WhatsApp-Betrug, Scam-Alert-Funktion

WhatsApp-Betrug: Neue Scam-Alert-Funktion in Android-Beta

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WhatsApp erprobt eine optionale Scam-Erkennung für Android und erweitert den Kontoschutz, während Behörden vor Phishing und Zero-Click-Angriffen warnen.

WhatsApp testet neue Schutzfunktion gegen Betrugsnachrichten
Ein Smartphone liegt auf einem hölzernen Schreibtisch in einer modernen Büroumgebung, symbolisch für digitale Sicherheit. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts einer zunehmenden Belastung durch unerwünschte Nachrichten rücken Sicherheitsvorkehrungen bei dem Messenger-Dienst WhatsApp verstärkt in den Fokus. Aktuelle Leitfäden betonen die Notwendigkeit, verdächtige Nummern konsequent zu blockieren und zu melden, um digitale Sicherheitsrisiken zu minimieren. Branchenbeobachtungen zufolge stuft das System mittlerweile etwa jede zehnte Nachricht als potenziellen Spam ein.

Massive finanzielle Schäden durch Betrugsmaschen

Die wirtschaftlichen Folgen von betrügerischen Aktivitäten über die Plattform sind erheblich. In Indonesien summierten sich die Schäden durch WhatsApp-Spam im Zeitraum von November 2024 bis Januar 2026 auf 9,1 Bio. Rupiah.

Auch aus Hongkong werden alarmierende Zahlen gemeldet: Innerhalb von sieben Monaten wurden dort 2.020 Fälle von Kontodiebstahl registriert, was einer Steigerung von 154 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der finanzielle Gesamtschaden belief sich in diesem Bereich auf 150 Mio. HK$.

Besonders perfide Methoden wie Deepfake-Technologien kamen dabei zum Einsatz. Ein Geschäftsmann verlor auf diesem Weg 10 Mio. HK$, während ein Finanzmanager einen Verlust von 12,2 Mio. HK$ hinnehmen musste. Als Einstiegstor für diese Angriffe dienten häufig Phishing-Versuche oder die sogenannte Suchmaschinenvergiftung.

Neue Schutzfunktionen in der Erprobung

Um den Bedrohungen entgegenzuwirken, testet WhatsApp derzeit neue Funktionen. In der Android-Beta-Version (Build 2.26.34.1) wurde die Funktion „Scam Alert“ in den Kontoeinstellungen gesichtet. Diese erkennt potenziell betrügerische Nachrichten direkt auf dem Gerät des Nutzers.

Die Funktion ist optional und standardmäßig deaktiviert. Sollte es zu einem Fehlalarm kommen, bietet das System die Möglichkeit, die letzten fünf Nachrichten zur Verbesserung der Erkennung an WhatsApp zu senden. Nutzer können verdächtige Nachrichten zudem blockieren, melden oder explizit als vertrauenswürdig markieren.

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Darüber hinaus führt das Unternehmen weitere Sicherheitsupdates ein. Dazu gehört eine verstärkte Zwei-Faktor-Verifizierung, die ein Passwort mit mindestens acht Zeichen, einem Buchstaben und einer Zahl voraussetzt. Nutzer können zudem mehrere Passkeys verwenden. Bei Anrufen von unbekannten Nummern zeigt die Anwendung unter Android künftig das Herkunftsland sowie gemeinsame Gruppen an, um die Identifizierung des Anrufers zu erleichtern.

Warnungen vor Zero-Click-Angriffen und Phishing

Sicherheitsbehörden, darunter die italienische Polizei, warnten Ende August vor einer neuen Welle von Zero-Click-Angriffen. Diese zielen speziell auf veraltete Versionen von iOS und WhatsApp ab.

Experten raten dringend dazu, regelmäßige Updates zu installieren, verknüpfte Geräte zu prüfen und keine Zahlungen ohne vorherige Identitätsprüfung zu leisten. Auch Apple veröffentlichte Sicherheitsupdates und empfahl die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie die Einschränkung automatischer Downloads.

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Parallel dazu wird eine Phishing-Kampagne beobachtet, die Nutzer per E-Mail ins Visier nimmt. In diesen Nachrichten wird unter dem Vorwand eines Datenbank-Updates eine Verifizierung innerhalb von 24 Stunden gefordert, andernfalls drohe die Kontolöschung.

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass verdächtige Absenderadressen und generische Begrüßungen klare Warnsignale sind. Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl von Daten, die anschließend im Darknet für Identitätsdiebstahl gehandelt werden.

Prominente Betroffene und globale Dimensionen

Dass auch öffentliche Personen nicht vor Angriffen gefeit sind, zeigte ein Vorfall am 29. August 2026, als das Konto des indischen Abgeordneten Sambit Patra kompromittiert wurde. Die Angreifer forderten von seinen Kontakten Beträge in Höhe von 55.000 Indischen Rupien. Weitere betroffene Personen des öffentlichen Lebens waren Supriya Sule und Swara Bhasker.

Schätzungen aus juristischen Verfahren legen nahe, dass weltweit täglich über eine Million Konten gehackt werden könnten. WhatsApp selbst reagierte in der ersten Jahreshälfte bereits mit der Entfernung von Millionen von Betrugskonten, um die Integrität der Plattform zu schützen.

Experten betonen weiterhin, dass die Verifizierung von Kontakten über bekannte Telefonnummern eine der effektivsten Maßnahmen bleibt, wie der Fall eines spanischen Rentners zeigt, der einen Betrug um 2.000 Euro durch eine einfache Rückfrage verhinderte.

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