WhatsApp-Betrug, Gefälschte

WhatsApp-Betrug: Gefälschte Tanzabstimmung kapert Konten per Ghost Pairing

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 22:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gefälschte Abstimmungen erschleichen Verifizierungscodes und ermöglichen Kriminellen den Zugriff auf WhatsApp-Konten samt Kontaktlisten.
Ein unbenutztes Smartphone liegt in einem schattigen, minimalistischen Wohnraum auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Cyberkriminelle nutzen manipulierte WhatsApp-Nachrichten bekannter Kontakte, um über angebliche Abstimmungen für Tanzwettbewerbe fremde Benutzerkonten zu kapern. Über präparierte Weblinks versuchen die Angreifer, externe Geräte mit den Profilen der Betroffenen zu verknüpfen und die Accounts anschließend für weitere Betrugsversuche zu missbrauchen. Sicherheitsbehörden und Cybersicherheitsexperten warnen vor der Masche.

Phishing-Seiten imitieren Nachwuchswettbewerb in Prag

Wie Sicherheitsbehörden, darunter die spanische Policía Nacional, die Guardia Civil sowie das Cybersicherheitsinstitut INCIBE, mitteilen, verbreitet sich die Kampagne über bereits kompromittierte Nutzerkonten. Die Empfänger erhalten dabei eine Nachricht von einer vertrauten Person aus dem eigenen Adressbuch mit der Bitte, an einem Online-Voting teilzunehmen.

In den kursierenden Texten wird häufig darum gebeten, für ein Mädchen namens Eliska zu stimmen, das an einem Wettbewerb teilnehme. Da die Mitteilung von einem bekannten Kontakt stammt, schöpfen viele Empfänger zunächst keinen Verdacht. Der ursprüngliche Absender weiß zu diesem Zeitpunkt meist nicht, dass sein Konto für den automatisierten Versand missbraucht wird.

Auf der verlinkten Phishing-Website werden Eliska und eine weitere Teilnehmerin namens Sofie als Finalistinnen aufgeführt. Als angeblicher Preis wird ein Kurs an der First International Ballet School in Prag in Aussicht gestellt.

Wer über die Seite für die Kandidatinnen abstimmen möchte, wird aufgefordert, die eigene Telefonnummer anzugeben. Im weiteren Verlauf verlangen die Betreiber der Seite einen Verifizierungscode, der kurz darauf per Kurznachricht an das Smartphone des Nutzers gesendet wird.

Kontoübernahme durch unbemerktes Ghost Pairing

Geben Nutzer diesen Code auf der Betrugsseite ein, gelingt es den Kriminellen, das WhatsApp-Konto des Opfers mit einem externen Gerät zu koppeln. Bei diesem sogenannten Ghost Pairing behalten die eigentlichen Kontoinhaber weiterhin uneingeschränkten Zugriff auf ihre mobile App und bemerken den Fremdzugriff im Alltag meist nicht.

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Die Täter nutzen die unbemerkt eingerichtete Parallelsitzung, um die Betrugsnachrichten im Namen des Opfers an sämtliche Kontakte weiterzuleiten und so die Reichweite der Kampagne rasant zu vergrößern. Zudem versuchen die Angreifer, die gestohlene Identität auszunutzen, um von Personen aus dem Adressbuch Geldüberweisungen zu fordern – etwa unter dem Vorwand dringender medizinischer Notfälle.

Schutzmaßnahmen und Empfehlungen für Betroffene

Sicherheitsbehörden raten dringend davon ab, Links in solchen Aufforderungen zu öffnen oder Telefonnummern und Verifizierungscodes auf externen Seiten einzugeben. Im Zweifelsfall sollte die Echtheit einer solchen Bitte stets über einen anderen Kommunikationskanal, beispielsweise durch einen direkten Telefonanruf, verifiziert werden.

Nutzern, die den Link bereits geöffnet oder Daten eingegeben haben, empfehlen Ermittler und IT-Sicherheitsexperten umgehende Schutzmaßnahmen:
* In den Einstellungen der Messenger-App sollte unverzüglich der Bereich für verknüpfte Geräte überprüft werden, um alle unbekannten oder verdächtigen Sitzungen sofort abzumelden.
* Zur Absicherung sollte die Zwei-Faktor-Authentifizierung innerhalb der Anwendung aktiviert werden.

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  • Sowohl das Betriebssystem des Smartphones als auch die Messenger-App sollten auf den neuesten Stand aktualisiert werden; alternativ kann eine Neuinstallation der App ratsam sein.
  • Kontakte sollten über alternative Kanäle vor eingehenden Betrugsnachrichten gewarnt werden.
  • Betroffene sollten Beweise sichern und Anzeige bei den zuständigen Polizeibehörden erstatten. Wurden bereits Überweisungen getätigt, muss umgehend das eigene Kreditinstitut kontaktiert werden.
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