WhatsApp-Betrug: Cyberkriminelle stehlen Bankdaten mit Steuerbescheid-FĂ€lschung
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 01:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsexperten haben eine neue, gezielte Betrugswelle identifiziert, die Steuerzahler ĂŒber den Messaging-Dienst WhatsApp angreift. Unter dem Vorwand offizieller Mitteilungen der Einkommensteuerbehörde verbreiten Cyberkriminelle Schadsoftware, die darauf ausgelegt ist, Bankzugangsdaten von Personen zu entwenden, die ihre SteuererklĂ€rungen eingereicht haben.
Wie aus einem aktuellen Bericht des Sicherheitsunternehmens CloudSek hervorgeht, nutzen die Angreifer dabei eine Kombination aus technischer Manipulation und psychologischem Druck. Die Kampagne zielt nicht nur auf Einzelpersonen ab, sondern adressiert explizit auch WirtschaftsprĂŒfer, Steuerberater und Finanzabteilungen in Unternehmen.
Funktionsweise der Schadsoftware auf verschiedenen Plattformen
Die Analyse der Experten zeigt, dass die Kampagne sowohl Android-Nutzer als auch Anwender von Windows-Systemen ins Visier nimmt. Im Fall von Android-GerĂ€ten greift die Malware gezielt auf SMS-Nachrichten und Einmalpassörter (OTP) zu. Eine besonders gefĂ€hrliche Funktion ist das Ăberlagern von Bildschirminhalten: Die Software legt gefĂ€lschte Login-Masken ĂŒber legitime Apps, um Anmeldedaten direkt bei der Eingabe abzugreifen.
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FĂŒr Windows-Systeme verbreiten die TĂ€ter eine ausfĂŒhrbare Datei, die als Remote Access Trojan (RAT) fungiert. Diese ermöglicht den Angreifern einen umfassenden Fernzugriff auf den infizierten Rechner. Zu den Funktionen gehören unter anderem das Protokollieren von Tastatureingaben (Keylogging), das Erstellen von Screenshots sowie der Diebstahl gespeicherter Zugangsdaten. Die Schadsoftware wird hĂ€ufig in ZIP-Archiven versendet, wobei die DateigröĂen laut CloudSek bei 2 MB, 34 MB oder 35 MB liegen.
Manipulation durch gefÀlschte Behördenportale
Ein zentrales Element der Strategie ist die Nachahmung offizieller Infrastruktur. Die BetrĂŒger leiten ihre Opfer auf gefĂ€lschte Websites weiter, die das offizielle E-Filing-Portal der Steuerbehörde tĂ€uschend echt imitieren. Um die GlaubwĂŒrdigkeit zu erhöhen und die Opfer zu schnellem Handeln zu bewegen, berufen sich die Angreifer in ihren Nachrichten auf spezifische gesetzliche Bestimmungen, namentlich Section 271(1)(c) und Section 276C.
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ZusĂ€tzlich wird eine kĂŒnstliche Dringlichkeit erzeugt, indem den Betroffenen eine Frist von lediglich 72 Stunden gesetzt wird, um auf die vermeintlichen Bescheide zu reagieren. Diese Kombination aus rechtlichen Verweisen und zeitlichem Druck soll die Wachsamkeit der Nutzer herabsetzen.
Empfehlungen fĂŒr Steuerzahler und Finanzexperten
Shobhit Mishra von CloudSek betonte im Rahmen der Untersuchung die Schwere dieser Kampagne. Da die Angriffe gezielt auf professionelle Akteure wie WirtschaftsprĂŒfer und Finanzteams ausgeweitet wurden, bestehe ein erhöhtes Risiko fĂŒr sensible Unternehmensdaten und Transaktionssicherheit.
Experten raten dringend dazu, keine Dokumente oder Links zu öffnen, die ĂŒber inoffizielle KanĂ€le wie WhatsApp oder unaufgeforderte E-Mails eingehen. Die Verifizierung von Steuerbescheiden oder ausstehenden Forderungen sollte ausschlieĂlich ĂŒber das offizielle Portal der Einkommensteuerbehörde erfolgen. Da die Malware in der Lage ist, Sicherheitsmechanismen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung durch das Mitlesen von SMS-OTPs zu umgehen, ist besondere Vorsicht bei der Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen oder dem Ăffnen von ZIP-AnhĂ€ngen in Kurznachrichtendiensten geboten.
