WhatsApp-Betrug: Kriminelle stehlen 8,8 Millionen von Ex-Politiker
20.06.2026 - 18:03:35 | boerse-global.de
Die indische Polizei schlägt Alarm: Kriminelle nutzen WhatsApp für immer raffiniertere Abzocke. Betroffen sind nicht nur Normalbürger, sondern auch ehemalige Spitzenpolitiker.
Die Kerala Police hat am heutigen Samstag eine dringende Warnung vor einer neuen Betrugswelle auf WhatsApp veröffentlicht. Die Täter geben sich als bekannte Marken aus und locken ihre Opfer mit angeblichen Jubiläumsgewinnspielen. Das Ziel: persönliche Daten und Bankzugänge stehlen.
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So funktioniert die „Gift Scam"-Masche
Die Betrugsmasche folgt einem perfiden Muster. Die Kriminellen verschicken Nachrichten, die angeblich von namhaften Unternehmen stammen – darunter auch die bekannte indische Molkereimarke Milma. Die Empfänger werden aufgefordert, auf Links zu klicken, die zu gefälschten Webseiten führen.
Dort müssen die Opfer Fragen beantworten und erhalten anschließend ein „Scratch-and-Win"-Angebot. Um den vermeintlichen Gewinn einzulösen, sollen sie die Nachricht an ihre Kontakte weiterleiten. So verbreitet sich der Betrug rasant.
Die Polizei warnt eindringlich: Wer auf die Links klickt, riskiert die Kontrolle über sein Smartphone zu verlieren. Die Täter können dann Bankdaten und Einmalpasswörter (OTPs) abgreifen. Betroffene sollen den Vorfall umgehend über die nationale Hotline 1930 oder das offizielle Cybercrime-Portal melden.
Prominentes Opfer: Ex-Abgeordneter verliert Millionen
Der Warnung vorausgegangen waren spektakuläre Fälle. Zwischen dem 12. und 16. Juni wurde Naresh Gujral, ehemaliges Mitglied des indischen Oberhauses und Sohn eines früheren Premierministers, um umgerechnet rund 8,8 Millionen Euro betrogen.
Die Angreifer hackten Gujrals WhatsApp-Konto und gaben sich mit seinem Profilbild als er selbst aus. Sie kontaktierten seinen Finanzvorstand und orderten vier Überweisungen. Das Geld floss zunächst auf Konten in Maharashtra und Andhra Pradesh, bevor es auf etwa 30 bis 40 weitere Konten verteilt wurde.
Dank einer schnellen Reaktion der Sondereinheit IFSO der Delhi Police konnten über 70 Prozent der Summe – rund 5,1 Millionen Euro – eingefroren werden.
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Weitere Großbetrugsfälle erschüttern Indien
Die Serie an Cyberkriminalität reißt nicht ab. Bereits am 5. Juni begannen Ermittlungen zu einem 300-Millionen-Euro-Betrug rund um das Vizhinjam-Hafenprojekt. Ein Verdächtiger aus Malappuram soll gefälschte Dokumente und die Unterschrift eines ehemaligen Hafenbeamten verwendet haben. Zu den Opfern zählt auch eine Filmschauspielerin.
Erst heute wurden zudem Details zu einem neuen Schwindel bekannt: Die Firma VPVV Company, die bereits in einen früheren Waffenvertragsbetrug verwickelt war, soll versucht haben, 100 Millionen Euro von Investoren einzusammeln. Die Behauptung: Ein goldbeladenes Schiff sei von Rebellen gekapert worden.
Auch Bildungssystem im Visier der Betrüger
Die National Testing Agency (NTA) schlug am 19. Juni Alarm. Grund sind gefälschte WhatsApp-Nachrichten zur bevorstehenden NEET-UG-Nachprüfung am 21. Juni. Die Behörde stellt klar: Offizielle Kommunikation erfolgt ausschließlich über verifizierte Nummern mit blauem Haken. Niemals würden OTPs oder Zahlungen über Messaging-Dienste angefordert.
Bankmitarbeiter als Komplizen enttarnt
Die Polizei von Delhi führte im Juni die Aktion „Operation Syhawk 5.0" durch. Das Ergebnis: Vier Bankangestellte wurden festgenommen – von der ICICI, der Axis Bank, der PNB und der National Urban Cooperative Bank. Sie sollen unter Verstoß gegen die KYC-Richtlinien (Know Your Customer) Konten eröffnet haben, über die die Kriminellen ihre Beute wuschen.
