WhatsApp: 54% Erfolgsquote bei KI-Betrug statt 12% Phishing
25.06.2026 - 16:09:24 | boerse-global.de
Im Fokus stehen unbekannte Absender und verknüpfte Geräte. Hintergrund ist eine veränderte Bedrohungslage: KI-gestützte Angriffe haben Ransomware als größtes Cyberrisiko abgelöst.
Neue „Trust-Warning“ gegen unbekannte Nummern
WhatsApp zeigt künftig eine sogenannte „Trust-Warning“ an, wenn Nachrichten von nicht gespeicherten Nummern eintreffen. Die Funktion liefert Kontext: Herkunftsland des Absenders und gemeinsame Gruppen. Nutzer können den Chat direkt abbrechen oder blockieren – der Absender erfährt nichts davon.
Parallel dazu implementiert der Dienst eine neue Warnung für verknüpfte Geräte. Sie soll unbefugte Zugriffe schneller erkennbar machen. Die Funktionen werden schrittweise für Android und iOS ausgerollt.
In Beta-Versionen zeichnen sich weitere Änderungen ab. Ein grüner Punkt im Profilbild könnte künftig den Online-Status anzeigen und die bisherige Textanzeige ersetzen. Auch Erwähnungen in Text-Statusupdates sind in Arbeit.
KI-Betrug: 54 Prozent Erfolgsquote statt 12
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Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird durch aktuelle Zahlen untermauert. Rund 73 Prozent der Führungskräfte berichten von KI-gestützten Betrugsvorfällen in ihren Unternehmen. Während klassische Phishing-Versuche nur bei 12 Prozent der Empfänger erfolgreich sind, liegt die Quote bei KI-gestützten Angriffen bei 54 Prozent.
Das Bundeskriminalamt registrierte für 2025 insgesamt 380.000 Phishing-Fälle. Der wirtschaftliche Gesamtschaden: rund 289 Milliarden Euro.
Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen zudem vor einer spezifischen Malware-Welle auf WhatsApp. Schädliche Dateien, getarnt als Rechnungen, werden über kompromittierte Konten verbreitet. Betroffen sind vor allem Windows-Nutzer – die Anhänge nutzen Endungen wie .vbs, .js oder .scr, um Fernzugriffe zu ermöglichen.
Neuer Chef, neue Strategie
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Die technologischen Anpassungen fallen mit einem Führungswechsel zusammen. Meta ernannte Kunal Shah zum neuen WhatsApp-Chef. Shah, dessen Unternehmen Cred zuvor eine hohe Bewertung erhielt, sieht erhebliches Wachstumspotenzial. Besonders der indische Markt mit rund 500 Millionen Nutzern gilt als zentraler Pfeiler.
Auch Betriebssystemhersteller reagieren auf die steigenden Risiken. Kommende Android-Versionen sollen zusätzliche Schutzfunktionen integrieren. Verbraucherschützer mahnen dennoch zur Vorsicht: Selbst offiziell wirkende Absender wie die Rentenversicherung sind aktuell vermehrt Ziel von Fälschungen.
