Wero: Lidl startet europäisches Bezahlsystem als erster Händler
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lidl hat die neue EU-Bezahlmethode Wero in seinen Onlineshop integriert. Der Discounter ist damit branchenweit der erste Händler in Deutschland, der auf das System der European Payments Initiative (EPI) setzt. Kunden können Transaktionen künftig in Echtzeit von Konto zu Konto abwickeln – entweder über ihre Banking-App oder per QR-Code-Scan.
56 Millionen potenzielle Nutzer
Das System steht bereits einem Potenzial von über 56 Millionen Bankkunden in Europa zur Verfügung. Voraussetzung ist ein Girokonto bei einem der 18 teilnehmenden Institute sowie eine einmalige Aktivierung. Die Echtzeit-Abwicklung ermöglicht eine sofortige Zahlungsbestätigung – ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Überweisungen.
Auch in anderen europäischen Märkten macht Wero Fortschritte. Die belgische Bank Crelan hat das System Ende Juli in ihre mobile App integriert. Damit sind Peer-to-Peer-Zahlungen ohne zusätzliche Software möglich. Branchenexperten sehen Banking-Apps ohnehin als bevorzugte Methode für direkte Zahlungen zwischen Privatpersonen.
Abo-Zahlungen in Sicht
Ein Blick in die technische Entwicklung verrät: Wero bereitet sich auf die nächste Stufe vor. In der Programmierschnittstelle (API) fanden sich Hinweise auf sogenannte „Subscription Payments“. Das deutet auf eine baldige Nutzung für regelmäßige Abonnement-Zahlungen hin – etwa für Streaming-Dienste oder Mitgliedschaften.
Die VR Bank RheinAhrEifel eG könnte zu den ersten Instituten gehören, die diese Funktion unterstützen. Ein zentraler Punkt der Strategie: Für die Abwicklung von Abonnements sollen keine zusätzlichen Gebühren anfallen.
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Politischer RĂĽckenwind
Die Einführung von Wero kommt nicht von ungefähr. In Berlin bereitet eine Bundesratsinitiative vor, Händler zur Akzeptanz mindestens einer elektronischen Bezahlmöglichkeit zu verpflichten. Ziel: Steuerhinterziehung bekämpfen. Die jährlichen Ausfälle in diesem Bereich liegen Schätzungen zufolge im zweistelligen Milliardenbereich.
Während Lidl auf die europäische Lösung setzt, gehen andere Händler eigene Wege. Amazon bietet in Deutschland und Österreich künftig Ratenzahlungen über PayPal an – eine Kooperation mit dem US-Dienst.
Eigenes Ökosystem wächst
Lidl verknüpft seine digitalen Zahlungsangebote zunehmend mit dem eigenen System. Die rund 700 E-Auto-Ladestationen an den Filialen – Schnellladung mit bis zu 360 kW – sind an die Registrierung bei Lidl Pay und der Lidl Plus App gebunden.
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