer selbst finanzieren. Es gibt mehrere Fördertöpfe:
- BerufstĂ€tige: Bildungsschecks der LĂ€nder oder Förderung durch das Qualifizierungschancengesetz. Das Aufstiegs-BAföG unterstĂŒtzt gezielt FĂŒhrungsqualifikationen.
- Arbeitsuchende: Agentur fĂŒr Arbeit und Jobcenter vergeben Bildungsgutscheine sowie Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine (AVGS).
- Spezielle TrÀger: Die Deutsche Rentenversicherung finanziert Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Berufsgenossenschaften springen bei berufsbedingten Erkrankungen oder UnfÀllen ein.
Einige BundeslĂ€nder schieĂen zudem Geld fĂŒr die Familienerholung zu. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und das Saarland zahlen 2026 feste SĂ€tze pro Person und Ăbernachtung.
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Die Nachfrage explodiert
Die Kurse sind gefragt. Die Volkshochschule Burscheid verzeichnet eine Verdreifachung ihres Angebots â bei 40 Prozent mehr Teilnehmern. Ăber 10.000 Menschen nutzen inzwischen die Kurse.
Gleichzeitig verschieben sich die Schwerpunkte. Integrationskurse verlieren an Zulauf, wÀhrend allgemeine und berufliche Weiterbildung boomen.
Die VHS MĂŒnster bietet pro Semester rund 40 spezifische Bildungsurlaube an, die in mehreren BundeslĂ€ndern anerkannt sind. Die Kosten liegen meist zwischen 200 und 400 Euro. Spezialisierte IT-Schulungen oder Sprachreisen können deutlich teurer sein.
