Wero-Umfrage, Zahlungsdienst

Wero-Umfrage: Nur 39% kennen europäischen Zahlungsdienst

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei Jahre nach dem Start kämpft Wero mit geringer Bekanntheit: Nur 39 Prozent kennen den Dienst, PayPal dominiert mit 35 Millionen Konten in Deutschland.

Wero-Zahlungsdienst: Umfrage zeigt große Bekanntheits- und Akzeptanzlücken
Eine Person nutzt ein Smartphone für eine kontaktlose Zahlung an einem Terminal in einem Café. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund zwei Jahre nach der Einführung des europäischen Bezahldienstes Wero zeigen aktuelle Marktdaten ein gemischtes Bild zur Bekanntheit und Akzeptanz des Systems. Eine im Juli 2026 durchgeführte Umfrage der Institute Verivox und Innofact verdeutlicht die massiven Herausforderungen, denen sich die European Payments Initiative (EPI) auf ihrem Weg zur Etablierung einer kontinentalen Alternative zu US-amerikanischen Anbietern gegenübersieht.

Umfrageergebnisse offenbaren Bekanntheitsdefizite

Obwohl Wero bereits im Juli 2024 gestartet ist, ist die Marke in der breiten Bevölkerung noch nicht vollständig verankert. Laut der Erhebung unter 1002 Befragten gaben 39 Prozent an, Wero als Zahlungsdienst zu kennen. Demgegenüber steht ein signifikanter Anteil von 31 Prozent, die noch nie von dem Dienst gehört haben. Weitere 23 Prozent der Teilnehmer verfügen über eine vage Vorstellung, während 7 Prozent die Marke falsch einordneten.

Besonders kritisch bewerten Marktbeobachter die Nutzungsrate und die Zukunftserwartungen der Verbraucher. Von denjenigen, denen Wero ein Begriff ist, nutzen 64,8 Prozent das System bisher nicht. Zudem äußerten 58 Prozent der Befragten Zweifel am langfristigen Erfolg der Initiative.

Diese Skepsis spiegelt sich auch im direkten Vergleich mit etablierten Wettbewerbern wider: Während die EPI für Deutschland rund 9 Millionen Nutzer meldet, kommt der Konkurrent PayPal im selben Markt auf etwa 35 Millionen aktive Konten.

Regionale Schwerpunkte und Nutzerzahlen in Europa

Insgesamt verzeichnet die European Payments Initiative derzeit 57 Millionen Nutzer in den Kernmärkten Belgien, Frankreich und Deutschland. Die Verteilung der Nutzerschaft weist dabei ein starkes Gefälle auf.

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Ein erheblicher Teil der Aktivitäten konzentriert sich auf Frankreich, wo nach Branchenangaben etwa drei Viertel der insgesamt 55 Millionen europäischen Nutzer registriert sind. In Frankreich wurde zudem bereits im April 2026 der erste Einkauf über das Institut BPCE erfolgreich abgewickelt.

Die EPI stützt sich bei der Verbreitung auf ein Netzwerk namhafter Partnerbanken, darunter BNP Paribas, BPCE, Crédit Agricole und die Société Générale. Auf der Handelsseite konnten bereits Unternehmen wie Air France, E.Leclerc, Veepee und Orange als Partner gewonnen werden. Dennoch gilt die technische Integration bei Händlern weiterhin als eines der Haupthemmnisse für eine schnellere flächendeckende Verbreitung des Dienstes.

Roadmap für Expansion und neue Funktionen

Um die Marktanteile weiter auszubauen, verfolgt die EPI einen strikten Zeitplan für die geografische und funktionale Expansion. Nachdem in den Niederlanden der Übergang vom dortigen System iDEAL eingeleitet wurde, steht der Start in Luxemburg für den 1. September bevor. Ein Markteintritt in Österreich ist für das Jahr 2027 projektiert.

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Parallel zur regionalen Ausweitung soll das Funktionsspektrum von Wero erweitert werden. Für das zweite Halbjahr 2026 ist der Start von Wero im Bereich E-Commerce in Frankreich geplant.

Die Möglichkeit, mit dem Dienst direkt im stationären Einzelhandel an der Kasse zu bezahlen, soll nach aktuellen Planungen im Jahr 2027 folgen. Ob diese Erweiterungen ausreichen, um die Vormachtstellung der US-amerikanischen Konkurrenz zu brechen, bleibt angesichts der aktuellen Umfragewerte abzuwarten.

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