Schleppnetz-Fischerei verursacht womöglich MilliardenschÀden
25.03.2025 - 01:02:37Die Fischerei mit Schleppnetzen am Meeresboden gefĂ€hrdet einem Bericht zufolge kostbare LebensrĂ€ume und verursacht allein in Europa jĂ€hrliche SchĂ€den von bis zu zehn Milliarden Euro. Beifang, zerstörte LebensrĂ€ume, CO2-Emissionen und andere Faktoren machen die Praxis trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung unprofitabel, wie aus einem Bericht hervorgeht, der unter anderem von der Meeresschutzorganisation National Geographic Pristine Seas veröffentlicht wurde. Die Grundschleppnetz-Fischerei sei nur deshalb noch gĂ€ngig, weil die tatsĂ€chlichen Kosten nicht abgebildet wĂŒrden und die Praxis subventioniert werde.
Bei der Fischereiart ziehen Schiffe teils riesige Netze durchs Meer, deren unteres Ende durch Gewichte direkt ĂŒber den Boden schleift. LebensrĂ€ume wie MuschelbĂ€nke und Riffe können dadurch schwer beschĂ€digt werden, auĂerdem sind die Beifangquoten hoch. Trotz der Vorbehalte gegen die Praxis ist sie noch weit verbreitet - das Gros der Wildfische auf hiesigen Tellern wird so aus dem Meer geholt.
Experte spricht von ökologischer und wirtschaftlicher «Katastrophe»
FĂŒr ihre Berechnung nahmen die Fachleute den Zeitraum zwischen 2016 und 2021 unter die Lupe und hielten Kosten und ErtrĂ€ge gegeneinander: JĂ€hrlich mache die Branche im Schnitt - nach optimistischer SchĂ€tzung - 4,5 Milliarden Euro Umsatz. Hinzu kommen positive BeitrĂ€ge zur ErnĂ€hrung und zur BeschĂ€ftigung. Die Kosten umfassen demnach staatliche Subventionen, Beifang und vor allem emittiertes CO2. Je nach Tonnenpreis fĂŒr das Treibhausgas ergebe sich ein Fehlbetrag zwischen 330 Millionen und 10,8 Milliarden Euro jĂ€hrlich.
«Die Grundschleppnetz-Fischerei ist sowohl eine ökologische als auch eine wirtschaftliche Katastrophe», sagte Enric Sala von Pristine Seas. Sie trage nur zwei Prozent zur Versorgung Europas mit tierischem EiweiĂ bei, fordere aber einen verheerenden Tribut fĂŒr die biologische Vielfalt. SchĂ€dlich sei die Praxis auch mit Blick aufs Klima: Denn das Sediment fungiert als CO2-Speicher. Wird es aufgewĂŒhlt, kann mehr des Treibhausgases in die AtmosphĂ€re gelangen.
Die Forscherinnen und Forscher fanden zudem heraus, dass sich im Schnitt ĂŒber zwölf Prozent der entsprechenden AktivitĂ€ten in Meeresschutzgebieten abspielten. In Deutschland zĂ€hlen zu den sogenannten MPAs etwa das Sylter AuĂenriff oder Fehmarnbelt. Wenn die Grundschleppnetz-Fischerei nur hier eingestellt wĂŒrde, könne das bereits viel Schaden abwenden, so Sala.


